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Namibia - Reise Know-how
Zimbabwe - Reise Know-how
Afrikas Süden von Achim Remde
Lonely Planet: South Africa, Lesotho & Swaziland
Blick vom Tafelberg
Unterwegs am Kap
Pinguin-Kolonie auf dem Kap
Kap der Guten Hoffnung, Cape Point
Tafelberg
Route
Webervogelnest
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Südliches Afrika
vom Kap zu den Victoriafällen
Text und Fotos: Horst Wehrse
Am 23.08.1998 ist es endlich soweit. Nachmittags
besteige ich in Bremen die Maschine nach London-Gatwick, fahre mit
dem Bus weiter nach Heathrow und fliege von dort mit einer Boeing
747 nach Kapstadt. Neben mir sitzt ein älterer Engländer, er war 30
Jahre in Afrika als Berufsjäger tätig und will jetzt seine dort
verheiratete Tochter besuchen.
Nach 11-stündigem Flug sind wir um 9.15 Uhr Ortszeit, identisch mit
der mitteleuropäischen Sommerzeit, am Ziel.
Kapstadt
Leider ist mein Rucksack nicht mitgekommen. Ein Mitarbeiter von
British Air meint, dass mir 250 R für den ersten Bedarf auf Kosten
der Fluggesellschaft zustehen. Ein Rand ( R ) hat den ungefähren
Wert von 0,40 DM. Später im Hotel wird mir mitgeteilt, dass ich den
Freibetrag verdoppeln darf.
Das Zimmer in der "Breakwater Lodge", einem früheren
Gefängnis, hatte ich bereits in Deutschland gebucht. Eine
Universitätsfakultät, die Graduate School of Business, ist
ebenfalls in den altehrwürdigen Räumen untergebracht.
Auf dem Weg zum Hotel, das in der Nähe der Waterfront liegt, kommen
wir am Groote Schuur Krankenhaus vorbei. Hier hat Dr. Barnard 1967
das erste Herz verpflanzt und wurde weltberühmt.
Einen wunderbaren Blick hat man auf den ca. 1000 m hohen Tafelberg,
auf den Signal Hill (364 m) und den Lions Head mit seinen 659
Metern. Diese Bergkombination werde ich in den nächsten Tagen noch
oft vor Augen haben.
Ankommende Schiffe wurden früher vom Signal Hill mit einem
Kanonenschuss begrüßt, in der heutigen Zeit wird nur noch mittags
ein Schuss abgefeuert.
Mit der Cable-Car, der längsten frei schwebenden Seilbahn der Welt,
fahre ich auf den Tafelberg. Von oben hat man eine atemberaubende
Sicht auf die mit knapp 3 Mio. Einwohnern zweitgrößte Stadt
Südafrikas. Auf dem Plateau ist allerhand los, Schulklassen,
Touristengruppen und einzelne Besucher spazieren umher, genießen
die Aussicht, lassen sich fotografieren oder staunen, dass es auf
einer Bergspitze eine so ebene Fläche gibt. Klippschliefer, eine
Tierart, die ich vorher noch nie gesehen habe, streifen über die
Klippen.
Nach dem obligatorischen Besuch der Innenstadt halte ich mich die
längste Zeit an der Waterfront auf, dem alten Hafen, wo aus
früheren Docks Lokale aller Art und Geschäfte entstanden sind. Man
kann wunderbar bummeln und die Umgebung gilt auch als sehr
sicher.
Vom Kapitän eines kleinen Kutters lasse ich mich zu einer
Hafenrundfahrt überreden. Er erklärt, dass die Hafenbecken von
Sklaven ausgeschaufelt wurden. Südafrika hielt früher Sklaven aus
Malaysia, Indonesien und Indien, von daher gehören auch Moslems zum
Stadtbild.
Abends, zur Zeit des Sonnenuntergangs, meine ich in der Ferne einen
Wal zu sehen. Ein Taxifahrer, den ich daraufhin anspreche,
bestätigt meine Vermutung.
Am nächsten Morgen schließe ich mich einer Tour zum Kap der Guten
Hoffnung an. Diese Panoramaroute ist ein Muss für
Kapstadt-Besucher. Zu unserer Gruppe gehören zwei Reisende aus St.
Louis, ein Ägypter und fünf Taiwanesen.
Es ist eine wunderbare Fahrt, wir halten oft an und sehen eine
ganze Menge. Einsame Buchten liegen an der Strecke,
Bilderbuchansichten, wie sie schöner nicht sein können.
Bei einer Schule mit Blick aufs Meer sind die
Scheiben geschwärzt, damit die Schüler nicht allzu sehr abgelenkt
werden. Viele Wracks dümpeln auf dem Meer, einen Wal kriegen wir
leider nicht zu Gesicht. Am Wegesrand blüht die uns so vertraute
Erika. Einheimische Männer warten mit ihrem Brotbeutel neben der
Strasse darauf, dass jemand anhält und ihnen eine Arbeit
verschafft, sei es Holz hacken, Gartenarbeit oder sonstiger
Tagelohn.
Direkt am Meer besuchen wir eine Pinguinkolonie, die Tiere sind
drollig anzuschauen. Unterwegs begegnen uns einige Springböcke. Bei
einer Straußenfarm legen wir eine weitere Pause ein.
Der Höhepunkt des Tages ist natürlich der Besuch des Cape-Points.
Am Kap der Guten Hoffnung treffen der warme Indische und der
erheblich kältere Atlantische Ozean aufeinander. Es ist allerdings
nicht der südlichste Punkt des Kontinents, der befindet sich am Kap
Aguelhas.
Eine Bahn bringt uns bis fast an die Kapspitze, ich gehe zu Fuß
weiter bis zum Ende des begehbaren Teils.
Zurück in Kapstadt schenkt mir einer der Taiwanesen eine Karte für
die allabendliche Sunset-Cruise, einer seiner Bekannten hat andere
Pläne und keine Verwendung mehr dafür.
Dankend nehme ich das Ticket an und erlebe eine wunderschöne
stimmungsvolle Fahrt in den Abend hinein, den Tafelberg mit seinen
Nachbarn in der untergehenden Sonne. Weit draußen schwimmen einige
Pinguine.
Plötzlich, wir hatten schon gewendet, taucht ein Wal etwa 30 m
neben uns auf. Sein Rücken ist hervorragend zu erkennen, einmal
begrüßt er uns mit einer Wasserfontäne. Der Schiffsführer versucht,
ihm zu folgen, aber wir haben kein Glück, es ist ein nur einmaliges
Gastspiel.
Auf dem Weg zum Hotel bemerke ich plötzlich etliche Polizei-,
Feuerwehr- und Krankenwagen. Im "Planet Hollywood" war
eine Bombe detoniert, es gab etliche Verletzte und leider auch
Tote. Später höre ich, dass es sich um einen politischen Anschlag
gehandelt hat.
Mit gemischten Gefühlen betrete ich das Hotel. Der Portier reicht
mir freudestrahlend meinen Rucksack, die Safari kann beginnen.
Abends telefoniere ich noch mit meinem Bruder und mit einer
Freundin. Um sie nicht zu beunruhigen, erwähne ich den Anschlag mit
keinem Wort, frage aber nach der Uhrzeit um klarzustellen, dass ich
viele Stunden später unverletzt und wohlauf bin, hätte ich man doch
was gesagt.
Unterwegs auf Safari
Südafrika
Der Isuzu-Bus ist eine Wucht, knallgelb, mit Geländereifen und
sonstigen Outdoor-Vorrichtungen ausgestattet, er gleicht mehr einem
LKW als einem Bus. Ich bin begeistert und kann die Abfahrt gar
nicht mehr erwarten.
Unsere Reisegruppe, die während der nächsten 19 Tage auf engstem
Raum zusammen leben wird, besteht aus Australiern, Neuseeländern,
Holländern, Engländern, Argentiniern, Deutschen und einem jungen
Mann aus Uruguay. Begleitet werden wir von Andrea und Francois,
insgesamt sind wir 16 Personen.
Veranstalter ist der südafrikanische Reiseunternehmer Which Way
Adventures, entdeckt hatte ich die Fahrt in einem
Taruk-Katalog.
Am Table View mit Blick auf Kapstadt und den Tafelberg halten wir
das erste Mal an und tätigen die restlichen Einkäufe. Auch später
werden wir in größeren Ortschaften immer unseren Lebensmittelvorrat
auffrischen.
Beim ersten Lunch staune ich wieder über die Zweckmäßigkeit unseres
Autos. Ein Seitenteil wird umgeklappt und dient als Tisch, eine
Sonnenschutzplane ist am Fahrzeug befestigt, in einem riesigen
Wasserbehälter wird das kostbare Nass transportiert.
Bei Clanwilliam endet die Tour des ersten Tages. Wir bauen die
Igluzelte auf und erhalten von Andrea und Francois allgemeine
Informationen über den organisatorischen Ablauf der Reise. Mein
Schlafzelt teile ich mit Shane, einem Australier. Er hat bereits
einige Safaris in Afrika mitgemacht.
Der Platz ist malerisch an einem See gelegen, jedoch empfiehlt man
uns, wegen Wurmgefahr nicht darin zu baden. Neben den Zelten
befinden sich Bäume mit gewaltigen Webervogelnestern.
Der männliche Vogel baut erst sein Zuhause und geht dann auf
Brautschau.
Am Lagerfeuer wird das Abendbrot zubereitet. Es ist sehr lecker,
Francois erweist sich als guter Koch. Es gibt Geflügel, Kartoffeln
und Skorsie, die deutsche Übersetzung ist mir nicht bekannt, das
Gemüse soll zur Familie der Kürbisse gehören.
Der Ablauf der Mahlzeiten wiederholt sich tagtäglich, morgens Tee,
Toast und Marmelade, zum Lunch Salat und Sandwiches, abends
Gegrilltes vom Lagerfeuer.
Das Essen ist sehr schmackhaft, Francois bemüht sich stets, die
Verpflegung mit einheimischem Gemüse anzureichern. Obgleich wir das
Trinkwasser nicht immer abkochen, habe ich während der gesamten
Zeit keine Magenprobleme.
Die nächsten Abende werden wir immer auf Plätzen ohne Strom und
fließendem Wasser verbringen, werden uns am Lagerfeuer unterhalten
und unter einem unbeschreiblich schönen Sternenhimmel sitzen.
Herrliche Sonnenaufgänge werden die folgenden Tage einläuten, nicht
weniger schöne Sonnenuntergänge sie beenden.
Sehen wir auf der Weiterfahrt zuerst noch Gras- und
Buschlandschaft, so ändert sich die Landschaft später und wir
fahren nur noch auf Sand- und Geröllwegen. Ein Straußenmännchen
bemerkt uns und sucht schleunigst das Weite. In Springbok füllen
wir die Vorräte auf, einige Bettler bitten um eine milde Gabe.
Gegen Abend schlagen wir unsere Zelte am Garib River oder Orange
River auf, weit abgelegen von der Zivilisation. Toiletten und
Waschräume befinden sich hinter Bambusrohr, eine Bambusstange zeigt
an, ob das stille Örtchen besetzt ist oder nicht.
Nachts erkenne ich zum ersten Mal auf dieser Reise das Kreuz des
Südens und bin ganz gefangen von dem Anblick.
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