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Arabien
Landkarte von StepMap
StepMap Arabien


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Arabische Halbinsel. Richtig reisen (DuMont Richtig reisen) von Gerhard Heck (Autor), Manfred Wöbcke (Autor)

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HB Bildatlas Special Arabien, V.A. Emirate, Oman, Kuwait, Qatar, Bahrain von Michel Rauch (Autor)

Kuwait Towers
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Kuwait Towers
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Yachten vor dem Shark Souq
Yachten vor dem Shark Souq

auf dem Fischmarkt
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Bab al Bahrain
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Marokkanerinnen mit Wasserpfeife
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Dilmun-Gräber
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im Rifa Fort
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Tree of Life
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im Museum
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Große Moschee
Große Moschee

in der Moschee
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Palasteingang
Palasteingang

Blick auf die Hochhäuser
Blick auf die Hochhäuser

Im Mittleren Osten

eine Reise durch die reichen arabischen Golfstaaten mit einem Abstecher nach Sana´a

oder auch

Moscheen, Souqs und Shopping-malls

 

Text und Fotos: Horst Wehrse

Endlich ab in die Sonne. Die ersten Wintertage in Deutschland waren zwar nicht kalt, aber regnerisch, trübe und ungemütlich und jetzt liegt das von der Sonne verwöhnte Arabien vor mir.
Beschwingt und voller Vorfreude fliege ich am 10. Januar 2008 von Amsterdam nach Kuwait. Doch gut fünf Stunden später, beim Landeanflug auf die Hauptstadt, mag ich meinen Augen nicht trauen, dicke Wolken lassen einen Blick auf die Erde unter uns gar nicht zu, später erkenne ich Wasserlachen neben der Landebahn. Das Thermometer gibt schlappe 14 Grad an und um 17.30 Uhr ist es bereits dunkel. In Deutschland schlägt die Uhr in diesem Moment erst 15.30 h, denn zwei Stunden Zeitverschiebung sind zu berücksichtigen.


Kuwait City


Im Flughafengebäude stehen lange Menschenschlangen vor der Visumausgabe, auch ich ziehe eine Wartemarke und nach gut 90 Minuten zahle ich 6 KD, erhalte den begehrten Stempel in den Pass und fahre mit dem Taxi zum "Hotel Continental", das ich bereits in Deutschland reserviert hatte. Der Fahrer akzeptiert den im Reiseführer genannten Preis von 5 KD. Am Wechselschalter im Flughafen erhalte ich für einen Euro rd. 0,40 Kuwaiti Dinar (KD).

Mein Chauffeur hat Probleme mit der englischen Sprache, bringt mich aber ohne Umweg und in kurzer Zeit ans Ziel, am Hoteleingang muss ich einer großen Pfütze ausweichen.
Kurz den Rucksack im Zimmer abgestellt und schon fahre ich zu der Sehenswürdigkeit des Landes und dem Wahrzeichen der Stadt, den Kuwait-Towers.

Die drei Türme, 113m, 147 m und 187 m hoch, können in Notzeiten die Wasserversorgung der Stadt für einige Tage sichern, so horten die beiden höheren jeweils 4,5 Mio. Liter der lebenswichtigen Flüssigkeit.
Mit dem Fahrstuhl fahre ich ins Restaurant, genieße die Aussicht und esse eine Kleinigkeit, später empfiehlt mir der Kellner, dem Fahrstuhlführer die Quittung zu zeigen, um umsonst in die oberste Etage, immerhin gut 120 m hoch, zu gelangen. Die Aussichtsplattform dreht sich um die eigene Achse und man hat einen wunderbaren Rundumblick. Es sind nur einige Gäste unterwegs, die meisten Tische sind unbesetzt und ich scheine der einzige Europäer zu sein. Später, beim Warten auf ein Taxi, meint ein Kuwaiti, dass es in der Nacht schneien könnte und die Temperatur solle auf den Gefrierpunkt fallen.

Beim Frühstück wundere ich mich über die vielen verschleierten Frauen im Restaurant. Ein Chinese fragt mich nach meinem Heimatland, hat dann aber Probleme, meine Antwort zu verstehen.
Wieder fahre ich zu den Kuwait-Towers und beginne dann einen langen Spaziergang die Arabian Gulf Street entlang, die, wie es der Name schon andeutet, parallel zum Golf verläuft. Heute ist Freitag, also Feiertag, und auf den Straßen und den anliegenden Geschäften und gastronomischen Betrieben wenig los. Kurze Zeit unterhalte ich mich mit einem Paar aus der Schweiz, das auch in meinem Hotel wohnt. Sie waren gestern aus Indien gekommen und sehnen sich nach der dortigen Wärme.
Die Beach-Clubs sind noch geschlossen, einige Personen stöbern im modernen Shark Souq, einer großzügigen und glitzernden Shopping-mall, und ich freue mich immer, wenn ich die Kuwaitis in ihrer dishdasha, einem langen, überwiegend weißen, Gewand sehe, auf dem Kopf die kafiya oder gutra, ein Tuch, meist rot-weiß kariert, gehalten von einer schwarzen Kordel. Mit diesem Band hat man früher die Kamele angebunden.
Einheimische Frauen sind häufig mit der abaya, einem schwarzen Umhang, bekleidet und auch genau so oft verschleiert.

Ein paar Schritte weiter befindet sich der Fischmarkt und hier herrscht geschäftiges Treiben. Fische in allen Größen und Sorten stehen zum Verkauf bereit. Gegenüber liegt das Dickson House, früher Wohnhaus eines britischen Colonels, heute Museum. Im Fischereihafen, Dhow Harbour, ist ebenfalls Feiertag, die Boote und Schiffe dümpeln vor sich hin, von Betriebsamkeit kann keine Rede sein.

Mein Weg führt dann weiter zum Sief-Palast, der im 2. Golfkrieg zerstört und danach wieder aufgebaut wurde. Heute werden in diesem illustren Gebäude Staatsgäste untergebracht. Auf der anderen Straßenseite sehe ich die Große Moschee mit ihrer imposanten Kuppel. Die Innenräume bieten etwa 10.000 Menschen Platz. Und, wohin man auch schaut, Gerüste über Gerüste … (dass der Bauboom in Dubai noch wesentlich größer und mit Kuwait eigentlich gar nicht zu vergleichen ist, werde ich in einigen Wochen erfahren und erleben).

Nach dem Ende des Krieges wurde mit dem Wiederaufbau begonnen, mehrspurige Autobahnen angelegt und Wolkenkratzer hochgezogen, ein Ende der Baulust ist noch nicht abzusehen. Ansonsten habe ich vom Krieg oder seinen Folgen nichts mehr mitgekriegt.

Die Orientierung ist eigentlich ganz einfach, wenn ich allerdings Einheimische nach einem Gebäude oder einer Straße frage, stoße ich meistens auf Unverständnis, da viele der englischen Sprache nicht mächtig sind. Mehr Glück habe ich auf einem Campingplatz. Eine Familie genießt den Feiertag mit Grillen und ich werde eingeladen, ihnen Gesellschaft zu leisten. Zwei junge Frauen ziehen genussvoll an der Wasserpfeife. Meine Frage nach dem Jahra Gate wird problemlos beantwortet, allerdings verstehen meine Gastgeber nicht, dass ich zu Fuß unterwegs bin, sie können dafür kein Verständnis aufbringen. Und tatsächlich, wohin ich auch schaue, immer bin ich der einzige Spaziergänger.

Pflastermüde vom vielen Laufen erreiche ich gegen Abend mein Hotel und erhole mich bei einer Kanne Tee. Das Getränk wird hier und auch in den danach folgenden anderen Orten auf dieser Reise ganz einfach mit Aufgussbeutel serviert.
Später marschiere ich wieder in Richtung Towers und esse im "chilys", diese Restaurantkette habe ich auch in den nächsten Wochen in den übrigen Ländern außer im Jemen angetroffen. Der Service ist perfekt und die Nachfrage groß, leer geräumte Tische werden sofort wieder besetzt. Alkohol ist in Kuwait tabu und so nehme ich mit einer Flasche Wasser und einem Glas Tee vorlieb. Auf dem Heimweg ist es ungemütlich, wieder gehe ich auf großen Umgehungsstraßen ohne Bürgersteig und kämpfe gegen den nicht nachlassenden Autoverkehr an. Erschöpft erreiche ich das Hotel und sinke sofort in die Federn.

Am nächsten Morgen stehe ich rechtzeitig auf und bin zwei Stunden vor dem Start im Flughafen, doch was sehe ich, der Abflug wurde um eine Stunde vorverlegt. Das habe ich noch nicht erlebt, man gut, dass ich rechtzeitig losgefahren bin. Ich mag es nicht glauben, aber die Sonne scheint und bei strahlendem Wetter wird eingecheckt. An einer Wand wirbt ein Poster mit "Kuwait – The land of friendship". Zu den Zielangaben bei den verschiedenen Gates wird auch in Celsius und Fahrenheit angegeben, wie warm es am Bestimmungsort ist.

Die Stewardessen der Gulf-Air tragen eine hübsche Uniform und über der Schulter einen Schleier. Gleich hinter Kuwaits Hauptstadt beginnt die Wüste und man sieht nur noch braune Erde unter sich. Nach 45-minütigem Flug landen wir in Bahrain.


Manama

Visum, Zoll und Gepäckannahme dauern nur einen kleinen Moment, das Visum, 10 Euro, kann ich am Passschalter bezahlen. Im Flughafen befindet sich ein Hotelinformationsbüro und ich komme der Empfehlung, ins "Sanrock" zu fahren, gerne nach. Ein Taxi ist schnell gefunden und für 5 Bahraini Dinar (BD), rund 9 Euro, geht es ins Zentrum der Hauptstadt. Ich wundere mich über die hohe Polizeipräsenz, denn an jeder Kreuzung stehen Fahrzeuge und bewaffnete Ordnungshüter, das kann doch wohl nicht mir gelten. Stimmt, George W. Bush wird in den nächsten Stunden erwartet.

Und wieder staune ich über die Skyline, die modernen Hochhäuser, wie sie fast die Wolken ankratzen, denn die Sonne hat sich, wie sollte es auch anders sein, verzogen. Im Hotel wird mir ein Zimmer mit Blick auf den Dhauhafen zugewiesen. Ich erkundige mich an der Rezeption nach Ausflugsmöglichkeiten im Land, höre aber, dass man Fahrten nur individuell mit dem Taxi organisieren kann.

Der Bab al Bahrain, das Tor Bahrain, ist das erste Ziel meines Spazierganges, dahinter befindet sich der Souq von Manama. Er ist nicht sonderlich interessant und hat vor allem nicht den Charme der sonst üblichen Basare, da sich die einzelnen Läden mehr oder weniger in modernen Gebäuden befinden.

Awadiya heißt der historische Stadtteil, hier hängen schwarze Transparente über der Straße, aber niemand kann mir erklären, was sie aussagen wollen. Im "La Fontaine Centre of Contemporary Art" besichtige ich eine Gemäldeausstellung.

Am späten Nachmittag hat die Touristeninformation im Bab al Bahrain geöffnet, aber auch hier erhalte ich keine brauchbaren Informationen über Ausflüge in die Umgebung, der Tourismus scheint noch keine große Rolle zu spielen. Die nächsten Schritte plane ich im "Starbucks" bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Schokoladenkuchen.

In Bahrain herrscht kein Alkoholverbot und im Hotelcafé habe ich die Auswahl zwischen holländischem Heineken- und Amstelbier oder Budweiser bzw. Fosters. Am Nebentisch feiern fünf junge Marokkanerinnen mit Sekt und shisha, wie die Wasserpfeife hier genannt wird. Ich mache ein Foto und werde anschließend zu einem Glas eingeladen.

Später bittet mich ein abseits sitzender Herr an seinen Tisch. Nach kurzer Irritation nehme ich die Einladung an. Mein Gastgeber ist aus Saudi Arabien, gut angetrunken und Ehemann von drei Frauen, darunter eine Beduinin und eine Frau aus Bahrain. Er ist außerdem Vater von 11 Kindern, Tornadopilot und Mercedesfahrer. Seiner Aufforderung, mich an den vor ihm stehenden Tequilas zu bedienen, komme ich aber nicht nach.

Wir unterhalten uns über das Leben in Arabien und ich erwähne auch, dass ich eigentlich auf dem Landweg von Kuwait nach Manama und von dort nach Qatar fahren wollte. Dieser Weg führt durch Saudi Arabien und hier stößt der normale Tourist an seine Grenzen, weil er kein Visum erhält. Selbst Nachfragen in Konsulaten und Botschaften halfen mir nicht weiter, immer wurde mir bedeutet, doch das Flugzeug zu nehmen.
Mein Gesprächspartner meint, er hätte da Bekannte und Möglichkeiten ..., ich habe es aber nicht darauf ankommen lassen.

Zum Abendessen gehe ich wieder ins Zentrum und speise in einem Restaurant in der Nähe des Bab al Bahrain. Später besuche ich den Nightclub im Hotel. Doch die Musik sagt mir nicht so zu, obwohl wirklich eine gute Stimmung unter den Gästen auszumachen ist. Mir ist der Gesang zu laut und zu verzerrt. Auf der Bühne tanzen sechs wohlproportionierte Frauen und werden von einigen anwesenden Männern mit Girlanden beschenkt. Es muss sich wohl um Bauchtanz handeln, den ich bisher nicht als Gruppenveranstaltung kannte.
Unter den Zuschauern sitzen auch Frauen, einige von ihnen sind verschleiert, es ist für mich als Europäer schon ein sehr fremdes aber auch prickelndes Erlebnis.

Auf der gleichen Etage befindet sich noch eine Diskothek. Aber auch hier das gleiche Bild und ähnliche Musik, nur sind die tanzenden Frauen schlanker, dafür ist das Bier etwas teuerer. Eintritt wird in beiden Etablissements nicht erhoben.

Am nächsten Morgen ist es kühl und regnerisch, viele Männer haben sich Ohrenwärmer angelegt. An der Rezeption handele ich mit einem Taxifahrer einen akzeptablen Preis aus und so fahren wir zunächst zu den Erdwallgräbern, den burial mounds. Diese Ansammlung von rd. 85.000 Gräbern aus dem 3. Jt. v. Chr. ist weltweit einmalig. Einige Grabbeigaben können im Nationalmuseum von Manama besichtigt werden. Der Friedhof aus der Dilmun-Ära erstreckt sich zu beiden Seiten des King Fahd Causeway. Außer mir verirrt sich kein weiterer Besucher in diese Gräberlandschaft, schon gar kein Tourist. Der Besuch ist kostenlos, Eintritt braucht nicht entrichtet zu werden.

Mein freundlicher Fahrer wohnt seit 20 Jahren in Bahrain, er ist gebürtig aus Kerala in Indien, verheiratet und freut sich über drei Kinder. Er ist sehr kundig und vermittelt mir viele interessante Informationen über das Land. So wurden die meisten der auffälligen und imposanten Hochhäuser in den letzten vier Jahren gebaut. Viele neue Siedlungen befinden sich auf einem Gebiet, dass in aufwändiger Arbeit dem Meer abgerungen wurde. Unterwegs ist der König immer präsent, er grüßt von riesigen Postern an der Straße, zumeist in Gesellschaft seines Sohnes und eines Onkels, dem Premierminister. Er hat sechs Frauen, u. a. aus Kuwait, Saudi Arabien und Dubai.

Weiter geht es nach Rifa, vorbei an dicken Pipelines, die zwischen Bahrain und Saudi Arabien verlegt wurden. Auf dem Weg sehen wir den Königspalast und die Moschee des Monarchen, die freitags allen Gläubigen zur Verfügung steht. Das 1812 erbaute Fort liegt auf einer Anhöhe und ist weithin sichtbar, bei klarem Wetter soll man von hier auch einen hervorragenden Blick auf Manama und andere Orte haben. Eintritt wird auch hier nicht erhoben und ich bin wieder einziger Gast.

Die Straße zu unserem nächsten Ziel führt durch karge Wüste und riesige Ölfelder, mitten im "Nichts" auf einmal der Palast einer Königsgemahlin. Abseits der Öl- und Gaspipelines wurden einige Beduinenzelte aufgebaut. Und dann stehen wir auch schon vor dem Lebensbaum, dem Tree of Life. Die über 400 Jahre alte Akazie gilt als Naturwunder, denn niemand kann sich erklären, woher sie das benötigte Wasser bezieht.
Zurück in die Hauptstadt kommen wir noch an einigen markanten Palästen der Königsfamilie vorbei. Der Fahrer hält im Parkhaus einer riesigen modernen Shopping-mall, wo ich in einer Wechselstube Geld tausche und ihm seinen Lohn gebe.

Abends ist es recht kalt und regnerisch und ich bedaure, nur kurzärmlige Hemden eingepackt zu haben. Der Kellner im Chinarestaurant fragt, ob ich mein Getränk unbedingt gekühlt haben möchte. Später auf dem Heimweg staune ich über die wechselnde Illumination bei einem Hochhaus, es ist ein tolles Bild. Nach Nachtclub steht mir nicht der Sinn und so spiele ich im Café des Hotels mit einigen Thaifrauen Billard und unterhalte mich danach mit einer Philippinin, die hier seit einer Woche im Service arbeitet und vorher in Dubai tätig war. Von dieser Stadt schwärmt sie fortwährend. Ihr Dienst beginnt um 19.00 Uhr und endet um 04.00 Uhr, auf eine günstigere Tagschicht braucht sie, so zumindest erklärt sie es mir, in den nächsten Monaten noch nicht zu hoffen.

Auch der nächste Tag findet ohne Sonne statt. Mit dem Taxi fahre ich zum Nationalmuseum und diesen Besuch kann ich wirklich jedem Reisenden empfehlen und ans Herz legen. Eintrittsgeld ist hier natürlich auch nicht fällig und ich bin ausnahmsweise nicht einziger Gast, wobei die Anzahl der weiteren Interessierten noch im einstelligen Bereich liegt.

Fasziniert bin ich von den Darstellungen des Alltags, den Händlern und Handwerkern, dem Treiben und Handeln im Souq. Aber natürlich ist auch der Saal mit den Dilmun-Gräbern und den Bestattungsbeigaben interessant und einmalig. Die zeitgenössische Malerei hat mich nicht so angesprochen. Bedauerlicherweise ist die Erklärung manchmal nur in arabischer Sprache und somit für mich nicht immer nachvollziehbar.

Einsam und verlassen komme ich mir vor, wie ich als einziger Passant auf dem Fußgängerweg neben dem verkehrsreichen Al Fatih Highway zur Ahmed al Fateh Moschee gehe, meistens am Wasser entlang. Einige Autos parken vor dem Marina Club, das Funland hat noch geschlossen und in den wenigen Teehäusern unterhalten sich einige Männer, am Fähranleger ist weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Von einer Häuserwand prangt das Firmenschild “Kühne & Nagel“.

Die in gelbem Farbton gehaltene Große Moschee ist wegen ihrer Ausmaße nicht zu verfehlen, beide 70 m hohen Minarette liegen permanent im Blickfeld. Am Eingang nehmen mich zwei Frauen in Empfang, begleiten mich, zeigen mir viele Details und geizen nicht mit Erklärungen. Die Unterhaltung entwickelt sich prächtig, denn eine der Damen hat viele Jahre in Deutschland, in Hannover, gewohnt, die andere, eine Ägypterin, war auch schon in meinem Heimatland.

Beide geben sich viel Mühe, ihr Wissen "an den Mann zu bringen" und so erfahre ich einiges über den Islam, den Koran und über das Leben der Muslime. Die Moschee fasst insgesamt 7.000 Besucher, davon im Innenhof 1.800, ein separater Bereich bleibt Frauen und Kleinkindern vorbehalten. Im Inneren finden gut 5.000 Gläubige Platz, der Raum oben auf der Balustrade ist für die weiblichen Gäste reserviert.

Der ganze Komplex, hier auch islamisches Zentrum genannt, beeindruckt mich, der Marmor aus Italien, die Lampen aus Frankreich, das Teakholz aus Indien, die Teppiche aus Schottland und der 3,5 t schwere Leuchter aus Österreich. Mit dem Bau der Moschee wurde 1983 begonnen, das Land dem Meer abgerungen. Ich darf überall fotografieren, einen Händedruck zum Abschied lehnen beide Frauen ab, decken mich aber mit reichlich Informationsmaterial ein und mit einer kleinen Tüte Orangensaft.

Auf dem nicht enden wollenden Weg ins Hotel zurück sehe ich noch zwei Königspaläste hinter dicken Mauern. Hin und wieder halte ich an, um ein Glas Tee zu trinken. Nach kühlen Getränken ist mir bei dieser Witterung nicht der Sinn, im Hotelfahrstuhl stört mich sogar schon die Aircondition.

Der Flug nach Doha in Qatar hat eine Stunde Verspätung, dauert aber nur 25 Minuten. Auch diese Strecke hätte ich lieber, wie bereits erwähnt, auf dem Landweg zurückgelegt, wenn es denn möglich gewesen wäre.
 

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