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StyleCity Travel - Barçelona
Falk Spirallo Reiseführer - Barçelona
Polyglott on tour - Barçelona
Sagrada Familia
Türme der Sagrada Familia
Siesta
Krankenhaus
Casa Milà
Blick auf die Ramblas
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Sehenswürdigkeiten in Barcelona
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Jubel in Grünweiß
Barçelona im Werderfieber
Text und Fotos: Horst Wehrse
Das wäre doch wohl gelacht, denken wir uns, Werder hat ja
auch ein Jahr vorher in Valencia gepunktet, und wir waren dabei. Sicher,
Barça stellt eine andere Hürde dar, doch warum soll es hier nicht auch
klappen und die Hoffnung stirbt zuletzt.
Wir hatten einen sogenannten Billigflug bei Ryan Air gebucht, aber ich
glaube nicht, dass ich mit dieser Gesellschaft noch einmal fliegen werde, so
ist u. a. eine telefonische Kontaktaufnahme nur über teuere Servicenummern
möglich und manchmal gibt es halt etwas zu klären.
Am frühen Sonntagmorgen fahren wir, Bernd, Marion, Simon, Wilfried und ich,
zum Flughafen Weeze am Niederrhein und, hätten wir keinen Navigator im Auto
gehabt, wäre die Anreise sicher nicht so problemlos gewesen. Im Airport
werden wir Zeuge, wie eine Frau aus den Niederlanden ihren Flug nach Rom,
der erst in 30 Minuten startet, nicht mehr erreicht, da sie einige Minuten
zu spät zum Einchecken kam.
Während des Wartens auf den Abflug können wir uns mit Kaffee aus dem
Automaten erfrischen, Bier wird nicht verkauft.
Der Flug dauert 1 ¾ Stunden und ab Frankreich haben wir eine gute Sicht und
erhaschen herrliche Ausblicke auf die schneebedeckten Berge der Pyrenäen.
Nach der Landung in Girona an der Costa Brava bringt uns ein Pendelbus in
rund 60 Minuten ins Zentrum von Barçelona. Mit dem Taxi geht es weiter zum
bereits vor Wochen gebuchten Hotel "Roma Reial", das ich von meinem ersten
Besuch der Stadt kenne. Es liegt an der Plaça Reial und somit in
unmittelbarer Nachbarschaft zu den Ramblas. Die Unterkunft ist preiswert,
sehr zentral, aber zu laut und wir werden die nächsten Nächte häufig gestört
werden.
Aber ab jetzt wird nur noch positiv berichtet. Nach kurzer Erfrischungspause
stürzen wir uns in die laue Abendluft, das Leben spielt sich, auch jetzt am
20. November, noch sehr viel draußen ab. Die kulinarische Seite von
Barçelona überzeugt uns und in den vielen Tapabars mangelt es nicht an guten
und interessanten Köstlichkeiten und an adäquaten Getränken, wobei wir
meistens mit vino tinto vorlieb nehmen.
Wir halten uns am ersten Abend in der Gegend um die Ramblas auf, gehen ein
Stück ins Barri Góthic hinein und verbringen einige Momente draußen auf der
Terrasse einer Bar am Hafen. Das letzte Getränk bestellen wir jeweils vor
dem Zubettgehen in einem der vielen Cafés unter den Arkaden an der
heimischen Plaça. Es ist schon toll, wir schreiben November und können bis
nach 2.oo Uhr morgens noch im Freien sitzen.
Am nächsten Morgen empfängt uns blauer Himmel und warmer Sonnenschein. Der
Tag steht mehr oder weniger im Zeichen von Gaudí. So fahren wir mit der
Metro zur Sagrada Familia und besichtigen dies wahrscheinlich bekannteste
Bauwerk des Künstlers. Viele Menschen drängen und warten vor dem Fahrstuhl,
um auf den Turm hinaufzufahren, darunter auch einige Besucher in grünweißem
Outfit.
Ein herrlicher Ausblick auf die Stadt belohnt die Geduld.
Dieser der Heiligen Familie gewidmete noch immer unvollendete Sühnetempel
ist wohl das Wahrzeichen Barçelonas, die Arbeiten wurden und werden
ausschließlich aus Spenden und Eintrittsgeldern finanziert. Gaudí hat an
dieser Kirche vier Jahrzehnte, bis zu seinem Tod, gearbeitet
Nach einer angemessenen Siesta setzen wir unsere Besichtigungstour fort und
gehen zum Hospital de Sant Pau, das wegen seiner Türmchen, Keramiken und
Mosaiken ein wahres Schmuckstück ist.
Das nächste Bauwerk, das wir ansteuern, ist das Casa Terrades, wegen seiner
Spitztürme, die Hexenhüten ähneln, auch Casa de las Punxes, Haus der
Spitzen, genannt.
Die nun folgenden beiden Gebäude sind aber wieder der Genialität Gaudís
zuzuschreiben: Das vielleicht berühmteste Haus von ihm, Casa Milà wird auch
als La Pedrera, der Steinbruch, bezeichnet. Es handelt sich um einen Bau aus
Naturstein ohne tragende Wände.
Casa Battló ist ein Kunstwerk mit einer mit Mosaiksteinchen verzierten
Fassade, interessanten Erkern und Balkons.
Zum Abschluss dieses an "Hausbesichtigungen" reichen Tages gehen wir noch
zum Pallau Güell in der Nähe unseres Hotels, aber es wird renoviert und ist
geschlossen. Stattdessen schlendern wir die Rambla entlang, erfreuen uns an
den Geschäften, Lokalen und Auslagen und beobachten die vielen Pantomimen
bei ihrer Arbeit. Bei ihnen scheint die Farbe grau derzeit sehr in Mode zu
sein. Jetzt sind es nur noch ein paar Schritte zur 60 m hohen und weithin
sichtbaren Kolumbus-Statue, die 1888 zur Weltausstellung errichtet wurde.
Auf unserer Plaça stehen schon vereinzelt Werderfans in größeren und
kleineren Gruppen, dieser Platz scheint sich zum Treffpunkt der Bremer zu
entwickeln. Spät in der Nacht, als wir draußen noch beim Skat sitzen, sind
die bekannten Anfeuerungsgesänge nicht mehr zu überhören, angeblich musste
wohl auch die Polizei gelegentlich eingreifen. Unser Stammlokal zieht es
vor, am Tag des Spiels gar nicht erst zu öffnen.
Mittlerweile ist unsere Gruppe noch um Carmen aus Mallorca erweitert worden.
Auf dem heutigen Plan steht ein Ausflug zum Parc Güell, der mit der U-Bahn
bequem erreichbar ist. Wir hatten uns für 12 Euro ein Dreitages-Ticket
gekauft und können damit den öffentlichen Nahverkehr problemlos nutzen.
Schilder an den Metrowänden weisen darauf hin, dass das Fahren ohne
Fahrschein mit 40 Euro und das Rauchen im Waggon mit 30, 50! ( 30 ½ ) Euro
geahndet wird.
Der von Gaudí entwickelte Park gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Er ist
sehr interessant und gefällt mir gut. Was gibt es nicht alles zu sehen:
Drachen, Grotten, Skulpturen und Säulen. Auch hat man von hier einen
phantastischen Ausblick auf die Stadt.
Eigentlich wollten wir noch auf den Tibidabo. Aber die Tram fährt im
November nicht mehr auf diese mit 500 m höchste Erhebung Barçelonas. So
machen wir einen kleinen Abstecher zum Triumphbogen.
Der Abend steht ganz im Zeichen des Fußballs, Plaça Reial scheint nur noch
den Werder-Anhängern zu gehören, wohin man auch blickt, überall sitzen und
stehen Fans und singen. Es herrscht eine Stimmung, die wirklich
ihresgleichen sucht.
Wir machen uns rechtzeitig auf den Weg und fahren mit der Metro zum Stadion
Camp Nou.
Und es ist ein wahres Erlebnis, einmal in dieser bekannten Sportarena zu
sitzen und ein Spiel zu verfolgen. Ich werde es nie vergessen.
Nach Spielschluss müssen wir noch gut 30 Minuten warten und werden dann zu
einer U-Bahn-Station gelotst, aber es ist zu spät und sie ist leider schon
geschlossen. So gehen wir zu Fuß bis zur nächsten Bar und halten später ein
Taxi an.
Am folgenden Tag ist es etwas bewölkt. Zusammen mit Bernd fahre ich auf den
Montjuїc und schaue mir die Festung an. Auch von hier ist die Aussicht
wunderschön, obwohl sich die Sonne immer noch nicht durchgesetzt hat.
Wir machen einen langen Spaziergang und auf dem Weg nach unten steigen wir
in eine Drahtseilbahn und fahren mit ihr über den Hafen zum Strand von La
Barçeloneta. Ein herrliches Panorama erschließt sich uns in der Gondel.
Der letzte Abend ist angebrochen. In einer der vielen Bars lassen wir die
Erlebnisse noch einmal an uns vorbeiziehen, stoßen um Mitternacht auf das
Wohl von Bernd an, der in seinen Geburtstag hinein feiert und sind uns
einig: Der Besuch von Barçelona hat sich gelohnt.
PS:
Werder hat das Spiel zwar nicht gewonnen, ist aber in der Champions-League
trotzdem eine Runde weitergekommen.
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