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Flandern-Antwerpen, Brügge, Gent Margarete Graf
Vista Point City Guide u. Plan Brügge Elisabeth Petersen
Stadtführer Brügge - Bob Warnier
am Stadtrand
Belfried
Rathaus
Für Unterkünfte empfehlen wir Hotelsuche Trivago
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Brügge
ein Wochenende in Flandern
Text und Fotos: Horst Wehrse
Der Winter ist vergangen und die Frühlingssonne motiviert
zum Ausfahren. An einem Freitag im April 1992 fahre ich mit Elisabeth in die
Hauptstadt Westflanderns. Organisiert hatten wir vorher nichts, aber es ist
auch kein Problem, ein vernünftiges Hotel zu einem akzeptablen Preis in der
Innenstadt zu finden. Die nächsten Nächte werden wir in einem Himmelbett
schlafen.
Brügge, rund 120.000 Einwohner, ist eine der schönsten Städte Belgiens, sie
hat ihr mittelalterliches Altstadtbild erhalten können und nennt
interessante Sehenswürdigkeiten ihr Eigen. Einige Kanäle und der Fluss Reye
fließen malerisch durch den Ort, durch einen Kanal besteht direkte
Verbindung mit Seebrügge und somit zur Nordsee.
Im 13. und 14. Jahrhundert konnte Brügge sich zu einem der bedeutendsten
Handelszentren Europas entwickeln, im 15. Jahrhundert erlebte die Stadt ihre
Blütezeit. In diesem Teil Belgiens wird flämisch gesprochen. Mir kommt es
entgegen, durch zwei Jahre Aufenthalt in den Niederlanden ist mir die
Sprache vertrauter als französisch.
Unser erster Spaziergang führt gleich zum Wahrzeichen der Stadt, dem
Belfried. Der 83 m hohe Turm im Zentrum am Marktplatz ist weithin sichtbar
und ein guter Orientierungspunkt.
Wir steigen die 366 Stufen hinauf und haben einen herrlichen Ausblick auf
die Umgebung.
Anschließend schreiten wir über den Burgplatz und kommen zum Rathaus mit der
wunderschönen Fassade. Daneben befindet sich die Basilika des Heiligen
Blutes mit der Basiliuskapelle unten und der Heiligblutkapelle oben.
Gegen Mittag steigen wir auf ein Boot und fahren einige Stunden auf den
Kanälen entlang durch die Stadt. Auch von hier bieten sich interessante
Aussichten auf Brügge und ihre Sehenswürdigkeiten. Immer wieder ergeben sich
neue Perspektiven und der Belfried ist meistens im Blickfeld.
Wieder an Land gönnen wir uns eine kurze Pause und kehren in ein Lokal ein.
Die Auswahl an Bier ist enorm, selten konnte ich als Gast unter so vielen
verschiedenen Sorten wählen.
Anschließend setzen wir unseren Stadtrundgang fort und gehen zunächst zur
Liebfrauenkirche (Onze-Lieve-Vrouwe-Kerk), dank ihres 122 m hohen Turmes ist
sie leicht zu finden. Im Innenraum befinden sich bedeutende Kunstwerke, so
wird u. a. eine Madonna aus weißem Marmor von Michelangelo ausgestellt.
Durch kleine malerische Gassen geht es weiter zum Weingartenplatz und dann
über einen Kanal zum Beginenhof. In diesem gestifteten Wohnhof leben heute
Benediktinerschwestern.
Auf dem Platz zwischen den kleinen weißen Häuschen stehen hohe Ulmen, unten
im Rasen blühen gelbe Osterglocken.
Eine kurze Zeit verweilen wir im Folkloremuseum, wo u. a. ein altes
Klassenzimmer mit Schiefertafeln und Rechenmaschine gezeigt wird.
Abends kehren wir wieder in ein gemütliches Restaurant ein und schlendern
anschließend
durch die Innenstadt. Viele markante Gebäude werden von Scheinwerfern
angestrahlt und spiegeln sich fotogen im Wasser der Kanäle, es ist ein
tolles Bild.
Die restlichen Stunden bemühen wir uns, in verschiedenen Biersalons
zumindest einen Teil des umfangreichen Sortiments an Gerstensaft
kennenzulernen.
Am nächsten Morgen verlassen wir Brügge und sind total begeistert von der
Stadt. Noch ein letzter Blick auf eine alte Windmühle am Ortsausgang und
schon geht es weiter.
In Seebrügge halten wir kurz an und machen einen kleinen Spaziergang an der
Nordsee.
Aber die Sonne hat sich versteckt, es ist trübe und verhangen und nach einer
halben Stunde steigen wir wieder ins Auto.
Den letzten Stopp legen wir in Gent ein. Auch diese Stadt hat ihren Belfried,
er ist 95 m hoch und liegt an der Tuchhalle. Nachdem wir uns das
Wasserschloss angesehen haben, geht es schnurstracks nach Hause.
Brügge lohnt sich, eine Wiederkehr ist wahrscheinlich.
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