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Thailand - Richard Doring,Renate u. Stefan Loose
Rainer Krack: Thailand-Handbuch
Glänzende Türme
Glänzende Türme
In Bangkok
Mönch
Blick vom Wat Arun
Warten auf Kundschaft
In der Schlangenfarm

Travel-Handbuch: Indonesien
Indonesien - Renate u. Stefan Loose,Werner Mlyneck
Indonesien - Roland Dusik
Einholen der Netze
Becak in Pangandaran
Beachbekanntschaft
Kellnerin in Pangandaran
Fangfrischer Fisch
Sonnenuntergang
Unterwegs bei Pangandaran
Bei der Feldarbeit
Prambanan
Auf Java
Linksverkehr
Auf Java
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Bangkok - Java - Bali
Eindrücke aus Thailand u. Indonesien
Text und Fotos: Horst Wehrse
Bremen-Amsterdam Cityhopper "Hannover" 50min.
Amsterdam-Bangkok Boeing 747 - 400 der China Airlines 10,5 Std.
Bangkok-Jakarta Airbus A 300 der Thai Airways Int. ca. 3 Std.
Bangkok-Singapur ca. 2 Std.
Singapur-Jakarta ca. 1 Std.
Bali-Bangkok Boeing 747 der Garuda Indonesia ca. 4,5 Std.
Bali-Jakarta ca. 1,5 Std.
Jakarta-Bangkok ca. 3 Std.
Bangkok-Amsterdam Boeing 747 - 400 der China Airlines 12,5 Std.
Amsterdam-Bremen Cityhopper "Stavanger" 1 Std.
In Amsterdam werden uns gleich nach dem Einsteigen heiße und feuchte Tücher
zum Händewaschen und ein Paar Pantoffeln gereicht. Wir schreiben den 15.
November 1992. Die Sicherheitsbelehrung erfolgt auch in der Gebärdensprache.
Neben mir sitzt ein Thailänder aus Bangkok. Er hat in Holland seinen Urlaub
verbracht und fliegt nach Hause zurück.
Bei China Airlines handelt es sich um eine Gesellschaft aus Taiwan, Taipeh
ist der Zielflughafen.
Bangkok
Auf dem Weg zum schon zu Hause gebuchten "Hotel Manhattan" werde ich gleich
mit dem chaotischen Verkehr der thailändischen Hauptstadt konfrontiert.
Jeder der 6 Mio. Einwohner scheint unterwegs zu sein.
Nach kurzer Pause beginnt dann meine individuelle Stadttour. Zunächst fahre
ich mit dem Bus in die Chinatown und halte mich dort eine ganze Weile auf.
Irgendwann habe ich mich wohl in dem Gewühl der vielen kleinen Straßen und
Gassen verirrt und weiß nicht mehr weiter. Zwei Thais, die Goldgeschäfte
überprüfen, nehmen mich ein Stück in ihrem Auto mit. Den Rest der Strecke
fahre ich mit einem Tuk-Tuk. Immer, wenn die Ampel auf grün wechselt, ist
nur noch ein gewaltiges Knattern dieser Fahrzeuge zu hören.
Am Wat Pho erklärt mir der Fahrer, dass die gesamte Anlage noch geschlossen
ist und erst in zwei Stunden öffnen wird. Er hätte da ein besonderes Angebot für
mich. Ich ignoriere seinen Einwand und natürlich hat er nicht die Wahrheit
gesagt, wohl eher ein zusätzliches Geschäft gewittert.
Vom "Tempel mit dem liegenden Buddha" bin ich fasziniert. Die fast 50 m
lange vergoldete Statue zieht die Zuschauerblicke magisch an. Es ist sehr
viel los, Hunderte von Besuchern bewundern die Sehenswürdigkeit.
Der Königspalast zieht mich genauso in seinen Bann. Von allen Seiten glänzt
das Gold, nicht nur drinnen, auch die Dächer glitzern derart, dass man
meint, in einer Märchenaufführung zu sein.
Im Wat Phra Keo befindet sich der Smaragd-Buddha, auch Jade-Buddha genannt.
Auch in diesem Tempel leuchtet es von allen Seiten.
Vor dem Eingang treffe ich Jürgen Gerking aus Nendorf. Wir hatten uns vor
Wochen verabredet, dennoch bin ich überrascht und natürlich auch erfreut,
dass es so gut geklappt hat und wir uns in diesem Menschengetümmel finden.
Zusammen fahren wir zum Wat Arun auf der anderen Seite des Chao Phraya River,
steigen hinauf und haben eine phantastische Aussicht auf die Stadt.
Jürgen hat ein preiswertes Zimmer in der Kao San Road, inmitten der
Traveller-Szene, für umgerechnet 4,- DM/Nacht. Wir fahren dort hin, trinken
einige Mekong-Whisky und verbringen den Abend zusammen. Später statte ich
dem Amüsierviertel Patpong noch einen Besuch ab.
Am nächsten Morgen verschlafe ich leider und verpasse den Bus zum Floating
Market.
Mein nächster Weg führt dann zum Erawan-Schrein und danach zu einer
Schlangenfarm. Bei der Fütterung vertilgt eines der Tiere sieben
Hühnerbeine. Es ist ganz interessant, so sehen wir, wie den Reptilien für
medizinische Zwecke das Gift ausgepresst wird, zum Schluss hängen sich die
meisten Besucher ein Exemplar für ein Erinnerungsfoto um den Hals.
Vor einem größeren Hotel wird ein künstlicher Weihnachtsbaum geschmückt. Bei
über 35 Grad im Schatten will sich bei mir noch keine Festtagsstimmung
einstellen. Polizisten tragen häufig einen Mundschutz.
Abends holt Jürgen mich aus dem Hotel ab und wir landen unbeabsichtigt in
einer Gay-Kneipe.
Der Taxifahrer, der mich zum Flughafen fährt, erzählt, dass thailändische
Arbeitnehmer in der Regel keinen Urlaub erhalten und ca. 5.000 Baht
verdienen, 1 DM entspricht etwa 16 Baht.
Nachdem ich im International Airport meine Ausreisetax entrichtet habe, kann
ich auch schon einchecken. Der Flug nach Jakarta ist sehr angenehm, der
Service im Flugzeug hervorragend. In Singapur haben wir etwa eine Stunde
Aufenthalt.
Java
Mit dem Bus fahre ich in die Innenstadt Richtung Gambir Bahnhof und suche
mir in der Jalan Jaksa, dem Zentrum der Rucksack-Reisenden, ein Zimmer im "Bloomsteen
Hostel", es kostet 12.000 Rupien. Viele preiswerte Losmen stehen hier zur
Auswahl. In den umliegenden Bars weisen Schilder darauf hin, dass die
Eiswürfel aus abgekochtem Wasser hergestellt wurden.
Der erste Eindruck der indonesischen Hauptstadt ist nicht überwältigend.
Einige Probleme habe ich beim Überqueren der Straßen, bei diesem
rücksichtslosen Verkehr muss man gut aufpassen und genau hinschauen. Ich
gehe zum Merdeka-Platz und besichtige das 132 m hohe Nationaldenkmal, eine
Besteigung ist heute leider nicht möglich.
In der Nähe liegen dann noch der Präsidentenpalast und die aus weißem Marmor
hergestellte Istiqlal Moschee, die größte Moschee Südostasiens.
Mit einem Sammeltaxi fahre ich zusammen mit vier weiteren Gästen nach
Bandung. Es dauert etwa vier Stunden und ist sehr interessant. So fahren wir
an riesigen Teeplantagen vorbei und können den Frauen aus der Ferne beim
Teepflücken zusehen. Außerdem werden in diesem Gebiet auch viele Bananen
geerntet. Bambus wird vielseitig verwendet, unterwegs sehe ich einige Häuser
im Rohbau, das Dachgerüst besteht aus Bambus. Und natürlich liegen auch
viele Reisfelder am Weg.
Bei starkem Regen verlasse ich das Auto und bin sofort nass bis auf die
Knochen. Glücklicherweise brauche ich nicht lange auf den Anschlussbus nach
Pangandaran zu warten. Die Weiterfahrt dauert noch einmal 6 ½ Stunden und
ist längst nicht so entspannend. Unser Fahrer riskiert rasante
Überholmanöver, die Straße ist schlecht, voller Schlaglöcher und
unbeleuchtet, Fußgänger, Radfahrer oder Tuk-Tuks ohne Licht sind erst im
letzten Moment erkennbar. Die Menschen hocken draußen vor ihren Häusern im
Schutz der Dunkelheit.
Ein Indonesier empfiehlt mir einige Hotels. Er hat neben seiner Frau noch
eine Freundin und ist deshalb sehr kundig. Ein anderer Mann kennt zu meiner
Freude auch den ruhmreichen SV Werder Bremen. Um 20.15 Uhr sind wir am Ziel,
die nächsten Nächte werde ich im "Pantai Sari" verbringen. Mit einem Becak,
einer Rikscha, fahre ich ins Zentrum zu meinem Hotel.
Pangandaran, ein kleines Fischerdorf an der Südküste Javas, ist eigentlich
der Zwischenstopp für Reisende von Jakarta nach Yogyakarta. Hier verbringe
ich einige gemütliche Tage, gerade nach der Hektik in Bangkok und Jakarta
finde ich es hier ausgesprochen angenehm und erholsam.
Vor dem Hotel stehen einige Tische und man kann das Straßenleben beobachten,
etwas trinken oder sich mit anderen Gästen unterhalten. Mein erstes
Nasi-Goreng während dieses Urlaubs esse ich hier, etliche weitere werden
noch folgen.
In der Nacht kämpfe ich mit Moskitos, zum Glück finde ich im Nachttisch noch
Reste einer Moskito-Coile. Nachdem ich sie provisorisch befestigt und
angezündet habe, falle ich doch noch in den Schlaf.
Am nächsten Tag bitte ich eine Frau im Hotel, mit dem Moskitospray nicht zu
sparsam umzugehen, vorsorglich kaufe ich aber auch noch eine Coile, die es
hier in vielen Geschäften gibt. Angeblich verursacht das Gift bei den
Menschen Kopfschmerzen, ich habe glücklicherweise keine Probleme damit.
Die Häuser in Pangandaran mit den schönen Bambusdächern gefallen mir, es ist
sehr geruhsam, wenig Autoverkehr, Menschen ohne Hektik. Die Verkaufs- oder
Gaststättenräume werden nachts auch als Schlafzimmer genutzt. Am
interessantesten finde ich es am Wasser, stundenlang beobachte ich die
Fischerfamilien beim Entladen des Fanges oder beim Einholen der Netze, es
wird überhaupt nicht langweilig.
Der Badestrand des Ortes, der White Beach, liegt etwas außerhalb und man muß
den Nationalpark passieren und Eintritt entrichten. Einige Affen stehen auf
dem Weg, sehen mich an, aber machen keinen Platz. Da ich überhaupt keine
Erfahrung mit diesen Tieren habe, warte ich lieber, bis weitere Leute
kommen.
Das Wasser ist herrlich und ich bleibe eine ganze Zeit im Meer. Später kommt
eine hübsche Indonesierin und bittet mich, sie zu fotografieren. Gerne komme
ich ihrem Wunsch nach. Später gesellen sich noch zwei Freundinnen zu uns.
Wir tauschen die Adressen aus und ich verspreche, allen ein Foto zu senden.
Ein Affe fummelt an meinem Rucksack herum und faucht gewaltig, als ich ihn
wegscheuche.
In einem Lokal erhole ich mich bei leckerer Kokusmilch und unterhalte mich
eine geraume Zeit mit der Kellnerin. Auch sie bittet um ein Foto und gibt
mir ihre Adresse.
Zurück im Losmen stelle ich mit Freude fest, dass mir ein Mandi ins
Badezimmer gestellt wurde. Darunter versteht man einen gefüllten
Wasserbehälter, mit einer Schöpfkelle gießt man dann das kühle Nass über den
Körper und fühlt sich anschließend wunderbar erfrischt.
Später lerne ich Susanne und Jürgen aus Augsburg und Sabine aus Regensburg
kennen. Wir gehen gemeinsam in ein Restaurant und lassen uns den leckeren
Lobster und einen Fruchtsalat schmecken. Susanne und Jürgen wollen insgesamt
fünf Monate durch Indonesien, Thailand und Neuseeland traveln, Sabine ist
schon acht Monate unterwegs.
Im weiteren Verlauf der Unterhaltung höre ich von Susanne, dass sie meinen
Arbeitgeber, die Creditreform, kennt. Sie war bei einem Kunden von uns
beschäftigt, in der Augsburger Filiale der Firma Bindan aus Stuhr bei
Bremen.
In einer Diskothek beenden wir den Abend. Es gefällt mir nicht so gut, die
Musik ist nicht nach meinem Geschmack und der Rauch der Zigaretten mit
Nelkenzusatz oder Nelkengeschmack hängt schwer in der Luft. Später kaufe ich
mir auch einmal Zigaretten dieser Sorte, sie schmecken mir aber nicht.
An einem der nächsten Tage schließe ich mich einer geführten Dschungeltour
an. Wir sind zu viert, Annett und Niels aus Holland, Kemal der Führer und
ich. Kemal ist ein fröhlicher Mensch, in allen Ländern der Erde hat er
Freundinnen.
Es geht ganz schön aufwärts und der Marsch in diesem schweren und
glitschigen Boden macht mir etwas zu schaffen, immer wieder rutschen wir
aus, nur Kemal in seinen Halbsandalen oder auch Badelatschen hat keine
Probleme. Er erklärt uns, dass "Reisfrau" die Übersetzung von Pangandaran
ist.
Die Tierwelt ist ganz interessant, so sehen wir außer vielen Affen noch ein
Stachelschwein in einer Höhle, Tukane, Fledermäuse, fliegende Hunde,
Schlangen und viele Geckos. Die berühmte und hier heimische fleischfressende
Pflanze kriegen wir leider nicht zu Gesicht. Um uns herum ein Gezirpe,
Geschrei und Gequake.
An einem Wasserfall entledigen wir uns der Kleidung und baden nackt oder in
Unterwäsche, es ist eine unbeschreiblich schöne Erfrischung. Wir können uns
sogar hinter dem Fall aufhalten. Leider rutsche ich einmal aus und verletze
mich etwas am Fuß.
Später kommen wir noch an die sogenannte Blaue Lagune und können auch hier
ein Bad nehmen, zwei deutsche Frauen sind bereits im Wasser und Kemal weiss
gar nicht, mit welcher er zuerst anbändeln soll.
Auf dem Rückweg müssen wir einige Male einen Fluss überqueren und wir hüpfen
dabei von Stein zu Stein. Zum Schluss dürfen wir noch Tarzan spielen und mit
einer Liane über eine Schlucht schweben, es macht riesigen Spaß. Kurz vor
Verlassen des Parks rutsche ich aus und falle mit dem Arm in ein
Stachelgewächs, Angelika aus Holland versorgt mich mit Jod.
Es ist Wochenende und in der Stadt ist wesentlich mehr los als an den Tagen
zuvor. Kemal meint, dass viele Frauen aus Bali sonnabends in den Diskotheken
von Pangandaran zu Gast sind. Zum Schluss erzählt er uns noch eine
Geschichte, ob sie wahr ist oder nicht, mag jeder für sich selbst
entscheiden:
"Ein Einheimischer auf Sumatra hat sich verletzt. Er wird von einer
Orang-Utan-Familie aufgenommen und verpflegt, später vernascht er die
Affenfrau."
Den berühmten Sonnenuntergang erlebe ich an diesem Tag nicht mehr, es fängt
heftig an zu regnen und völlig durchnässt erreiche ich das Hostel. Riesige
Wasserpfützen haben sich auf den Straßen und Wegen ausgebreitet. Später will
ich mir auf der anderen Straßenseite Zigaretten kaufen und weiß nicht so
recht, wie ich es anstellen soll. Ein einheimischer junger Mann hat das wohl
beobachtet, kommt zu mir her und bittet mich, auf sein Fahrrad zu steigen.
Er geht barfuß nebenher.
Am nächsten Tag miete ich ein Moped und erkunde die Umgebung. Immer wenn ich
anhalte, werde ich sofort von einer Schar Kinder umringt. Vorbei geht es an
schönen Bananenhainen und Kokusfarmen. Einmal streikt der Motor und ein Mann
erklärt mir, dass der Sprit alle ist, ich hatte den Vermieter anders
verstanden. Zum Glück befindet sich eine Tankstelle in der Nähe.
Im Hotel habe ich guten Kontakt zu einem Kellner. Er ist sehr interessiert
und stellt mir viele Fragen zu Deutschland und Europa. Er möchte seine
Englischkenntnisse verbessern und später in einer Bank arbeiten. Eines
Abends klagt er mir sein Leid und verrät mir, dass er im Monat nur
30.000-40.000 Rupien verdient, und das bei über 16 Stunden Arbeit täglich.
Ein DM hat zu dieser Zeit etwa den Wert von 1.260 Rupien.
Yogyakarta ist mein nächstes Ziel. Erst fahre ich mit dem Bus nach
Kalipucang, dann gut vier Stunden mit dem Schiff nach Cilacap. Es ist eine
herrliche Fahrt, auf dem Boot erkenne ich viele bekannte Gesichter. Einige
Mitreisende steigen von einem Boot aus zu uns, manchmal wird ein anderer
Kahn mitgeschleppt.
Mit einem Minibus geht es weiter, vorbei an riesigen Reisfeldern mit vielen
Menschen, Wasserbüffel werden zur Feldarbeit eingesetzt.
Zusammen mit Johan aus Holland, den ich im letzten Bus getroffen habe, gehe
ich zum Losmen "Gandhi". Endlich gibt es mal wieder ein Sitzklosett.
Wir machen einen Stadtbummel zusammen und unternehmen auch an den nächsten
Tagen viele Sachen gemeinsam. Hier ist wesentlich mehr los, viele Touristen
bevölkern die Straßen, häufig werden wir angesprochen. Im Hotel warnt man
uns vor Nepp und Dieben.
Der Besuch des Sultanpalasts, des Kraton, steht als nächstes auf dem
Programm. Yogya ist wohl das einzige relativ selbständige Sultanat
Indonesiens. Vor dem Eingang dann das übliche Spiel, ein Schlepper
signalisiert, dass noch geschlossen ist und er uns eine spezielle
Stadtführung zu einem Superpreis anbieten könnte. Aber natürlich hat er uns
nur aus reinem Geschäftsinteresse angeflunkert, der Kraton ist
selbstverständlich geöffnet.
Wir haben das Glück, zwei Gamelan-Orchester während der Führung zu sehen und
zu hören.
Der Palast wird vom 10. Sultan bewohnt. Er kommandiert noch ein riesiges
Personal, übt aber keine politische Macht mehr aus. Seine Kinder besuchen
öffentliche Schulen. Wir besichtigen ein Sänftenmuseum und sehen uns die
Bilder der Ahnengalerie an. Zum Schluss verweilen wir noch am Wasserschloss.
An einem Nachmittag fahren Johan und ich mit einem Bus zur etwa 16 km
entfernten Tempelanlage Prambanan, dem größten hinduistischen Heiligtum
Javas, bestehend aus acht Tempeln. Der größte ist dem Gott Shiva gewidmet.
Es finden noch Bau- oder Restaurierungsarbeiten statt, viele Steine oder
Quader liegen auf dem Gelände herum.
Abends besuchen wir eine Tanzvorstellung, begleitet von einem
Gamelan-Orchester. Die Aufführung gefällt mir, es sind allerdings nur
Touristen anwesend. Zum Schluss werden die Gäste aufgefordert, zusammen mit
den Akteuren zu tanzen. Es sieht dermaßen albern aus, dass wir sofort gehen.
Draußen wartet tatsächlich noch unser Becak-Fahrer und so haben wir keine
Probleme mit der Rückfahrt. Unterwegs treffen wir noch zwei Frauen aus
München, die wir auf der Fahrt nach Yogya kennengelernt haben, und trinken
ein paar Biere zusammen. Dicke Ratten huschen über die Straße und
verschwinden in der Dunkelheit.
Im Hotel ist ein junger Mann aus Bremen abgestiegen. Er wohnt in der
Holunderstraße, wo ich während des Studiums ebenfalls ein Zimmer hatte, wie
klein die Welt doch ist.
Borobudur, der größte buddhistische Tempelkomplex Südostasiens, steht heute
auf dem Programm. Leider ist es etwas diesig und regnerisch, dennoch ist die
Fahrt sehr interessant für mich. Wir fahren an schönen Reisterrassen vorbei,
sehen Wasserbüffel bei der Arbeit, Kretekbäume, Kaffee- und Teeplantagen.
Am Dieng-Plateau halten wir eine geraume Zeit, bei besserem Wetter hätte man
sicherlich viel mehr sehen und den Ausblick genießen können. Unser Fahrer
erzählt, dass Tony Marschall zwei Wochen vorher sein Gast gewesen sei. Eine
stillende Mutter fordert mich auf, sie gegen ein Trinkgeld zu fotografieren,
ich lehne aber ab.
Den nächsten Stopp legen wir bei einigen Thermalquellen ein und dann sind
wir auch schon am Ziel, Borobudur liegt knapp 40 km von Yogya entfernt.
Aber auch hier haben wir aus besagtem Grund keine klare Sicht, gerade auf
den Sonnenuntergang hatte ich mich besonders eingestellt und gefreut, extra
deswegen werden Busreisen angeboten.
Unter Federführung der UNESCO wurden über 1,3 Mio. Steine gereinigt und
katalogisiert und ca. 25 Mio. Steine verrückt.
Auf den Reliefs ist das Leben Buddhas nachgestellt. Unser Führer erklärt uns
die vier Meditationsphasen, oben ist das Nirvana erreicht.
Borobudur soll ein Begriff aus der Sanskritsprache sein, "Boro" bedeutet
"heiliges Gebäude", "Bodur" wird als "hoher Platz" übersetzt.
Der Begleiter erklärt uns, dass auch Hunde in Indonesien verzehrt werden.
Am nächsten Tag im Bus zum Mt. Bromo kann ich noch einmal die
Prambanan-Anlage bewundern. Wir sind fast nur deutsche Touristen. Unterwegs
sehen wir einige Menschen im Fluss baden, andere waschen ihre Wäsche.
Die "Bromo Home Stay" erreichen wir abends während eines wunderschönen
Sonnenuntergangs über den Bergen. Einige andere Losmen hätten auch zur
Verfügung gestanden. In unserer Unterkunft herrscht gerade Stromausfall und
wir werden bei Kerzenschein begrüßt.
Ich unterhalte mich längere Zeit mit Peter aus England. Er war eine Weile in
Japan und hat dort beim Theater gearbeitet. In dieser Zeit hat er das Land
viel und häufig bereist, oft aus Geldgründen per Anhalter. Er brauchte nie
länger als fünf Minuten zu warten und wurde, wenn eine Pause eingelegt
werden musste, sogar zum Essen eingeladen. Ein japanischer Geschäftsmann hat
ihm sogar eine Zugfahrkarte gekauft und 100 US Dollar geschenkt.
Um 3.oo Uhr werden wir geweckt, Punkt ½ 4 fahren wir mit dem Jeep zum
Vulkan, es ist noch total dunkel. Der Bromo ist noch aktiv, seine Flamme
weithin sichtbar. Es geht ganz schön bergauf, Einheimische mit Pferden
kommen uns entgegen, zum Gipfel hin werden die Preise immer moderater.
Der Sonnenaufgang wird im Reiseführer als besonders eindrucksvoll, als
einmaliges Erlebnis beschrieben, aber, wie auch an den Tagen zuvor, hat uns
das Wetter einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich bin aber
nicht enttäuscht, der Vulkan ist auch ohne Sonne interessant genug für einen
Abstecher.
Mit dem Bus geht es dann in vier Stunden zum Fähranleger nach Bali, die
Überfahrt dauert 30 Minuten.
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