|
[ Reiseberichte ]
[
nächste Seite ]

England - Ralf Nestmeyer
Polyglott Reiseführer - England
Geo Special - England + Wales
Schottland - Susanne Tschirner
Town Hall in Manchester
Kathedrale in Manchester
auf der Burg
|
 |
Manchester - Edinburg
ins Trainingslager auf die Insel
Text und Fotos: Horst Wehrse
Manchester
Der diesjährige Kurztrip ins Skat-Trainingslager geht nach Manchester. Harms
und Wilfried fliegen vorab, Heiner und ich folgen einen Tag später, wir
schreiben November 1999.
Den Flug haben wir bei der mittlerweile nicht mehr existierenden belgischen
Linie Sabena gebucht, der Service hat mir nicht besonders gefallen. In
Bremen geht es los und nach einem Zwischenstopp in Brüssel erreichen wir
gegen 20.oo unseren Zielort.
Harms und Wilfried warten im Hotel "Bishopsgate" auf uns, wir checken
ebenfalls ein und stürzen uns dann ins Nachtleben. Den Abend verbringen wir
mehr oder weniger in verschiedenen Pubs in Chinatown.
Nach dem Frühstück fahren wir auf gut Glück nach Old Trafford, ManU spielt
heute gegen Leicester. Offizielle Karten sind nicht mehr erhältlich. Wir
kommen mit einem älteren Herrn ins Gespräch und er vermittelt uns nach und
nach die begehrten Tickets zu einem fairen Preis.
Und es ist ein Erlebnis, einmal an dieser ehrwürdigen Sportstätte ein
Fußballspiel live anzuschauen und dabei zu sein. Manchester gewinnt 2 : 0.
Anschließend streifen wir durch die gewaltige Fanshop-Halle und bleiben dann
einige Stunden in einer der üblichen Fußballkneipen mit Fernsehern und
Monitoren an den Wänden. Das Bier läuft in Strömen und die Stimmung ist
riesig.
Abends streifen wir wieder durch mehrere Pubs. Es ist viel Betrieb auf den
Straßen und mir gefällt es. Junge Menschen in großen Gruppen verteilen sich
auf die umliegenden Lokale.
Manchester ist schon weihnachtlich geschmückt. Ein überdimensionaler
Weihnachtsmann winkt vom Dach der Town Hall, einem sehr schönen Bauwerk aus
dem 19. Jahrhundert.
Durch ein chinesisches Tor hindurch gelangt man nach Chinatown, hier findet
man eine Reihe der üblichen Restaurants und Geschäfte.
Zu unserem Besichtigungsprogramm gehört dann noch die Kathedrale und die
Royal Exchange, die Baumwollbörse, schließlich war Manchester durch die
Herstellung von Baumwollerzeugnissen einmal Weltindustriestadt. Die
Einwohnerzahl beläuft sich derzeit auf etwa 425.000.
Am Sonntag besuchen wir das Museum of Science and Technology und nebenan die
Air and Space Gallery. Es ist sehr interessant, so kann man im ersten Museum
Dampfmaschinen und alte Industriegeräte besichtigen, im anderen Exponate der
Luft- und Raumfahrt.
Am letzten Morgen, nach einem ausgiebigen englischen Frühstück, setzen wir
uns in einen Pub und spielen Skat nach Herzenslust. Es kommt uns sehr
entgegen, dass man bei einer Whiskysorte zwei Gläser für den Preis von einem
erhält.
Dann heißt es Abschied nehmen, meine Freunde müssen zum Flughafen, ich
bleibe noch einen Tag.
Edinburg
Zwei Jahre später, im November 2001, fliegen wir wieder auf die britische
Insel. Diesmal geht es über Amsterdam, wo wir während des Wartens auf den
Anschlussflug schon mal die Karten mischen. Wir sind zu fünft, das heißt
Harms, Kasim, Simon und ich fliegen donnerstags, Heiner kommt am
Freitagabend nach. Die Unterkunft haben wir schon vorher in Deutschland
gebucht.
Das Wetter ist nicht besonders, trübe und verhangen erwacht der Tag, einige
Male regnet es etwas. Trotzdem beginnen wir die Stadtbesichtigung zu Fuß,
denn bei den kurzen Wegen lohnt es nicht, einen Bus oder ein Taxi zu nehmen.
Wir halten uns überwiegend in der mittelalterlich wirkenden Altstadt auf.
Edinburg hat etwa 450.000 Einwohner und ist das wirtschaftliche und
kulturelle Zentrum Schottlands.
Das Edinburgh Castle ist unser erster Besichtigungspunkt. Diese berühmteste
der schottischen Burgen ist von vielen Stellen in der Stadt weithin
sichtbar. Von oben hat man eine gute Aussicht auf das Umland. Wir halten uns
eine ganze Weile hier auf, lehnen uns an die dicken Wände, besichtigen die
Kanone Mons Meg, die prächtige Laich Hall, Margret´s Chapel und bewundern
die im Inneren ausgestellten Kronjuwelen und den Stein des Schicksals.
Nach einer ausgiebigen Trainingspause marschieren wir die Royal Mile weiter
entlang zur St. Giles Cathedral. Bedeutende Persönlichkeiten wurden hier
begraben. Auch sehen wir das imposante Gebäude der Bank of Scotland und das
Parlament.
Am Ende der Hauptstraße befindet sich das Holyrood Palace, wo Königin
Elisabeth II. bei ihren Edinburg-Besuchen residiert. Der barocke Palast ist
eng mit der stürmischen Vergangenheit Schottlands verknüpft. Er war Heimat
von Königin Maria Stuart, ihr Sekretär wurde hier mit 57 Dolchstichen
durchbohrt.
Die Stadt ist reich an gemütlichen Pubs und wir haben keine Probleme, zu
unserem Recht zu kommen. Einige Abende verbringen wir in einem urigen Lokal
am Fuße des Castlehill. Das Bier ist recht dünn und wir genehmigen uns noch
dann und wann einen Whisky dazu. Nachts auf dem Weg ins Hotel zurück legen
wir noch eine kurze Pause ein und versorgen uns mit Fish ´n Chips.
Eigentlich möchten wir auch einen Tag direkt an die Nordsee, der Ort North
Berwick wäre eine Alternative. Wir gehen zum Hauptbahnhof, ich möchte noch
auf der anderen Straßenseite ein Foto von der Burg machen und winke meinen
Mitreisenden zu, einfach weiterzugehen. Aber ich hole sie nicht mehr ein und
fahre deshalb allein mit dem Zug los. Abends höre ich, dass sie nicht
weitergelaufen sind, sondern auf mich gewartet und mich später gesucht
haben.
Entsprechend frostig ist unser Wiedersehen.
Dafür klappt es am nächsten Tag und wir verbringen einige schöne Stunden
gemeinsam an der frischen Luft. North Berwick ist ein kleinerer Ort am Firth
of Forth mit Hafen, einigen Golfplätzen, einem langen Strand, aber auch
einer steinigen Küste. Mit professionellen Fernrohren kann man Vögel auf den
vorgelagerten Inseln beobachten. An der Hauptstraße liegt ein alter Friedhof
mit einer trutzigen Kirche.
Gegen Abend kehren wir in einen rustikalen Pub ein und lassen den Tag auf
gebührende Weise ausklingen, schließlich sind wir im Trainingslager.
Morgen geht es zurück nach Hause.
|