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San Francisco - Margit Brinke, Peter Kränzle
HB-Atlas Special - Mittelamerika
Mexiko - Helmut Hermann
Guatemala - Barbara Honner
Hafen von San Francisco
Golden Gate Bridge
Cable Car
Seelöwen am Pier 39
Moped Tuning Bei Mofa-Power gibts alles was das Herz begehrt
Palenque- Palast
Palenque-Tempel der Inschriften
Chichén-Itzá-Pyramide des Kukulkán
Chichén-Itzá-Säulengang
Chichén-Itzá-Palast der Krieger
Chichén-Itzá-Pyramide des Kukulkán
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Centro América
auf den Spuren der
Maya
oder auch Urlaub stufenweise
Text und Fotos: Horst Wehrse
Der Wunsch, die Welt der Maya in Zentralamerika zu
besuchen, ist schon einige Jahre alt. Beeindruckende Bilder, Erzählungen und
Tagebuchaufzeichnungen von Bekannten und Freunden haben meine Motivation,
diese Reise anzutreten, noch erhöht.
Am 17.10.2004 ist es so weit, ich fliege erst nach Frankfurt und von dort in
knapp 12 Stunden nach San Francisco.
San Francisco
Bei der Ausweiskontrolle wird von meinen beiden Zeigefingern ein Abdruck
genommen. Die Immigrationshalle ist riesig, an 45 Schaltern warten die
Ankommenden in langen Reihen auf den begehrten Stempel im Pass. Der
Zeitunterschied zu Deutschland beträgt neun Stunden.
Sandra, eine ehemalige Kollegin, holt mich vom Flughafen ab. Sie ist für ein
Jahr in Kalifornien und hat eine Au-Pair-Stelle bei einer Familie etwas
außerhalb der Stadt.
Wir fahren ins Zentrum und finden nach kurzer Suche ein Zimmer für mich im
"Hotel San Remo" in der Mason Street in Fisherman´s Wharf. Leider regnet es
und wir müssen die Pläne ändern, denn eigentlich war ein Picknick im Golden
Gate Park angesagt. So halten wir uns die längste Zeit des Abends in der
Nähe des Embarcadero auf und fahren mit dem Auto auf den Coit Tower. Trotz
des schmuddeligen Wetters ist die Aussicht vom 68 m hohen Turm wunderschön
und man gewinnt einen guten ersten Eindruck von der Stadt (ca. 775.000
Einwohner). Die Lichter der Bay Bridge leuchten herüber, auf der
gegenüberliegenden Seite ist die Golden Gate Bridge gut zu erkennen.
Das gastronomische Angebot um Pier 39 ist breit gefächert und ich halte mich
hier, nachdem ich mich von meiner Kollegin und ihren Gästen verabschiedet
habe, lange Zeit auf. Fischgerichte gibt es in allen Variationen, allerdings
haben es auch die Preise in sich. Den Rest des Abends lausche ich den
Klängen einer einheimischen Blues-Band.
Am nächsten Morgen ist es zwar nicht sonnig, aber immerhin trocken. Ich
frühstücke im Freien und mache mich dann zu Fuß auf den Weg zum Wahrzeichen
der Stadt, der Golden Gate Bridge. Gut fünf Kilometer Fußmarsch liegen vor
mir, immer entlang der San Francisco Bay, am Fort Mason Center und am
Exploratorium vorbei. Die Brücke ist knapp 3.000 m lang und permanent sind
einige Maler dabei, frische rote Rostfarbe aufzutragen. Auch Fußgänger
können die Brücke benutzen und ich gehe einmal hinüber bis zur anderen
Seite.
Nach einer kurzen Lunch-Pause, natürlich gibt es wieder frischen Fisch,
fahre ich mit der berühmten Cable Car bis ins Zentrum. Manchmal geht es ganz
schön steil hinauf bzw. hinunter. Einige Gäste haben noch auf dem Trittbrett
Platz gefunden.
Gegen Abend schließe ich mich einer Bay Cruise an und mache eine kleine
Rundfahrt. Vom Schiff hat man einen schönen Blick auf die Seelöwen, die vor
Pier 39 auf den Hafenpontons liegen und gehörigen Lärm machen. Wir fahren
unter der Golden Gate Bridge hindurch und wenden dann. In Höhe der berühmten
Insel Alcatraz halten wir längere Zeit und erfahren eine Menge über die
Geschichte des früheren Gefängnisses.
Einen guten Blick hat man von hier auf die 13 km lange und zweistöckige
Oakland Bay Bridge.
Jetzt ist es Zeit für einen Dämmerschoppen und ich kehre in einer der
zahlreichen Bars am Pier 39 ein. Beim Bezahlen bin ich allerdings gelinde
gesagt entsetzt, einen so hohen Betrag habe ich bei allem Wohlwollen nicht
erwartet. Ich reklamiere auch, aber der Keeper gibt mir nur ein Bierglas als
Geschenk (hat jeder Gast gekriegt), was soll ich bitte schön als
Rucksackreisender damit anfangen? Habe es einfach auf dem Tisch stehen
lassen.
Vor dem Hardrock Café höre ich längere Zeit einem guten Saxofonisten zu, er
hätte mehr Publikum verdient gehabt. Im Café selbst meint man, in einer
anderen Epoche zu sein, so gehören zu den Ausstellungsexponaten an der Wand
eine Jacke von Jimmy Hendrix, eine Fender Mustang von Nirvana, andere
Gitarren von George Harrison und Santana.
Den Rest des Abends verbringe ich in einer Bar mit Budweiser und bei guter
Livemusik.
Das Shuttletaxi zum Flughafen kostet 12 $, es erscheint auch pünktlich, wird
aber per Funk immer noch zu weiteren Hotels gelenkt und kommt mit
halbstündiger Verspätung an. Sofort haste ich zum Schalter und eine
freundliche Dame nimmt sich meiner gleich an. Bei der Kontrolle muss ich
sogar meine Schuhe ausziehen.
Der Flug nach Mexico-City dauert vier Stunden, wieder dürfen wir die Uhr
umstellen, zwei Stunden Zeitunterschied. Während ich auf den Weiterflug
warte, tausche ich noch einige Travellerschecks und erhalte für einen
US-Dollar den Gegenwert von 11,02 mexikanischen Pesos.
Bis Villahermosa benötigen wir eine Stunde, es sind nur einige Gäste im
Airbus der Aviacsa, einer mexikanischen Fluggesellschaft. Auch mein Rucksack
ist trotz der Zeitturbulenzen nicht auf der Strecke geblieben.
Villahermosa
Mit dem Taxi fahre ich in die Stadt und checke im "Hotel Miraflores" ein.
Obwohl schon nach 22.oo h, kann man es vor Hitze kaum aushalten,
glücklicherweise hat mein Zimmer Aircondition.
Noch ein kurzer Spaziergang um den Block und dann in die Hotelbar. Trinke
einige Flaschen Corona und Sol, die ja mittlerweile auch in Deutschland
populär sind. Eine ziemlich laute Salsaband spielt zum Tanz. Auf einer
großen Videowand werden aktuelle Sportausschnitte gezeigt, auch von Spielen
der europäischen Champions League.
An der Rezeption informiere ich mich über Transportmöglichkeiten nach
Palenque. Die organisierten Trips sind mir aber zu teuer und so fahre ich
mit einem öffentlichen Bus.
Etwa 2,5 Stunden sind wir unterwegs, mit einem Taxi geht es zu den Ruinen.
Am Parkeingang wird Eintrittsgeld verlangt.
Man schätzt, dass etwa 500 Gebäude existierten, rund 10 % davon wurden
bisher freigelegt. Der Palacio und der Templo de las Inscriptiones gelten
als herausragendes Beispiel der Maya-Architektur.
Im Tempel der Inschriften wurde der bedeutendste Maya-Herrscher, Pascal der
Große, gestorben 683 n. Chr., beigesetzt. Seine Totenstätte wurde 1949 als
erstes Pyramidengrab der Maya-Kultur entdeckt.
Gegenüber im Zentrum der Anlage befindet sich der Palast mit dem Turm, der
früher als Observatorium diente. Beim Besteigen des Bauwerks gehe ich wohl
etwas zu forsch vor, jedenfalls wird mir auf halber Strecke schwindelig und
schwarz vor Augen. Ich steige dennoch ganz hinauf und verweile längere Zeit
im Schatten, trinke viel und ruhe mich aus. Aber in der Folgezeit wird mir
nicht viel besser, zwar besichtige ich die anderen Ruinen noch, darunter die
ebenfalls bekannte Grupo del Norte, aber mehr oder weniger lustlos und mit
Desinteresse, dabei dankbar für jeden Schatten, der sich mir bietet. Was war
geschehen? Vermutlich habe ich mich nicht richtig akklimatisiert, vielleicht
auch vorher zu wenig Flüssigkeit zu mir genommen, eine Kopfbedeckung hatte
ich jedenfalls immer auf.
Mit einem Colectivo fahre ich in den Ort und kurz darauf mit dem Bus zurück
nach Villahermosa. Dort im Busbahnhof wird gerade das Geld eines
Spielautomaten geleert, zwei Männer mit Gewehr im Anschlag beobachten den
Vorgang. Völlig verschwitzt und etwas desorientiert nehme ich ein Taxi ins
Hotel.
Eine Dame an der Rezeption ist mir bei der Beschaffung eines Flugtickets
nach Cancún behilflich, aber nicht sehr erfolgreich. Ihr wird am Telefon
immer wieder versichert, dass der Direktflug ausverkauft ist. Damit will ich
mich aber nicht zufrieden geben und fahre deshalb zum Büro der
Fluggesellschaften. Aber sowohl bei Aviacsa als auch bei Mexicana Aerocaribe
gibt es am nächsten Tag nur eine Möglichkeit mit Umstieg in Mexico-City.
Zähneknirschend füge ich mich dem Schicksal.
Auf der Rückfahrt kommen wir am sehr futuristisch wirkenden Rathaus, ganz in
weiß gehalten, vorbei. Der Fahrer fährt wie der Teufel, er ist verärgert,
weil er für sein Falschparken zur Kasse gebeten wurde. Viele VW-Käfer sind
als Droschke im Einsatz.
Die Innenstadt lebt, etliche Menschen drängen durch die Fußgängerzonen in
der Nähe meines Hotels, Schuhputzer bieten ihre Dienste an. In einem kühlen
Lokal erhole ich mich bei einigen Flaschen Corona. Später in der Hotelbar
werden wieder Ergebnisse der Champions-League gezeigt, dass Werder in
Anderlecht gewonnen hat, erfahre ich allerdings erst am nächsten Tag im
Internet.
Cancún
Am frühen Nachmittag landen wir. Im Flughafen wird mir das "Hotel Costa
Real" empfohlen und mit einem Shuttlebus fahre ich zu meiner nächsten
Bleibe. Es handelt sich um eine typische Ferien-Pauschalanlage für
Amerikaner, direkt am Meer mit kleinem eigenen Strand. Der Mitarbeiter an
der Rezeption guckt verwundert, als ich es ablehne, ein Erkennungsarmband
umzubinden. Das Zimmer ist okay, ein Safe ist vorhanden und ich nehme erst
mal ein schönes Bad in den Fluten der Karibik.
Das "Costa Real" liegt in der Zona Hotelera, einer schmalen Landzunge
zwischen Flughafen und Innenstadt, wo Hotels wie Perlen an der Schnur
aneinander gereiht sind.
Aber Cancún ist für mich weniger Badeort, sondern Ausgangspunkt für die
Fahrt nach Chichén Itzá, der wohl wichtigsten, bekanntesten und am meisten
erforschten Maya-Stätte Yucatáns, seit 1988 UNESCO Weltkulturerbe.
Die Busfahrt dauert ziemlich genau drei Stunden, in Valladolid halten wir
kurz an. Meist geht es geradeaus, zu beiden Seiten der Straße endlose
Wälder. Auf dem Parkplatz direkt am Eingang der Ruinen parken
schätzungsweise 40 Autobusse, der Eintritt kann in Euro entrichtet werden,
ich bezahle 10 USD.
Hier ist was los, Menschen über Menschen, Reisegruppen, Familien und
Alleinreisende. Führer bieten ihre Dienste an, ich ziehe es aber vor,
alleine weiterzugehen.
Die Stadt wurde im 5. Jahrhundert gegründet und erlebte ihre Blüte zwischen
dem 10. und 13. Jahrhundert, in dieser Zeit war sie wichtigste Stadt
Nordyucatáns. Sie geriet später in Vergessenheit. Die Ausgrabungen begannen
nach 1904.
Bedeutendstes Bauwerk und Wahrzeichen ist die Pyramide des Kukulkán, auch El
Castillo, das Schloss, genannt. Mitten auf einem großen Platz erhebt sich
dieses 24 m hohe Kunstwerk und zieht die Blicke der Besucher magisch an. Mit
seinen 365 Stufen repräsentiert es den Maya-Kalender und am 21. März sowie
am 21. September zur Tagundnachtgleiche kann man ein Schattenphänomen
beobachten. Man hat den Eindruck, so zumindest lese ich es in meinem
Reiseführer, eine Schlange krieche die Treppenstufen herab.
Trotz der schlechten Erfahrung in Palenque steige ich auf die Pyramide
hinauf und habe glücklicherweise auch keine Probleme. Die Aussicht ist
gewaltig, man hat einen weiten Blick auf die anderen Ruinen und auch auf die
endlose Waldlandschaft, die den Ort umschließt. Das Innere der Pyramide soll
um die Mittagszeit zur Besichtigung geöffnet sein, am Tage meines Besuchs
ist es jedoch nicht der Fall. Der Abstieg erweist sich als nicht so einfach,
einige Leute kriechen die Stufen hinunter und halten sich an einem Seil
fest. Es geht ganz schön steil hinab.
Viele Stunden halte ich mich auf dieser unsagbar interessanten Anlage auf
und sehe mir die anderen Tempel und Ruinen an, so den Ballspielplatz, wo man
die Steinringe, durch die ein Ball ohne ihn mit den Händen zu berühren,
durchgelenkt werden musste, noch gut erkennen kann. Angeblich, so zeigen es
Reliefs an den Seitenwänden, wurden die Verlierer früher geköpft.
Zum Besichtigungsprogramm gehört ferner u. a. der Tempel der Krieger mit der
großen Säulenhalle, der Heilige Cenote, die Kirche, das Observatorium und
das Haus der Nonnen.
Mit dem letzten Bus, der Parkplatz ist fast leer, fahre ich nach Cancún
zurück. Der Taxifahrer murrt, als ich seine Preisvorstellung für den
Transport ins Hotel nicht akzeptiere, lässt dann aber mit sich handeln. Am
nächsten Tag erzählt mir ein Hotelmitarbeiter, dass es vorgeschriebene
Preise bis zum Busbahnhof gibt, ich hatte weniger gezahlt.
Die restlichen Stunden verbringe ich, nach einem erfrischenden Bad im Meer,
an der Hotelbar. Jetzt, zum Wochenende, sind einige Gäste aus Mérida
abgestiegen und ich bin froh, auch einmal einheimische Gesprächspartner und
Mittrinker zu haben. Das abendliche Animationsprogramm interessiert mich
nicht. Kurz vor Mitternacht regnet es einige Minuten.
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