[ Reiseberichte ]

[ vorherige Seite ]

 

 

Nepal
Landkarte von StepMap
StepMap Nepal


Durbar-Square in Kathmandu
Durbar-Square in Kathmandu

Durbar-Square in Kathmandu
Durbar-Square in Kathmandu

Mt. Everest
Mt. Everest

Mt. Everest
Mt. Everest

Affentempel
Affentempel

Affentempel
Affentempel

Beim Affentempel
Beim Affentempel

Bei Pokhara
Bei Pokhara

In Ghachok
In Ghachok

In Ghachok
In Ghachok

Fishtail und Annapurna
Fishtail und Annapurna

Sänger am Wegesrand
Sänger am Wegesrand

Wilfried
Wilfried

Schwesterchen wiegt ihr Brüderchen
Schwesterchen wiegt ihr Brüderchen

Sadhu in Patan
Sadhu in Patan

Tempelschnitzereien
Tempelschnitzereien

Tempelschnitzereien
Tempelschnitzereien

Schlangenbeschwörer in Patan
Schlangenbeschwörer in Patan

Töpfer in Bhaktapur
Töpfer in Bhaktapur

Rheumatempel
Rheumatempel

Tempelfigur
Tempelfigur

Qutab Minar Komplex
Qutab Minar Komplex

Lotustempel
Lotustempel

Indien und Nepal

vom Ganges zum Himalaja

Text: Horst Wehrse, Fotos: Wilfried Sünkenberg

Kathmandu und Kathmandutal I

Das "Fuji Guest House" im zentralen Stadtteil Thamel ist unser nächstes Quartier (330 Rs.). Wilfried peilt die Lage, ich lasse erst mal eine Salbe auf meine Wade einwirken, sie stinkt heftig und verpestet unser Zimmer, ist aber recht wirkungsvoll und einige Tage später kann ich mich schon wieder ganz gut bewegen.


Im Vergleich zu den bisherigen Orten kommt mir Kathmandu sehr teuer vor. Die Stadt hat über 300.000 Einwohner.
Viele Touristen schlendern durch die Altstadt. Sadhus, hinduistische Wandermönche, verweilen hier.
Das historische Zentrum konzentriert sich um den Durbar-Platz und den Königspalast. Man meint, in einem Museum zu sein und mag den Blick gar nicht abwenden. Von der Shiva-Pagode hat man einen guten Ausblick auf das allgemeine Treiben. Viele Tempel zeugen von der Kunst früherer Baumeister, sie einzeln aufzuzählen überlasse ich lieber den Reiseführern. Beeindruckt hat mich der alte Königspalast, der Hanuman Dhoka, der vom König allerdings nicht mehr bewohnt ist.
Ein Erdbeben im Jahr 1934 hat großen Schaden angerichtet.

Der Besuch des Kumari Bahal gehört sicherlich mit zu den Höhepunkten. Manchmal zeigt sich die Kumari, die lebende Göttin, den Besuchern. Wir hatten auch das Glück, sie zu sehen. Im Alter von vier bis fünf Jahren wird ein kleines Mädchen durch ein kompliziertes Auswahlsystem zur Göttin bestimmt, sie verliert ihre Gottesgleichheit mit der ersten Monatsblutung.

Die Gastronomie hat sich ganz auf den internationalen Tourismus eingestellt, im Angebot sind alle bekannten deutschen Speisen und Kuchen, österreichische Wurst und italienische Pasta. Wir bemühen uns redlich, nur Lokale aufzusuchen, in denen einheimische Gerichte aufgetischt werden und ernähren uns überwiegend vegetarisch. Einmal essen wir in einem tibetischen Restaurant. Immer, wenn sich ein kleines Hungergefühl einstellt, denke ich an unser Abschiedsfrühstück in Bremen zurück.
Unterwegs werden wir häufig auf Geldtausch angesprochen, auch Hasch und stärkeres Rauschgift wird uns auf der Straße angeboten.

Die Nächte sind relativ kalt, gut, dass wir unseren Schlafsack dabei haben. Wir gehen zeitig zu Bett, denn die Kneipenszene endet gegen 23.oo Uhr. In den nächsten Nächten werden wir durch lautes Hundegebell gestört.

Einen Vormittag nehmen wir an einem Flug zu den Himalaja-Riesen teil. Er kostet 99 USD und ist wirklich jeden Cent wert. Berge, deren Namen man bisher nur aus dem Geografie-Unterricht oder aus Büchern kennt, liegen vor uns, an den höchsten Gipfeln der Welt fliegen wir vorbei. Der mit 8848 m höchste Berg der Welt, der Mt Everest, ist immer gut zu erkennen, denn eine kleine Wolke streift seinen Gipfel. Es ist einfach phantastisch, das Panorama überwältigend.
Die Stewardess bittet uns ins Cockpit und hier haben wir eine noch prächtigere Sicht auf den Lhotse und die anderen Sieben- und Achttausender.

Nachmittags begeben wir uns zum Swayambhunath-Stupa, dem Affentempel. Er liegt auf einem 1400 m hohen Hügel an der Stadtgrenze und ist von vielen Stellen im Zentrum gut zu erkennen.
Der Stupa gehört zu den schönsten Baudenkmälern Nepals. Man geht 365 Stufen hinauf, viele Bettler, aber auch Affen, sitzen neben dem Aufgang. Von hier oben hat man eine herrliche Sicht auf das Kathmandutal. Es ist relativ viel los, Gebetsfahnen und -trommeln stehen den Gläubigen zur Verfügung, Affen halten sich in den Opfernischen auf.

Mit dem Taxi fahren wir an einem Tag zum etwa acht km entfernten Stupa von Bodnath, der, nach dem Affentempel, zur bedeutendsten Stupa-Anlage des Landes gehört.
Mönche und Pilger mit einer kleinen Gebetsmühle in der Hand gehen um das Bauwerk herum. Ein Ring von Bauten und Wegen symbolisiert den Kreislauf der Wiedergeburten.

Zu Fuß machen wir uns auf den Rückweg und besuchen die Tempelanlage von Pashupatinath, der heiligsten hinduistischen Stätte in Nepal.
In den Nebengebäuden liegen viele alte Menschen, sind sie zum Sterben hergekommen?

Am Ufer des Bagmati befinden sich Verbrennungsplätze. Während unseres Besuchs werden zwei Leichen verbrannt, zwei weitere liegen bereit.
Der Bagmati fließt in den Ganges und gilt ebenfalls als heilbringend.

Der Travellerbus nach Pokhara, unserem nächsten Ziel, ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Es ist sehr eng, nach langen sieben Stunden sind die 180 km geschafft.

Pokhara

Am Busbahnhof warten etliche Guides und Taxifahrer auf uns, einer bietet uns eine Fahrt für 10 Rs. an, schlägt einige Hotels vor und verlangt am Ziel einen höheren Betrag. Wir streiten etwas und später bereue ich, nicht souverän den geforderten Betrag bezahlt zu haben.

Die nächsten Nächte werden wir im "Traveller Guest House" verbringen, ein Zimmer mit Bad und Balkon kostet 300 Rs.

Die Stadt ist relativ ruhig, es befinden sich nur einige Touristen vor Ort. Wir machen einen schönen Spaziergang und genießen das Bergpanorama des Macchapuchhare, 6997 m (auf deutsch Fischschwanz), des Dhaulagiri, 8172 m, und des Annapurna I mit 8091 m.
Sie reflektieren die letzten Strahlen der Abendsonne und vermitteln eine ganz eigentümliche ergreifende Stimmung.
Abends treffen wir einen Engländer wieder, der mit uns zusammen die Elefantensafari im Chitwan-Nationalpark unternommen hatte.
Ein herrlicher Sternenhimmel spiegelt sich im See, die Stadt gefällt mir.

Wir erkundigen uns nach Trekkings und organisierten Wanderungen, eine Dreitagestour mit Führer soll 50 USD/Person kosten.

Auf eigene Faust besteigen wir den 1590 m hohen Sarangkot und haben einen Höhenunterschied von etwa 700 m, teils sehr steil, zu überwinden. Ich habe ganz schöne Probleme, nicht nur wegen der verletzten Wade. Wilfried schreitet munter voran. Ein einheimischer Junge kommt mir entgegen und läuft dann wieder hinauf, ich kann es nicht fassen, woher nimmt er nur die Kondition?
Später hören wir von zwei deutschen Frauen, dass es einen wesentlich bequemeren Weg gibt.

Bei herrlichem Wetter beginnen wir am nächsten Tag eine Wanderung um den See. Um den körperlichen Anforderungen gerecht zu werden, stärken wir uns vorher mit einem wundervoll schmeckenden Fruchtsaft. Leider fragen wir vorher nicht nach dem Preis, in Deutschland hätten wir vermutlich nicht mehr dafür bezahlt.
Wir begegnen vielen Menschen, kommen durch kleine Ortschaften hindurch, einmal werden die durch unsere Anwesenheit aufgedrehten Kinder einer Schule von ihrem Lehrer gemaßregelt.

Es geht am Fluss entlang, an Reisfeldern vorbei, junge Frauen sammeln am Berghang Laub und Feuerholz. Irgendwann stellen wir fest, dass es so nicht weitergeht, wir halten ein Boot an und feilschen mit dem Lenker, dass er uns auf die andere Seite transportiert.
Aber auch hier liegt noch ein umständlicher Weg vor uns, voll ausgelaugt treffen wir nach langer Zeit auf eine Hotelanlage und lassen uns mit einer Floßfähre ans rettende Ufer bringen.
Abends sehen wir Einheimischen beim Karambole-Spiel zu, man kann es mit Pool-Billard vergleichen, es wird aber mit Scheiben, nicht mit Kugeln, gespielt.

Ein Taxi bringt uns am nächsten Morgen einige Kilometer aus der Stadt hinaus zum Ausgangspunkt unserer individuellen Trekking-Tour. Viele Menschen kommen uns entgegen.
Einen breiten Fluss überqueren wir über eine lange Hängebrücke. Während einer Frühstückspause bietet sich der Wirt als Führer und Träger an, wir wollen aber allein weiter.

Leider geht es meistens bergauf. Wir marschieren durch schöne Landschaften, immer den Fishtail oder das Annapurna-Massiv im Blick. Entgegenkommende Menschen begrüßen uns mit "Namaste". Sie haben große Kiepen geschultert, denn alle Waren werden zu Fuß in die umliegenden Bergdörfer geschafft.

Endlich erreichen wir Ghachok. An einem Haus steht "Welcome", wir treten ein und fragen nach einer Unterkunft. Sofort sind wir von einer Horde Kinder umringt. Die Verständigung klappt nicht besonders, obwohl ich einen Sprachführer bzw. ein Phrasebook dabei habe.
Im Gegenteil, die Kinder fangen an zu lachen, als ich meine Fragen vorlese, auch Wilfried amüsiert sich köstlich.

Ein Mann führt uns zu einem Nebenhaus, legt zwei Decken auf einen Balkon und erklärt, dass es abends Reis und Gemüse gibt. Wir sind zufrieden.
Unser Vermieter betreibt einen kleinen Krämerladen. In Windeseile hat sich unsere Anwesenheit herumgesprochen, viele Menschen kommen vorbei, trinken einen Tee und wir haben das Gefühl, dass sie nur hergekommen sind, um uns zu sehen, wir kommen uns wie Exoten vor.


Den ganzen Nachmittag spielen wir mit den Kindern, fotografieren sie oder lassen sie durch den Sucher des Fotoapparates sehen. Es herrscht eine wunderschöne friedliche Stimmung.
Unser Herbergsvater hat vier Kinder, wir wundern uns, mit wie wenig Spielsachen sie auskommen und trotzdem zufrieden sind. Das Nesthäkchen hängt in einer Wiege unter der Decke und wird von der Großmutter oder der kleinen Schwester geschaukelt.
Zum Hausstand gehören ferner eine Kuh und eine Glucke mit kleinen Küken.

In der Abendsonne berauschen wir uns an dem leuchtenden Mt. Fishtail und dem Annapurna, es ist ein erhabenes Schauspiel.
Gegen 19.00 Uhr legen wir uns in unsere Schlafsäcke, die Sonne ist untergegangen und Strom gibt es nicht.

Bei Anbruch des Tages stehen wir auf, bezahlen unsere Rechnung, alles in allem sind 314 Rs. fällig, und machen uns auf den Heimweg. Unsere beiden Hausberge leuchten schon im ersten Sonnenlicht. Leider geht es nicht nur bergabwärts sondern auch hinauf und es ist, jedenfalls für mich, ganz schön mühsam. Gegen 13.00 Uhr erreichen wir erschöpft aber glücklich unser Hotel in Pokhara.
Mein Magen macht mir etwas zu schaffen und ich habe keinen großen Appetit.
Mit dem Bus fahren wir zurück nach Kathmandu und checken wieder in dem uns schon bekannten Gästehaus in Thamel ein.

Kathmandu und Kathmandutal II

Ein Schlangenbeschwörer mit vier Schlangen zeigt in unserer Gasse seine Kunststücke.
Wir unternehmen einen Ausflug nach Bhaktapur, einer früheren Königsresidenz, heute auch Bhadgaon genannt. Viele "students" umwerben uns und bieten sich als Guide an.

Auch auf dem hiesigen Durbar-Square befinden sich schöne historische Bauwerke.
Auf einem Töpfermarkt sehen wir den geschickten Handwerkern zu. Kinder verdienen sich ihr Geld in einer Teppichfabrik.


Nargakot liegt etwa 20 km von Kathmandu entfernt. Wir hatten gelesen, dass man von dort einen optimalen Ausblick auf die Himalaja-Bergkette hat. Auf dem Weg zum Bus kommt uns eine deutsche Frau, die wir in Pokhara getroffen haben, entgegen. Einmal müssen wir den Bus wechseln und in ein Fahrzeug steigen, das schon von einigen Menschen und vier Ziegenböcken belegt ist. Dann beginnt die zweistündige abenteuerliche Fahrt. Es ist partout kein Platz mehr frei, trotzdem steigen weitere Reisende hinzu, werden Mehlsäcke und andere Frachten in das Innere des Fahrzeugs geschoben, auch ein Öltank, der danach im Bus aufgetankt wird.

Vor mir steht ein angetrunkener Nepali mit unangenehmer Alkoholfahne. Glücklicherweise endet auch diese Fahrt einmal, wir fliehen vor den üblichen Schleppern auf den Berg und haben dann das Panorama der Achttausender vor uns, leider ist es etwas diesig. Der Rückweg ist weniger beschwerlich.

An einem der nächsten Tage fahren wir mit dem Tuk-Tuk nach Patan, der ältesten Stadt im Kathmandutal und besichtigen auch dort das Zentrum und insbesondere den Durbar-Square, einige buddhistische Tempel, besonders den Kwa Bahal, den Goldenen Tempel, eine prächtige Klosteranlage. Patan gilt als die Stadt des Buddhismus.
Ein Schlangenbeschwörer wirbt um Aufmerksamkeit.
Mit dem Bus fahren wir zurück, mir fällt auf, dass drei Nepalesen auf einem Sitz genügend Platz haben wo wir Europäer zu zweit schon Platzprobleme bekommen.

Viele Tibeter leben in Nepal, der Sticker "Free Tibet" ist allgegenwärtig. Wir überlegen kurz, ob wir an einer organisierten Fahrt nach Lhasa teilnehmen, lassen den Gedanken dann aber aus Zeit- und anderen Gründen fallen.
Auf dem Markt kaufe ich einen kleinen Teppich aus Yak-Wolle.

Mit einer B 757 der Royal Nepal Airlines fliegen wir nach Delhi.

Delhi

Nach knapp 80 minütiger Flugzeit sind wir am Ausgangspunkt unserer Reise angekommen, das, gemessen an der Einwohnerzahl, zweitgrößte Land der Erde hat uns wieder.

Im Flughafen kaufen wir ein Ticket für die Fahrt in die Innenstadt. Einige Schalterbeamte schlafen, eine Frau, in der Hocke auf einem Tisch sitzend, bedient uns. Mit dem Bus fahren wir zum zentralen Connaught Place, überholen unterwegs einen Elefanten und eine Affenherde. Eine aus etwa 20 Personen bestehende Polizeipatrouille kommt uns auf Kamelen entgegen. Wir gehen weiter zum Sunny Guest House und checken wir für 225 Rs./Nacht ein.

Nachmittags spazieren wir zum India Gate. Das Denkmal wurde zu Ehren der im 1. Weltkrieg Gefallenen errichtet.

Zum Abendessen sind wir nach längerem Suchen im Wimpy gelandet, Wilfried muss sich, da gerade Kassenprüfung ist, einige Male neu anstellen. Hätten wir man in unserem Guest House gegessen, hier werden köstliche Speisen auf der Dachterrasse serviert.

Delhi hat gut 6 Mio. Einwohner. Um in der uns zur Verfügung stehenden Zeit einen halbwegs umfassenden Eindruck zu erhalten, schließen wir uns einer Stadtrundfahrt an.

Den ersten Stopp legen wir beim Birla- oder Lakshami-Narayan-Tempel ein. Das Gebäude ist noch relativ jung, es wurde 1938 gebaut. Zur Besichtigung müssen wir die Schuhe ausziehen, danach spreche ich nur noch vom Rheumatempel.

Auf breiten Straßen geht es weiter, an vielen Botschaften vorbei. Man erzählt uns, dass jedes Land außer Israel, Südafrika und Bolivien mit einer Botschaft in Delhi vertreten ist.

Der Qutub Minar Komplex, Teil der ersten historischen Stadt Delhi, ist unser nächstes Ziel. Das 73 m hohe Minarett darf nicht mehr bestiegen werden, da in der Vergangenheit zu viele Selbstmörder vom Turm gesprungen sind.

Beim nächsten Halt, Indian Cottage Industries mit Verkauf, verweigern wir den Eintritt. Interessanter ist da schon der Lotustempel, Baha´i House of Worship. Man nennt dieses innen sehr schlicht gehaltene Gebäude auch das Taj Mahal des 20. Jahrhunderts.

Auf dem Weg zum Indira Gandhi Memorial, Wohn- und Todesort der früheren Premierministerin, die Einschussstelle ist mit Blumen geschmückt, fahren wir am größten Krankenhaus Asiens vorbei. Eine Tafel zeigt die Bevölkerungszahl Indiens an. Während unserer sekundenlangen Vorbeifahrt ändert sich die Zahl einige Male. Indien hat zu diesem Zeitpunkt über 896 Mio. Einwohner.

In Old Delhi besichtigen wir das Rote Fort. Viele Bettler, darunter sehr viele Frauen mit Babies, bitten um eine milde Gabe. Es soll, so heißt es, organisierte Bettlerbrigaden geben.

Zum Schluss halten wir an den Verbrennungsstätten von Indira Gandhi und Nehru. Steine aus allen Regionen Indiens zieren den Platz, einige sollen 1000 Mio. Jahre alt sein.
Die Stätte von Mahatma Gandhi ist gesperrt, am nächsten Tag jährt sich wieder sein Todestag und die gesamte Anlage wird gesäubert.

Bei der Weiterfahrt wird unsere Fahrzeugtür immer durch einen Riegel gesichert.


Leider ist jede Reise einmal zu Ende, so auch diese. Während wir auf den Bus, der uns zum Flughafen bringen soll, warten, werden wir von vielen Bettlern angesprochen. Ein kleines Mädchen von drei Jahren krabbelt zwischen unseren Beinen hindurch, Wilfried malt ihr etwas auf einem Stück Papier, ich schenke ihr einen Kugelschreiber. Die Mutter steht dabei und lächelt, sie ist erst 15 Jahre alt und hat bereits zwei Kinder.
Passanten gehen vorbei und können gar nicht verstehen, dass wir uns als Mitglieder der höchsten Kaste mit diesen Menschen abgeben.

Im Flughafen ist eine Ausreisegebühr von 300 Rs. fällig. Wir haben noch etwas Zeit und trinken ein ganz penetrant schmeckendes Bier.

Der Rückflug verläuft normal, während der Bahnfahrt von Hamburg nach Bremen stürzen wir uns mit Heißhunger auf einen Vesperteller. Es muss nicht immer vegetarisch sein!
Marion und Regina begrüßen uns mit einer Flasche Sekt im Hauptbahnhof.


PS:
Wir hatten versäumt, die Adresse unseres Vermieters in Ghachok zu notieren. Monate später sende ich einige Fotoabzüge an die Schule des Ortes mit der Bitte, sie der Familie auszuhändigen. Leider kommt der Brief zurück.

 

[ vorherige Seite | Druckversion (PDF) ]


[ Home | Reiseberichte | Kontakt ]

This document maintained by horst.wehrse@t-online.de
Material Copyright © 2003,2004 Horst Wehrse

Powered by Syndicat