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Durbar-Square in Kathmandu
Durbar-Square in Kathmandu
Mt. Everest
Mt. Everest
Affentempel
Affentempel
Beim Affentempel
Bei Pokhara
In Ghachok
In Ghachok
Fishtail und Annapurna
Sänger am Wegesrand
Wilfried
Schwesterchen wiegt ihr Brüderchen
Sadhu in Patan
Tempelschnitzereien
Tempelschnitzereien
Schlangenbeschwörer in Patan
Töpfer in Bhaktapur
Rheumatempel
Tempelfigur
Qutab Minar Komplex
Lotustempel
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Indien und Nepal
vom Ganges zum Himalaja
Kathmandu und Kathmandutal I
Das "Fuji Guest House" im zentralen Stadtteil Thamel ist unser nächstes
Quartier (330 Rs.). Wilfried peilt die Lage, ich lasse erst mal eine Salbe
auf meine Wade einwirken, sie stinkt heftig und verpestet unser Zimmer, ist
aber recht wirkungsvoll und einige Tage später kann ich mich schon wieder
ganz gut bewegen.
Im Vergleich zu den bisherigen Orten kommt mir Kathmandu sehr teuer vor. Die
Stadt hat über 300.000 Einwohner.
Viele Touristen schlendern durch die Altstadt. Sadhus, hinduistische
Wandermönche, verweilen hier.
Das historische Zentrum konzentriert sich um den Durbar-Platz und den
Königspalast. Man meint, in einem Museum zu sein und mag den Blick gar nicht
abwenden. Von der Shiva-Pagode hat man einen guten Ausblick auf das
allgemeine Treiben. Viele Tempel zeugen von der Kunst früherer Baumeister,
sie einzeln aufzuzählen überlasse ich lieber den Reiseführern. Beeindruckt
hat mich der alte Königspalast, der Hanuman Dhoka, der vom König allerdings
nicht mehr bewohnt ist.
Ein Erdbeben im Jahr 1934 hat großen Schaden angerichtet.
Der Besuch des Kumari Bahal gehört sicherlich mit zu den Höhepunkten.
Manchmal zeigt sich die Kumari, die lebende Göttin, den Besuchern. Wir
hatten auch das Glück, sie zu sehen. Im Alter von vier bis fünf Jahren wird
ein kleines Mädchen durch ein kompliziertes Auswahlsystem zur Göttin
bestimmt, sie verliert ihre Gottesgleichheit mit der ersten Monatsblutung.
Die Gastronomie hat sich ganz auf den internationalen Tourismus eingestellt,
im Angebot sind alle bekannten deutschen Speisen und Kuchen, österreichische
Wurst und italienische Pasta. Wir bemühen uns redlich, nur Lokale
aufzusuchen, in denen einheimische Gerichte aufgetischt werden und ernähren
uns überwiegend vegetarisch. Einmal essen wir in einem tibetischen
Restaurant. Immer, wenn sich ein kleines Hungergefühl einstellt, denke ich
an unser Abschiedsfrühstück in Bremen zurück.
Unterwegs werden wir häufig auf Geldtausch angesprochen, auch Hasch und
stärkeres Rauschgift wird uns auf der Straße angeboten.
Die Nächte sind relativ kalt, gut, dass wir unseren Schlafsack dabei haben.
Wir gehen zeitig zu Bett, denn die Kneipenszene endet gegen 23.oo Uhr. In
den nächsten Nächten werden wir durch lautes Hundegebell gestört.
Einen Vormittag nehmen wir an einem Flug zu den Himalaja-Riesen teil. Er
kostet 99 USD und ist wirklich jeden Cent wert. Berge, deren Namen man
bisher nur aus dem Geografie-Unterricht oder aus Büchern kennt, liegen vor
uns, an den höchsten Gipfeln der Welt fliegen wir vorbei. Der mit 8848 m
höchste Berg der Welt, der Mt Everest, ist immer gut zu erkennen, denn eine
kleine Wolke streift seinen Gipfel. Es ist einfach phantastisch, das
Panorama überwältigend.
Die Stewardess bittet uns ins Cockpit und hier haben wir eine noch
prächtigere Sicht auf den Lhotse und die anderen Sieben- und Achttausender.
Nachmittags begeben wir uns zum Swayambhunath-Stupa, dem Affentempel. Er
liegt auf einem 1400 m hohen Hügel an der Stadtgrenze und ist von vielen
Stellen im Zentrum gut zu erkennen.
Der Stupa gehört zu den schönsten Baudenkmälern Nepals. Man geht 365 Stufen
hinauf, viele Bettler, aber auch Affen, sitzen neben dem Aufgang. Von hier
oben hat man eine herrliche Sicht auf das Kathmandutal. Es ist relativ viel
los, Gebetsfahnen und -trommeln stehen den Gläubigen zur Verfügung, Affen
halten sich in den Opfernischen auf.
Mit dem Taxi fahren wir an einem Tag zum etwa acht km entfernten Stupa von
Bodnath, der, nach dem Affentempel, zur bedeutendsten Stupa-Anlage des
Landes gehört.
Mönche und Pilger mit einer kleinen Gebetsmühle in der Hand gehen um das
Bauwerk herum. Ein Ring von Bauten und Wegen symbolisiert den Kreislauf der
Wiedergeburten.
Zu Fuß machen wir uns auf den Rückweg und besuchen die Tempelanlage von
Pashupatinath, der heiligsten hinduistischen Stätte in Nepal.
In den Nebengebäuden liegen viele alte Menschen, sind sie zum Sterben
hergekommen?
Am Ufer des Bagmati befinden sich Verbrennungsplätze. Während unseres
Besuchs werden zwei Leichen verbrannt, zwei weitere liegen bereit.
Der Bagmati fließt in den Ganges und gilt ebenfalls als heilbringend.
Der Travellerbus nach Pokhara, unserem nächsten Ziel, ist bis auf den
letzten Platz gefüllt. Es ist sehr eng, nach langen sieben Stunden sind die
180 km geschafft.
Pokhara
Am Busbahnhof warten etliche Guides und Taxifahrer auf uns, einer bietet uns
eine Fahrt für 10 Rs. an, schlägt einige Hotels vor und verlangt am Ziel
einen höheren Betrag. Wir streiten etwas und später bereue ich, nicht
souverän den geforderten Betrag bezahlt zu haben.
Die nächsten Nächte werden wir im "Traveller Guest House" verbringen, ein
Zimmer mit Bad und Balkon kostet 300 Rs.
Die Stadt ist relativ ruhig, es befinden sich nur einige Touristen vor Ort.
Wir machen einen schönen Spaziergang und genießen das Bergpanorama des
Macchapuchhare, 6997 m (auf deutsch Fischschwanz), des Dhaulagiri, 8172 m,
und des Annapurna I mit 8091 m.
Sie reflektieren die letzten Strahlen der Abendsonne und vermitteln eine
ganz eigentümliche ergreifende Stimmung.
Abends treffen wir einen Engländer wieder, der mit uns zusammen die
Elefantensafari im Chitwan-Nationalpark unternommen hatte.
Ein herrlicher Sternenhimmel spiegelt sich im See, die Stadt gefällt mir.
Wir erkundigen uns nach Trekkings und organisierten Wanderungen, eine
Dreitagestour mit Führer soll 50 USD/Person kosten.
Auf eigene Faust besteigen wir den 1590 m hohen Sarangkot und haben einen
Höhenunterschied von etwa 700 m, teils sehr steil, zu überwinden. Ich habe
ganz schöne Probleme, nicht nur wegen der verletzten Wade. Wilfried
schreitet munter voran. Ein einheimischer Junge kommt mir entgegen und läuft
dann wieder hinauf, ich kann es nicht fassen, woher nimmt er nur die
Kondition?
Später hören wir von zwei deutschen Frauen, dass es einen wesentlich
bequemeren Weg gibt.
Bei herrlichem Wetter beginnen wir am nächsten Tag eine Wanderung um den
See. Um den körperlichen Anforderungen gerecht zu werden, stärken wir uns
vorher mit einem wundervoll schmeckenden Fruchtsaft. Leider fragen wir
vorher nicht nach dem Preis, in Deutschland hätten wir vermutlich nicht mehr
dafür bezahlt.
Wir begegnen vielen Menschen, kommen durch kleine Ortschaften hindurch,
einmal werden die durch unsere Anwesenheit aufgedrehten Kinder einer Schule
von ihrem Lehrer gemaßregelt.
Es geht am Fluss entlang, an Reisfeldern vorbei, junge Frauen sammeln am
Berghang Laub und Feuerholz. Irgendwann stellen wir fest, dass es so nicht
weitergeht, wir halten ein Boot an und feilschen mit dem Lenker, dass er uns
auf die andere Seite transportiert.
Aber auch hier liegt noch ein umständlicher Weg vor uns, voll ausgelaugt
treffen wir nach langer Zeit auf eine Hotelanlage und lassen uns mit einer
Floßfähre ans rettende Ufer bringen.
Abends sehen wir Einheimischen beim Karambole-Spiel zu, man kann es mit
Pool-Billard vergleichen, es wird aber mit Scheiben, nicht mit Kugeln,
gespielt.
Ein Taxi bringt uns am nächsten Morgen einige Kilometer aus der Stadt hinaus
zum Ausgangspunkt unserer individuellen Trekking-Tour. Viele Menschen kommen
uns entgegen.
Einen breiten Fluss überqueren wir über eine lange Hängebrücke. Während
einer Frühstückspause bietet sich der Wirt als Führer und Träger an, wir
wollen aber allein weiter.
Leider geht es meistens bergauf. Wir marschieren durch schöne Landschaften,
immer den Fishtail oder das Annapurna-Massiv im Blick. Entgegenkommende
Menschen begrüßen uns mit "Namaste". Sie haben große Kiepen geschultert,
denn alle Waren werden zu Fuß in die umliegenden Bergdörfer geschafft.
Endlich erreichen wir Ghachok. An einem Haus steht "Welcome", wir treten ein
und fragen nach einer Unterkunft. Sofort sind wir von einer Horde Kinder
umringt. Die Verständigung klappt nicht besonders, obwohl ich einen
Sprachführer bzw. ein Phrasebook dabei habe.
Im Gegenteil, die Kinder fangen an zu lachen, als ich meine Fragen vorlese,
auch Wilfried amüsiert sich köstlich.
Ein Mann führt uns zu einem Nebenhaus, legt zwei Decken auf einen Balkon und
erklärt, dass es abends Reis und Gemüse gibt. Wir sind zufrieden.
Unser Vermieter betreibt einen kleinen Krämerladen. In Windeseile hat sich
unsere Anwesenheit herumgesprochen, viele Menschen kommen vorbei, trinken
einen Tee und wir haben das Gefühl, dass sie nur hergekommen sind, um uns zu
sehen, wir kommen uns wie Exoten vor.
Den ganzen Nachmittag spielen wir mit den Kindern, fotografieren sie oder
lassen sie durch den Sucher des Fotoapparates sehen. Es herrscht eine
wunderschöne friedliche Stimmung.
Unser Herbergsvater hat vier Kinder, wir wundern uns, mit wie wenig
Spielsachen sie auskommen und trotzdem zufrieden sind. Das Nesthäkchen hängt
in einer Wiege unter der Decke und wird von der Großmutter oder der kleinen
Schwester geschaukelt.
Zum Hausstand gehören ferner eine Kuh und eine Glucke mit kleinen Küken.
In der Abendsonne berauschen wir uns an dem leuchtenden Mt. Fishtail und dem
Annapurna, es ist ein erhabenes Schauspiel.
Gegen 19.00 Uhr legen wir uns in unsere Schlafsäcke, die Sonne ist
untergegangen und Strom gibt es nicht.
Bei Anbruch des Tages stehen wir auf, bezahlen unsere Rechnung, alles in
allem sind 314 Rs. fällig, und machen uns auf den Heimweg. Unsere beiden
Hausberge leuchten schon im ersten Sonnenlicht. Leider geht es nicht nur
bergabwärts sondern auch hinauf und es ist, jedenfalls für mich, ganz schön
mühsam. Gegen 13.00 Uhr erreichen wir erschöpft aber glücklich unser Hotel
in Pokhara.
Mein Magen macht mir etwas zu schaffen und ich habe keinen großen Appetit.
Mit dem Bus fahren wir zurück nach Kathmandu und checken wieder in dem uns
schon bekannten Gästehaus in Thamel ein.
Kathmandu und Kathmandutal II
Ein Schlangenbeschwörer mit vier Schlangen zeigt in unserer Gasse seine
Kunststücke.
Wir unternehmen einen Ausflug nach Bhaktapur, einer früheren Königsresidenz,
heute auch Bhadgaon genannt. Viele "students" umwerben uns und bieten sich
als Guide an.
Auch auf dem hiesigen Durbar-Square befinden sich schöne historische
Bauwerke.
Auf einem Töpfermarkt sehen wir den geschickten Handwerkern zu. Kinder
verdienen sich ihr Geld in einer Teppichfabrik.
Nargakot liegt etwa 20 km von Kathmandu entfernt. Wir hatten gelesen, dass
man von dort einen optimalen Ausblick auf die Himalaja-Bergkette hat. Auf
dem Weg zum Bus kommt uns eine deutsche Frau, die wir in Pokhara getroffen
haben, entgegen. Einmal müssen wir den Bus wechseln und in ein Fahrzeug
steigen, das schon von einigen Menschen und vier Ziegenböcken belegt ist.
Dann beginnt die zweistündige abenteuerliche Fahrt. Es ist partout kein
Platz mehr frei, trotzdem steigen weitere Reisende hinzu, werden Mehlsäcke
und andere Frachten in das Innere des Fahrzeugs geschoben, auch ein Öltank,
der danach im Bus aufgetankt wird.
Vor mir steht ein angetrunkener Nepali mit unangenehmer Alkoholfahne.
Glücklicherweise endet auch diese Fahrt einmal, wir fliehen vor den üblichen
Schleppern auf den Berg und haben dann das Panorama der Achttausender vor
uns, leider ist es etwas diesig. Der Rückweg ist weniger beschwerlich.
An einem der nächsten Tage fahren wir mit dem Tuk-Tuk nach Patan, der
ältesten Stadt im Kathmandutal und besichtigen auch dort das Zentrum und
insbesondere den Durbar-Square, einige buddhistische Tempel, besonders den
Kwa Bahal, den Goldenen Tempel, eine prächtige Klosteranlage. Patan gilt als
die Stadt des Buddhismus.
Ein Schlangenbeschwörer wirbt um Aufmerksamkeit.
Mit dem Bus fahren wir zurück, mir fällt auf, dass drei Nepalesen auf einem
Sitz genügend Platz haben wo wir Europäer zu zweit schon Platzprobleme
bekommen.
Viele Tibeter leben in Nepal, der Sticker "Free Tibet" ist allgegenwärtig.
Wir überlegen kurz, ob wir an einer organisierten Fahrt nach Lhasa
teilnehmen, lassen den Gedanken dann aber aus Zeit- und anderen Gründen
fallen.
Auf dem Markt kaufe ich einen kleinen Teppich aus Yak-Wolle.
Mit einer B 757 der Royal Nepal Airlines fliegen wir nach Delhi.
Delhi
Nach knapp 80 minütiger Flugzeit sind wir am Ausgangspunkt unserer Reise
angekommen, das, gemessen an der Einwohnerzahl, zweitgrößte Land der Erde
hat uns wieder.
Im Flughafen kaufen wir ein Ticket für die Fahrt in die Innenstadt. Einige
Schalterbeamte schlafen, eine Frau, in der Hocke auf einem Tisch sitzend,
bedient uns. Mit dem Bus fahren wir zum zentralen Connaught Place, überholen
unterwegs einen Elefanten und eine Affenherde. Eine aus etwa 20 Personen
bestehende Polizeipatrouille kommt uns auf Kamelen entgegen. Wir gehen
weiter zum Sunny Guest House und checken wir für 225 Rs./Nacht ein.
Nachmittags spazieren wir zum India Gate. Das Denkmal wurde zu Ehren der im
1. Weltkrieg Gefallenen errichtet.
Zum Abendessen sind wir nach längerem Suchen im Wimpy gelandet, Wilfried
muss sich, da gerade Kassenprüfung ist, einige Male neu anstellen. Hätten
wir man in unserem Guest House gegessen, hier werden köstliche Speisen auf
der Dachterrasse serviert.
Delhi hat gut 6 Mio. Einwohner. Um in der uns zur Verfügung stehenden Zeit
einen halbwegs umfassenden Eindruck zu erhalten, schließen wir uns einer
Stadtrundfahrt an.
Den ersten Stopp legen wir beim Birla- oder Lakshami-Narayan-Tempel ein. Das
Gebäude ist noch relativ jung, es wurde 1938 gebaut. Zur Besichtigung müssen
wir die Schuhe ausziehen, danach spreche ich nur noch vom Rheumatempel.
Auf breiten Straßen geht es weiter, an vielen Botschaften vorbei. Man
erzählt uns, dass jedes Land außer Israel, Südafrika und Bolivien mit einer
Botschaft in Delhi vertreten ist.
Der Qutub Minar Komplex, Teil der ersten historischen Stadt Delhi, ist unser
nächstes Ziel. Das 73 m hohe Minarett darf nicht mehr bestiegen werden, da
in der Vergangenheit zu viele Selbstmörder vom Turm gesprungen sind.
Beim nächsten Halt, Indian Cottage Industries mit Verkauf, verweigern wir
den Eintritt. Interessanter ist da schon der Lotustempel, Baha´i House of
Worship. Man nennt dieses innen sehr schlicht gehaltene Gebäude auch das Taj
Mahal des 20. Jahrhunderts.
Auf dem Weg zum Indira Gandhi Memorial, Wohn- und Todesort der früheren
Premierministerin, die Einschussstelle ist mit Blumen geschmückt, fahren wir
am größten Krankenhaus Asiens vorbei. Eine Tafel zeigt die Bevölkerungszahl
Indiens an. Während unserer sekundenlangen Vorbeifahrt ändert sich die Zahl
einige Male. Indien hat zu diesem Zeitpunkt über 896 Mio. Einwohner.
In Old Delhi besichtigen wir das Rote Fort. Viele Bettler, darunter sehr
viele Frauen mit Babies, bitten um eine milde Gabe. Es soll, so heißt es,
organisierte Bettlerbrigaden geben.
Zum Schluss halten wir an den Verbrennungsstätten von Indira Gandhi und
Nehru. Steine aus allen Regionen Indiens zieren den Platz, einige sollen
1000 Mio. Jahre alt sein.
Die Stätte von Mahatma Gandhi ist gesperrt, am nächsten Tag jährt sich
wieder sein Todestag und die gesamte Anlage wird gesäubert.
Bei der Weiterfahrt wird unsere Fahrzeugtür immer durch einen Riegel
gesichert.
Leider ist jede Reise einmal zu Ende, so auch diese. Während wir auf den
Bus, der uns zum Flughafen bringen soll, warten, werden wir von vielen
Bettlern angesprochen. Ein kleines Mädchen von drei Jahren krabbelt zwischen
unseren Beinen hindurch, Wilfried malt ihr etwas auf einem Stück Papier, ich
schenke ihr einen Kugelschreiber. Die Mutter steht dabei und lächelt, sie
ist erst 15 Jahre alt und hat bereits zwei Kinder.
Passanten gehen vorbei und können gar nicht verstehen, dass wir uns als
Mitglieder der höchsten Kaste mit diesen Menschen abgeben.
Im Flughafen ist eine Ausreisegebühr von 300 Rs. fällig. Wir haben noch
etwas Zeit und trinken ein ganz penetrant schmeckendes Bier.
Der Rückflug verläuft normal, während der Bahnfahrt von Hamburg nach Bremen
stürzen wir uns mit Heißhunger auf einen Vesperteller. Es muss nicht immer
vegetarisch sein!
Marion und Regina begrüßen uns mit einer Flasche Sekt im Hauptbahnhof.
PS:
Wir hatten versäumt, die Adresse unseres Vermieters in Ghachok zu notieren.
Monate später sende ich einige Fotoabzüge an die Schule des Ortes mit der
Bitte, sie der Familie auszuhändigen. Leider kommt der Brief zurück.
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