[ Reiseberichte ]

[ vorherige Seite ]

[ nächste Seite ]

 

 

Auckland
Auckland

Hafenbrücke in Auckland
Hafenbrücke in Auckland

Universität in Auckland
Universität in Auckland

Neuseeland 2
Landkarte von StepMap
StepMap Neuseeland 2


 

Campingplatz
"Campingplatz"

Bay of Islands
Bay of Islands

Bay of Islands
Bay of Islands

Gysirfontäne in Whaka
Geysirfontäne in Whaka

explodierender Gysir
explodierender Geysir

Neuseeland

am schönsten Ende der Welt

 

Neuseeland

Nach acht Stunden Flugzeit sind wir am Ziel. Ein herrlicher Sonnenaufgang begleitet die Landung in Auckland, der mit 900.000 Einwohnern größten Stadt des Landes.
Was haben wir nicht alles hinter uns, den Äquator überflogen, die Datumsgrenze passiert. Wir haben uns zur entsprechenden Würdigung einen Whisky genehmigt. Es ist schon phänomenal, wir landen dienstags um 7.oo Uhr Ortszeit in Neuseeland, auf Hawaii ist der Montag erst acht Stunden alt. Insgesamt liegen seit dem Start in Frankfurt 23 Stunden reine Flugzeit hinter uns.

Bevor wir aussteigen wird das Flugzeug innen mit einem Spray desinfiziert. Mit dem Hotelshuttle fahren wir zum "Cotel", unserer nächsten Bleibe, einfach, aber ruhig und preiswert.

Harms klagt über Schmerzen in seinem Fuß und fährt zur Behandlung zu einem Arzt. Wilfried und ich erkunden unterdessen die Stadt. Es ist angenehm laut, überall hört man das Zirpen der Grillen. Wir bemühen uns um ein Mietauto und werden nach einiger Zeit auch fündig, ein Toyota Starlet wird uns während der nächsten sieben Tage zur Verfügung stehen.
Kleinere Autovermieter locken mit Sonderangeboten, allerdings müssen diese Autos wieder in Auckland abgegeben werden. Wir bezahlen bei Budget lieber etwas mehr und haben den Vorteil, mit dem Fahrzeug oneway bis Wellington fahren zu können.
Nun fehlt nur noch ein Zelt zu unserem Glück, wir erwerben es in einem Reiseladen.

Die Fußgängerampeln sind interessant. Sie schalten bei einer Kreuzung auf allen vier Seiten gleichzeitig auf grün und man kann die Straße diagonal überqueren.
Abends haben wir unser erstes Byo-Erlebnis. Wir essen in einem italienischen Lokal ohne Alkoholausschank-Konzession. Den Tafelwein kaufen wir vorher in einem speziellen Getränkeshop.
Byo, bring your own, bringe deine eigenen Getränke mit ins Restaurant.

Für einen Europäer sind die Lokalöffnungszeiten sehr gewöhnungsbedürftig. Restaurants schließen um 20.oo Uhr, Imbiss-Stuben eine Stunde später und einige Bars bereits um 22.oo Uhr.

Am besten gefällt mir in Auckland der Albert Park mit dem Universitätsgebäude, sehenswert sind auch das Government House und das Rathaus, Auckland Town Hall.
Alte Kolonialbauten stehen neben neuen modernen Bürohäusern.

Wir verlassen Auckland in nördlicher Richtung und fahren über die achtspurige Hafenbrücke in Richtung Dargaville. Es herrscht Linksverkehr, der Fahrer sitzt rechts, ich habe in den ersten Tagen immer den Blinker mit dem Scheibenwischer verwechselt. Ansonsten ist das Fahren unproblematisch, nur wenn es heißt, "halt mal schnell an", weiß ich im ersten Moment nicht zu reagieren.

Die Landschaft ist herrlich, gierig atmen wir die frische Luft ein, ja, so haben wir uns Neuseeland immer vorgestellt. Wenig Verkehr, kleine Buchten für uns ganz allein, am Strand ist keine Menschenseele zu sehen. Es ist etwas gebirgig, etliche Schafe, braune und schwarze Kühe grasen auf den Weiden, Farn soweit das Auge reicht.
Aus einem Obststand am Straßenrand entnehmen wir einige Früchte und stecken das Geld in einen Behälter daneben.
Die Bauern sind bei der Heuernte. In einem Lokal legen wir eine Pause ein und beobachten die Gäste bei einem Billardturnier. Das Bier wird im Pitcher, einem großen Glaskrug, serviert.

Am Abend suchen wir uns eine ruhige Wiese und bauen das Zelt auf. Der Hund von der benachbarten Farm bemerkt uns, der Farmer hat aber gegen unser Zelten nichts einzuwenden.
Am nächsten Morgen lädt er uns zum Tee ein. Ich habe schlecht geschlafen, denn der Untergrund war sehr uneben.
Wir unterhalten uns und spielen mit Sam, dem Hund. Die Frage des Farmers, ob er uns ein Steak braten soll, lehnen wir dankend ab.

Der weitere Weg führt uns zum Waipoua Kauri Forest und wir sehen hier Kauri-Bäume, eine Fichtenart, in unvorstellbarer Größe und Höhe. Ein Baum, der "Vater des Waldes", ist 30 m hoch und hat einen Umfang von über 16 m, der andere, der "Gott des Waldes", ist 51 m hoch, sein Umfang beträgt knapp 14 m.
In einem Lokal, das vorwiegend von Maoris besucht ist, lassen wir die Eindrücke noch einmal an uns vorbeiziehen.
Abends dauert es eine ganze Zeit, bis wir einen geeigneten Zeltplatz gefunden haben. Opossums laufen über die Straße, sie sind im Lichtkegel des Scheinwerfers gut zu erkennen.

Das Frühstück nehmen wir am nächsten Morgen in Kaikohe ein. Hier wechseln wir auch und erhalten für 100,-- DM den Gegenwert von 87 neuseeländischen Dollar (NZ$).

In Paihia buchen wir die Cape Brett Cruise, eine Tour durch die Bay of Islands auf dem Katamaran "Tiger Lily". Anfangs ist es bewölkt, später klärt sich das Wetter auf und wir genießen eine wunderschöne Fahrt an den vielen kleinen pittoresken Felsformationen vorbei bis zum Cape Brett-Leuchtturm. Insgesamt sind 150 mehr oder weniger kleine Inseln in der Bucht verstreut.
Das Panorama ist grandios, einmal sehen wir fliegende Fische. Die Bay gehört zu den Großfischfanggründen Neuseelands.

Das nahegelegenen Waitangi National Reserve ist unser nächstes Ziel, hier hat das Treaty House eine besondere Bedeutung: An dieser Stelle wurde 1840 der Waitangi-Vertrag unterzeichnet, die Maori-Häuptlinge unterstellten sich damit der britischen Oberhoheit und dem britischen Schutz.

Die Maoris sind seit dem 14. Jahrhundert auf Neuseeland ansässig, der holländische Seefahrer Abel Tasman sichtet 1642 als erster Weißer das Land, betritt es aber wegen blutiger Auseinandersetzungen mit den Bewohnern nicht. Das gelingt erst James M. Cook im Jahr 1769.
Um 1840 strömen weiße Siedler massenhaft auf die beiden Inseln.

Zunächst leben die Maoris und die Weißen friedlich miteinander, danach fordern Kriege ihren Tribut. Die Anzahl der Urbewohner wird auch durch eingeschleppte Krankheiten und Alkohol reduziert, jetzt haben sie noch einen Anteil von 9 % an der Gesamtbevölkerung.
Zwar gelten nunmehr für die Maoris dieselben Gesetze wie für die Weißen, die Wirklichkeit sieht aber, zumindest im sozialen und beruflichen Bereich, anders aus.

Unterwegs nach Kerikeri zu einer Kiwi-Plantage frischen wir an der Straße wieder unseren Obst-Vorrat auf und versorgen uns mit Orangen und Avocados. Schöne Holzhäuser stehen am Straßenrand.
Leider sind die Kiwis noch nicht reif. Abends auf dem Campingplatz stellen wir leicht besorgt fest, dass wir schon wieder einen Sonnenbrand haben, die Einstrahlung auf dem Schiff muss doch wesentlich intensiver gewesen sein als wir gedacht haben. Bei Wilfried pellt sogar die Haut an der Nase ab.

Der Ort Rotorua steht als nächstes auf dem Programm. Wir fahren durch Landschaften mit üppiger Vegetation, das Zirpen der Tiere ist bei offenem Fenster während der Autofahrt immer zu hören. Die Route führt wieder durch Auckland, hier sind wir einige Momente Gast bei einem Cricket-Spiel, halten uns aber in der Stadt nicht länger auf.

Die Ortsnamen sind oft in der Maori-Sprache. Ihr eigenes Land nennen sie Aotearoa, Land der langen weißen Wolke.
Immer wieder beeindruckt uns die Freundlichkeit der Neuseeländer. Sie grüßen, indem sie den Kopf nicht nach vorn sondern seitlich nicken.
Die Population ist ganz interessant, auf gut 3 Mio. Einwohner kommen etwa 70 Mio. Schafe.
Manchmal begegnet man stundenlang keiner Menschenseele.

In Rotorua bauen wir unser Zelt im Lakeside Motorcamp auf. Der Sonnenbrand macht mir etwas zu schaffen und mein Arm zwickt. Aber haben wir uns dieses nun schon seit Tagen anhaltende schöne Wetter nicht sehnlich gewünscht?
Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört das frühere Badehaus Tudor Towers in den Government Gardens.
Gegen Abend sehen wir die ersten Thermalquellen, ein schwerer Schwefelgeruch liegt in der Luft. Ein erfrischendes Bad im Rotorua-See beschließt den Tag.

Die bekanntesten Quellen des Landes befinden sich ganz in der Nähe, in Whakarewarewa, auch kurz Whaka genannt.
Gemächlich schlendern wir dort hin, kommen an einem Sportplatz vorbei und sehen einigen Männern beim Rasenbowling zu. Wir unterhalten uns kurz mit ihnen, da greift einer der Herren in die Hosentasche und gibt uns seinen BMW-Schlüssel, seiner Meinung nach sind die paar Kilometer ohne Auto nicht zu schaffen. Ich weiß nicht mehr, wer verblüffter oder verdutzter dreinschaute. Wir, weil wir dieses Angebot gar nicht begreifen können oder er, weil wir dankend ablehnen. Man stelle sich diese Situation einmal in Deutschland vor......

Neuseelands größter Geysir, der Pohuto, spuckt seine Fontäne bis zu 30 m hoch. Überall blubbert das kochende Wasser, langsam gewöhnt man sich an den Schwefelgeruch. Immer wieder steigt der Dampf anderer Geysire hoch, wie heiß mag es wohl unter der Erde sein?

Im angrenzenden Zentrum für Kunst und Kultur werden Holzschnitzereien der Maoris ausgestellt und ich erwerbe zwei Brieföffner. Im Versammlungshaus nehmen wir an einer Folklore-Veranstaltung, einem Maori-Konzert, teil. Die mehrstimmig vorgetragenen Lieder sind wunderschön, die Tänze sehr beeindruckend. Der Rhythmus wird durch das Stampfen mit den Füßen und Klatschen vorgegeben. Als sich dann eine Japanerin in den Tanz einmischt, ist für uns der Zeitpunkt zum Gehen gekommen.
Auf dem Gelände befindet sich auch das sogenannte Nachthaus, wir gehen hinein und bestaunen das Wappentier Neuseelands, den Kiwi. Der Vogel hat keine Flügel und die Federn sehen aus wie Fell. Kiwis sind Nachttiere und sehr schreckhaft. Man hat keine Chance, sie in der freien Natur zu beobachten.
In einem Gartenrestaurant genießen wir gegrillten Snapper.

[ vorherige Seite | nächste Seite ]


[ Home | Reiseberichte | Kontakt ]

This document maintained by horst.wehrse@t-online.de
Material Copyright © 2003,2004 Horst Wehrse

Powered by Syndicat