Von Lima nach Rio
einmal quer durch den Kontinent
Brasilien
Eine Bank gibt es nicht auf dieser Seite der
Grenze und die mobilen Geldtauscher nehmen keine Reiseschecks an,
glücklicherweise verlangt der Busfahrer, mit dem ich nach Corumba, der
nächsten Stadt, fahre, kein brasilianisches Geld.
Am Bahnhof erhalte ich den Einreisestempel,
vor den Fahrkartenschaltern stehen riesige Schlangen und es geht überhaupt
nicht weiter. Also fahre ich mit dem Taxi erst mal zur Bank, auch dort muss
ich mich hinter einer immens langen Menschenschar anstellen.
Leider gibt es wieder nur Papiergeld und
keine Münzen, ein Dollar entspricht dem Gegenwert von 210 Cruzeiros.
Geldscheine im Wert von 10.000 Cruzeiros wurden auf 100 Cruz. abgewertet.
Die brasilianische Währung wird wegen der
hohen Inflation gerade umgestellt. Die früheren cruzados heißen jetzt
cruzados novos oder cruzeiros.
Zurück im Bahnhof muss ich immer noch eine
Stunde warten, bis ich das gewünschte Ticket nach Campo Grande in der Hand
habe. Die Verständigung fällt mir wesentlich schwerer als in Bolivien oder
Peru, ich kann zwar meine Wünsche in Spanisch äußern, von der Antwort in
portugiesischer Sprache verstehe ich aber so gut wie nichts.
Es ist riesig heiß, für die Busfahrt
brauchen wir etwa sieben Stunden. Mit einer Fähre überqueren wir den Rio
Paraguay. Danach fahren wir ein ganzes Stück am Rande des Sumpfgebietes
Pantanal entlang und es ist total interessant.
So können wir viele Papageien beobachten,
Reiher, Störche, einmal sehe ich sogar einen Tapir. Wir überholen
Rinderherden, die von Vaqueiros, den brasilianischen Cowboys,
begleitet werden und kommen an gewaltigen Fazendas vorbei. Auf großen Schildern am
Eingangsportal kann man den Namen der jeweiligen Ranch ablesen, manchmal
komme ich mir vor wie im wilden Westen.
Im Hotel "Nacional", in der Nähe des
Busterminals, belege ich ein Zimmer mit Dusche und Toilette für 8 USD.
Im Fernsehen wird permanent über den
Golfkrieg berichtet, Bush und Weinberger geben ihre Statements ab, leider in
portugiesischer Synchronisation, ich verstehe rein gar nichts.
Das Hotelpersonal und die anwesenden
brasilianischen Gäste sprechen kein englisch, den anderen geht es wie mir.
Im Zimmer kontrolliere ich meine
Habseligkeiten und es fehlen 200 Dollar, der Offizielle in Santa Cruz hat
sich an mir bereichert. Jetzt bin ich zum zweiten Male bestohlen worden,
wenn das so weitergeht......
Um 10.oo h morgens zeigt das Thermometer
schon über 30 Grad an.
Die nächsten Tage lese ich viel und mache
ausgedehnte Spaziergänge. Die Stadt ist beschaulich, große Bäume spenden
angenehmen Schatten, es sind viele hübsche Frauen unterwegs.
Abends esse ich in einer typischen
Churrasceria Fleisch vom Grill bis zum Abwinken.
Die Fernsehbilder zeigen nur Soldaten und
Panzer, ich mache mir doch etwas Sorgen und rufe zu Hause bei meiner Familie
und bei meiner Freundin Elisabeth an, um mich über die aktuelle Situation zu
informieren.
Bis Foz do Iguaçu sind es 775 Kilometer. Für
gut 19 Dollar kaufe ich mir ein Ticket bei der Gesellschaft Integracas,
vorher war ich mit Andorinha gefahren, Busse dieser Firma sieht man am
häufigsten.
Der Busbahnhof in Campo Grande ist ebenfalls
groß und beeindruckend, viele Gesellschaften wetteifern um die Passagiere.
Aus verständlichen Gründen lasse ich meinen
Koka-Vorrat zurück, auch später in den letzten Tagen konnte ich den Blättern
nichts abgewinnen, sie haben bei mir nicht gewirkt.
Cecilia braucht fünf Blätter, um im Mund und
Bauch eine entsprechende Wirkung zu spüren, ich habe zehn Blätter auf
einmal genommen, einige Male sogar mit Aschenstein, und konnte doch nichts
fühlen.
Auf dem Weg nach Iguaçu kommen wir durch
mehrere größere Orte, häufig sind Karussells und Riesenräder aufgebaut. Eine
ganze Weile wundere ich mich über die etwa ½ Meter großen Sand- oder
Lehmhügel auf den Feldern neben der Strasse, sind es Termitenhügel?
Mein Nachbar im Bus schreibt mir auf meine
Frage hin "Soja" auf, er meint sicherlich die Frucht auf den Feldern.
Auch die heutige Strecke führt an
beeindruckenden Fazendas vorbei, gewaltige Rinderherden grasen auf den
riesigen Weideflächen. An manchen Stellen kommt der Bus nur im
Schneckentempo vorwärts, tiefe Schlaglöcher auf der Strasse machen eine
schnellere Fahrt unmöglich. Am Straßenrand liegt ein halb aufgefressener
Kuhkadaver.
In den Ortschaften werden kurze Pausen
eingelegt, junge Männer bieten in den Terminals Pfeil und Bogen zum Verkauf
an.
Während einer Pause entdecke ich einen Mann,
der den "Spiegel" liest. Es ist Markus, 21 Jahre alt, Schweizer und
Molkereifachmann. Er hat gerade sein vierteljähriges Praktikum in einer
Käserei hinter sich und dasselbe Ziel wie ich.
Einmal fahren wir nachts in absoluter
Dunkelheit über einen riesigen Fluss.
Später in der Nacht werde ich von Markus
geweckt, denn in Cascavel müssen wir in einen anderen Bus wechseln. Der
Schweizer ist zum ersten Mal im Ausland, er hat keine Fremdsprache in der
Schule, aber in den letzten Monaten vor Ort schon sehr gut portugiesisch
gelernt.
Am frühen Morgen kommen wir in Foz an,
suchen uns ein Zimmer im Hotel "Pieta" und gehen frühstücken.
Dank der guten Sprachkenntnisse von Markus
gelingt es uns, einen optimalen Preis für eine Taxifahrt zu den Wasserfällen
sowohl auf brasilianischer als auch auf argentinischer Seite auszuhandeln.
Gegen acht Uhr sehen wir das gigantische
Naturschauspiel. Wir sind die einzigen Gäste und haben die weltberühmten
Iguaçu-Fälle für uns ganz allein. Begeistert gehen wir durch die Anlage,
niemand stört uns, nur das gewaltige Rauschen des Wassers und das liebliche
Singen der Vögel im Ohr. Wunderbar! An vielen verschiedenen Stellen hat man
einen traumhaften Blick auf die Fälle, ein Bild ist schöner als das andere.
Unglaublich, welche Wassermengen tagtäglich in jeder Sekunde den
Parana-Fluss hinunterstürzen.
Auch die Besichtigung auf der argentinischen
Seite, wo sich die Wasserfälle ja auch eigentlich befinden, ist grandios.
Man kann ganz nah herangehen und sich an der Gischt erfrischen. Im Park
haben mich dann noch zwei Fälle, die "Dos Hermanas", begeistert.
Witzige Nasenbären, dicke Käfer und schöne
bunte Schmetterlinge gehören zum lebenden Inventar der Parkanlage. Das
Thermometer zeigt um 17.oo h 43 Grad an.
Mein Cousin Heinrich Mues war ein halbes
Jahr vorher in Brasilien. Er empfahl mir, unbedingt das
Parana-Wasserkraftwerk zu besichtigen. Zusammen mit Markus fahre ich hin und
sehe mir die Anlage an. Die Größe und der Wasserdurchlass sind
beeindruckend.
Abends höre ich mir in Foz einige Bands an,
manche gefallen mir sehr gut, andere sind nicht nach meinem Geschmack. Das
Bier wird in Plastik-Kühlern auf den Tisch gestellt.
Rio de Janeiro heißt das nächste Ziel, was
hat man nicht schon alles über diese Stadt gehört und gelesen.
Voller Vorfreude mache ich es mir im wieder
sehr gepflegten und geräumigen Bus bequem.
Während der Stopps an den Terminals werden
jetzt Hängematten verkauft. Einmal haben wir eine Panne und ein Reifen muss
gewechselt werden.
Kurz vor sechs Uhr morgens sind wir in Sao
Paulo und Rio erreichen wir gegen Mittag. Mit dem Stadtbus fahre ich nach
Copacabana. Zu meiner großen Verwunderung und Freude werden Münzen als
Wechselgeld herausgegeben. Auf Empfehlung eines Mitreisenden checke ich im "APA"-Hotel
ein, drei Gehminuten vom Strand und von der weltberühmten Copacabana
entfernt. Das Zimmer verfügt über Bad, TV, Minibar und Safe.
Endlich am Ziel! Obwohl ich in der letzten
Nacht im Bus nicht allzu viel geschlafen habe, gönne ich mir keine Pause und
mache mich gleich auf den Weg zum Strand.
Genauso habe ich es mir vorgestellt, heller
Sand soweit das Auge reicht, viele Menschen beim Sonnenbaden, etliche
hübsche schokobraune Frauen in aufreizenden Tangas.
Das Wasser ist nicht ganz klar, ich bade
aber trotzdem.
Der Zuckerhut steht als nächstes auf dem
Programm. Ich fahre hinauf und bin überwältigt von dem Panorama, was sich
mir von oben bietet. Den ganzen Nachmittag verweile ich hier, beobachte,
wie ein Video-Clip für einen Rap-Hit aufgenommen wird, erlebe, wie bei
einbrechender Dunkelheit die Lichter in der Stadt angehen und bleibe, bis
ganz Rio im Lichtermeer erstrahlt ist.
Den Abend verbringe ich an der Copacabana,
esse etwas in einem Gartenrestaurant direkt am Meer und bleibe bis tief in
die Nacht. Einige Male werde ich von "leichten Mädchen" angesprochen.
Am nächsten Tag mache ich einen ausgedehnten
Spaziergang in Richtung Centrum und sehe mir die Stadtteile Botafogo,
Flamengo und Gloria an. Immer wieder lädt ein schöner Strand zur Pause ein,
oft hat man einen Superblick auf den Zuckerhut.
In einem Lokal linkt mich ein Kellner um 15
Dollar, kurze Zeit später bemerke ich es, gehe zurück und erhalte das Geld
doch tatsächlich zurück.
Beim Mahnmahl des 2. Weltkriegs überlege
ich, ob es wohl möglich ist, diese heftig befahrene vielspurige Strasse zu
überqueren ohne überfahren zu werden. Plötzlich greifen mich drei bis vier
Jugendliche, die ich vorher schon gesehen habe, an, reißen mich zu Boden und
versuchen, meine Kamera aus der Hosentasche zu ziehen, jedoch ohne Erfolg.
Wir kämpfen eine ganze Zeit, irgendwann lassen sie von mir ab und laufen
weg. Mir fehlt eine Tragetasche mit einem Reiseführer und einem Notizblock.
Ich hätte heulen können, das Buch ist ersetzbar aber im Block waren die
ganzen Adressen der Menschen, die ich während dieser Fahrt kennengelernt
hatte. Kreditkarte und Safeschlüssel konnte ich retten.
Ein kleines Stück weiter parken einige
Taxis, ich gehe hin und beschwere mich lautstark und frage, warum sie mir
nicht geholfen hätten. In dem Moment kommt ein Polizist in Zivil und zeigt
auf meinen Arm, vollkommen blutverschmiert. Die ganze Situation ist ihm
sichtlich peinlich. Dann, welch Glück, kommen zwei Passanten und bringen
mir die Tragetasche samt Buch und Block zurück. Die Jungen hatten keine
Verwendung für den Inhalt und haben sie weggeworfen.
Der Polizist geleitet mich zu einem
nahegelegenen Kriegsschiff. Hier werde ich von einem Soldaten notdürftig
verarztet.
Aber wir lassen uns nicht unterkriegen,
meinen Tagesplan ziehe ich durch, jetzt erst recht, auch wenn mich einige
Leute wegen der Blutflecken auf der Kleidung eigentümlich ansehen.
Der Corcovado mit der weltberühmten 30 m
hohen Christus-Statue, Christo Rei, ist mein nächstes Ziel.
Auch hier hat man wieder einen berauschenden
Blick auf die Stadt.
Eigentlich wollte ich abends auf eigene
Faust zu einer Samba-Show, buche dann im Hotel aber doch eine organisierte
Fahrt mit Abendessen vorweg. Das Erlebnis am Nachmittag hat mir etwas von
meinem Mut genommen und ich sehne mich nach einem sicheren Abend in
Gruppengeborgenheit ohne böse Zwischenfälle. Der Hotel-Portier rät mir, den
Safeschlüssel nicht wie eine Kette am Hals zu tragen, denn man könnte damit
stranguliert werden.
Zu meiner Überraschung steuern wir zum
Abendessen eine Churrasceria in Botafogo an, die ich heute Vormittag beim
Spaziergang schon gesehen habe und wo ich an einem der nächsten Abende
essen wollte. Mein Cousin hatte mir eine Visitenkarte des Lokals gegeben
und mir einen Besuch wärmstens empfohlen.
Das Essen ist sehr gut. Zwei Schweizer
klagen mir ihr Leid. Sie waren am Vortage Opfer eines bewaffneten
Raubüberfalles. Am hellen Tag wurden sie vor ihrem Hotel in der Nähe der
Copacabana von zwei Männern mit der Waffe bedroht. Während der eine dem
Schweizer die Pistole an den Kopf hält, zählt der Komplize seelenruhig das
Geld, es sind etwa 100 Dollar. Sofort wird das Hotel gewechselt. Niemals, so
versichern beide Eidgenossen, werden sie noch einmal nach Südamerika
zurückkehren.
Die Samba-Show ist sehr schön und
interessant, die Akustik eher hell und blechern. Zum Schluss übernimmt ein
Entertainer das Programm. Die Band spielt sogenannte typische Lieder des
jeweiligen Landes an und die Touristen aus dem besagten Land sollen sich
erheben und mitsingen.
Als Deutschland angekündigt wird, höre ich
"Trink, trink, Brüderlein trink..." und ziehe es vor, sitzen zu bleiben.
Die nächsten Tage lasse ich mir viel Zeit,
bade im Ozean an der Copacabana oder auch in Ipanema. Die Abschürfungen am
Arm sind noch nicht verheilt und ich halte es nur kurze Zeit im Salzwasser
aus. Tagsüber mache ich noch lange Spaziergänge am Strand entlang, nachts
allerdings bin ich vorsichtiger und lege nur noch kurze Wege zu Fuß zurück.
Bei weiteren Entfernungen ist mir eine Fahrt im Taxi doch sicherer.
Leider heißt es nun Abschied nehmen von
Südamerika. Der Flughafenbus hält direkt an der Av. Atlantico an der
Copacabana.
Ein Mann macht mich auf einen Fleck an
meinem Rucksack aufmerksam. Die Masche ist bekannt und ich hatte schon
einiges darüber gelesen. Man kippt etwas Spaghettisauce auf ein
Kleidungsstück, hilft beim Säubern und stielt die Brieftasche. "Mit mir doch
nicht", sage ich, und der Mann entfernt sich. Da ich nur Papiertaschentücher
habe und mit der Reinigung nicht weiterkomme, stelle ich mein Gepäck ab und
frage an einem Kiosk nach einer Flasche Wasser. In dem Moment nehme ich nur
noch einen Schatten wahr und realisiere Sekunden später, dass mein
Tagesrucksack gerade gestohlen wurde. Der Mann im Kiosk zeigt mir, in welche
Richtung der Dieb gelaufen ist.
Ich greife nach meinem großen Rucksack,
laufe ohne auf den Verkehr zu achten über die Strasse und rufe "policia".
Einige Momente später sehe ich einen jungen Mann mit meinem daypack, eile
weiter und schreie bei jedem Schritt nach der Polizei. Passanten werden
aufmerksam, stoßen den Dieb an und, welch Glück für mich, an der anderen
Straßenseite ist ein Polizist aufmerksam geworden, eilt herbei und schnappt
sich den jungen Mann. Sofort werden Handschellen angelegt. Auf der
Polizeiwache fragt man mich, ob ich Anzeige erstatten will, ich verneine,
irgendwie tut mir der Mann leid, er besteht nur aus Haut und Knochen.
Glücklich nehme ich mein Eigentum in Empfang, immerhin waren über 20
belichtete Filme im Rucksack.
Zurück an der Copacabana nicken mir einige
Passanten, die Zeuge des Vorfalls waren, freundlich zu und sind mir bei der
Auswahl des richtigen Busses behilflich.
Als mich im Flughafen ein Brasilianer fragt,
ob ich nicht Lust hätte, mit ihm deutsch zu reden, lehne ich dankend ab,
jetzt reichts.
Im Duty-Free-Shop finde ich nichts, was mir
gefallen könnte, es ist eigentlich überhaupt nichts los. Die Verkäufer
sitzen gelangweilt auf ihren Stühlen, Friseure dösen vor sich hin, und das
im Flughafen einer solchen Metropole.
Kanada
Auf dem Rückflug wird in Toronto wieder ein
Stopp eingelegt. Bei der Rote-Kreuz-Station im Flughafen lasse ich meinen
Arm neu verbinden.
Einige Tage bleibe ich hier noch bei der
Familie Tiemann, die in den fünfziger Jahren von Deutschland nach Kanada
ausgewandert ist. Freunde von mir waren schon einmal dort und überreden mich
zu diesem Besuch.
Wir treffen uns an der Busstation und ich finde beide, Hanna und Henry, sofort sehr sympathisch.
Sie sind bereits pensioniert aber bestens über das Zeitgeschehen, auch über
politische Ereignisse in Deutschland, informiert.
Nachdem ich mit den neuesten Nachrichten versorgt bin, fahre ich ins Zentrum von Toronto und
friere ganz erbärmlich. Zum einen bin ich Opfer des Jetlags, zum anderen
muss mein Körper einen Temperaturunterschied von 55 Grad verkraften. Nach 40
Grad in Rio zeigt das Thermometer in Kanada mehr als 15 Minusgrade an.
Toronto ist eine moderne
Stadt, das Wahrzeichen ist der CN-Tower. Eine Fahrt auf die Spitze hinauf
ist wegen starken Windes nicht möglich, am übernächsten Tag gelingt es mir
jedoch.
Bei gutem Wetter fährt der Fahrstuhl bis auf 447 m hoch.
Riesige Einkaufspassagen bestimmen die Innenstadt, zwischendurch Bistros, Snackbars und andere
Lokale. Die Stadt liegt direkt am Ontario-See.
Bis zu den Niagarafällen sind es 130 Kilometer. Wir nehmen das Auto von Tiemanns und ich setze mich
ans Steuer.
Die Wasserfälle sind beeindruckend, es sieht geheimnisvoll aus, überall Schnee und Eis, eine
wunderschöne Winterlandschaft, das genaue Gegenteil zu den Iguaçu-Fällen in
der blühenden tropischen Natur.
Wir besichtigen die Horseshoe-Falls auf kanadischer Seite und fahren dann über die Grenze in die
Vereinigten Staaten, um das Naturschauspiel auch aus dieser Perspektive zu
sehen.
Die Brücken und Stege sind vereist und aus Sicherheitsgründen nicht begehbar.
Zurück in Toronto beobachte ich eine Demo gegen den Golfkrieg.
Wir verbringen einen interessanten letzten Urlaubsabend bei gutem Essen und noch besserem Wein
und unterhalten uns prächtig.
Auf dem Rückflug nach London und später nach Amsterdam lasse ich die Erlebnisse noch einmal Revue
passieren. Jürgen holt mich vom Bahnhof in Minden ab und ich bin froh,
wieder zu Hause zu sein.
Epilog:
Im Februar 1991 wurde Peru von einer verheerenden
Cholera-Epidemie heimgesucht
Etwa 40 % meiner Post nach Deutschland ist nicht
angekommen
Dank Durchfall und Stress habe ich ca. 5 kg
abgenommen
Die Verletzung am Arm war nach einigen Wochen
verheilt, vorsichtshalber war ich in Deutschland noch bei einem Arzt
Seit dieser Reise bin ich noch vorsichtiger beim
Verstauen von Geld und Wertsachen
Mit Magally und Cecilia verband mich einige Jahre
eine herzliche Brieffreundschaft
Familie Tiemann war zwischenzeitlich in Deutschland
und wird von meinen Freunden und mir weiterhin gern und relativ häufig
besucht
Das Wort Copacabana lernte ich auf dreifache Weise
kennen:
a) als Grenzort in Bolivien,
b) als weltberühmten Strand in Rio,
c) als Busgesellschaft
Auf der Tour traf ich erstaunlich wenige Japaner,
dafür aber etliche Schweizer
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