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DuMont-Reise-Taschenbuch-Rhodos

Rhodos-Hans-Peter-Siebenhaar

Rhodos-Urlaubshandbuch
auf der Akropolis
Blick von der Akropolis
Tempel der Athena
Akropolis
Blick auf Lindos
in Captain´s Place Bar
Blick auf Lindos
Geburtstagsfeier
Geburtstagsfeier
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Rhodos ein
Ausflug in die Ägäis
Text und Fotos: Horst Wehrse
Der Flug mit Aegean Airlines ist zwar recht preiswert,
dafür aber umso umständlicher.
Von Düsseldorf bis Thessaloniki brauchen wir 2.20 Stunden, müssen dann über
eine halbe Stunde im Flugzeug warten, benötigen weitere 35 Minuten bis
Athen, dort steigen wir um und nach langen 45 Minuten sind wir endlich am
Ziel und landen auf Rhodos. Auf den Fluren des Flughafengebäudes Athen
wundere ich mich über die vielen Toilettenschilder, Uhren hingegen habe ich
fast gar nicht gesehen.
Bei Aegean Airlines wird auf den Inlandflügen kein Alkohol mehr
ausgeschenkt. Die Zeitdifferenz beträgt eine Stunde und es ist schon dunkel,
als wir endlich landen.
Da der Busverkehr bereits Feierabend hat, komme ich nicht
umhin, mit einem Taxi nach Archangelos zum Hotel "Meandros" zu fahren, es
kostet immerhin 27,- Euro und ein Transport mit dem öffentlichen Nahverkehr
wäre erheblich preiswerter gewesen.
Dafür spare ich bei der Unterkunft, hier sind pro Nacht lediglich 12,- Euro
fällig. Das Zimmer ist einfach, aber sauber und beim Frühstück sind
wenigstens Brot, Marmelade und Kaffee ausreichend vorhanden.
Meine Freunde warten schon auf der Terrasse des Restaurant Hellas und
versorgen mich mit nützlichen Tipps. Gerade Marion und Wilfried, die schon
vor einer Woche angekommen sind, wissen einiges zu erzählen.
Jetzt, im Oktober 2006, ist es noch relativ warm, gleichwohl soll es in den
letzten Tagen auch schon einige Male geregnet haben. Wir trinken noch ein
paar Flaschen des einheimischen wohlschmeckenden Bieres Mythos zusammen. Den
hier ebenfalls sehr populären Gerstensaft aus Deutschland oder aus den
Niederlanden habe ich nur im Notfall bestellt.
Rhodos ist die viertgrößte Insel Griechenlands, liegt im Dodekanes-Archipel
und in Sichtweite zur Türkei. Sie wird auch "Perle der Ägäis",
"Sonneninsel", immerhin glänzt sie mit über 300 Sonnentagen im Jahr, "Insel
des Sonnengottes" oder "Roseninsel" genannt. Namensgeber ist jedoch der
Granatapfel. Die Hälfte der etwa 120.000 Inselbewohner lebt in Rhodos-Stadt.
Am nächsten Morgen klatschen dicke Regentropfen an mein Fenster und etwas
missmutig gehe ich zum Frühstück. Aber die Zeit auf der Insel ist für mich
relativ knapp bemessen und will gut ausgefüllt sein. Gern schließe ich mich
Charlotte und Simon zu einer Fahrt nach Lindos an. Sie sind einen Tag vor
mir auf der Insel gelandet und haben am Flughafen ein Mietfahrzeug in Empfang
genommen, aber das ist eine andere Geschichte.
Der Ort liegt rd. 20 km von Archangelos entfernt und nach kurzer Zeit sind
wir auch schon am Ziel. Die Parkplätze sind fast bis auf den letzten Platz
belegt. Leider hat der Wettergott immer noch kein Einsehen mit uns und es
regnet und regnet und regnet. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen und
machen uns auf den Weg zum Wahrzeichen der Stadt, zur Akropolis.
Von weitem haben wir sie auf der Herfahrt schon sehen können, majestätisch
erhebt sich das mächtige und teils rekonstruierte Bauwerk auf einem Hügel
und bildet einen tollen Kontrast zu den weißen Häusern, die auch den Charme
von Lindos ausmachen. Auf einem Parkplatz kurz vor der Stadt bestaunen wir
das Panorama zum ersten Mal und halten die Eindrücke in mehreren Fotos fest.
Wir entrichten unser Eintrittsgeld und steigen hinauf, anfangs führt der Weg
noch an vielen Souvenirständen vorbei. Beim Beginn des Aufstiegs werden Esel
angeboten. Trotz des schlechten Wetters haben viele Leute denselben Gedanken
wie wir und es ist "richtig was los".
Die ersten Gebäude der Akropolis entstanden schon rd. 500 Jahre vor Christi
Geburt, im Mittelalter erfolgte der Ausbau zur Johanniter-Festung.
Wir bleiben geraume Zeit hier und sehen uns die antike Stätte an, den
Römischen Tempel, die Stoa, die Treppe und den Tempel der Athene.
Bei klarem Wetter hätten wir bestimmt eine phantastische Sicht auf die Bucht
und das Umland gehabt, aber dieses Glück ist uns heute nicht vergönnt. Zwar
habe ich manchmal den Eindruck, dass es etwas heller wird, aber letztendlich
bleibt dies ein Trugschluss.
Wir steigen wieder hinab und kehren in eine schöne Taverne, in die Captain´s
Place Bar, einem alten Kapitänshaus, ein. Ich bin total durchgeregnet und
kaufe, um mich nicht zu erkälten, in einem der vielen Geschäfte ein T-Shirt
und ziehe es auch sofort an. Die nächsten Stunden vergehen wie im Fluge, wir
trinken einige Flaschen Mythos und können über den Regen nur noch lachen.
Einmal haben wir für etwa eine Stunde einen Stromausfall zu beklagen, aber
die Restaurants sind darauf eingestellt und können ihre Gäste durchaus mit
leckeren Speisen bewirten.
Abends steigt dann der Höhepunkt dieser Reise, nämlich die Feier zu Conny´s
50. Geburtstag im Restaurant Delfini am Stegna-Beach. Außer uns sind noch
zwei weitere Familien eingeladen und so genießen wir zusammen die Vielfalt
der griechischen Küche. Die Vorspeisenvariationen und der Hauptgang mit
Fisch und Fleisch schmecken einfach köstlich, auch der Wein und Ouzo.
Allerdings hätte ich hier, wie ich am nächsten Tag feststellen muss, etwas
zurückhaltender sein sollen.
Es regnet und stürmt den ganzen Abend und hohe Wellen peitschen an den
Strand. Bei besserem Wetter hätten wir sicherlich draußen gesessen, mit
Blick auf das Meer. Zu späterer Stunde bleibt der Strom weg, wir unterhalten
uns bei Kerzenschein und es ist urgemütlich.
Den nächsten Tag lasse ich aus besagtem Grund ruhig angehen und mache
lediglich einen Spaziergang zum Stegna-Beach. Gerade habe ich Archangelos
verlassen, schon hält ein Auto an und nimmt mich mit. Umgekehrt wäre besser
gewesen, denn der Aufstieg in den Ort zurück ist ganz schön anstrengend, und
das nach dieser Nacht.
Ganz in schwarz gewandete alte Frauen kommen mir entgegen, eine auf einem
Esel reitend, meistens wird gegrüßt. An der Hauptstraße kaufen Hausfrauen
fangfrischen Fisch, direkt von der Ladefläche eines Pick-Ups, Wasser oder
Kühleis sehe ich nirgendwo.
Abends werden wir von daheim per SMS über den Spielverlauf Werder gegen
Sofia aktuell informiert, unsere Grün-Weißen gewinnen 2:0.
Tags darauf fahren Conny und ich mit den beiden Familien aus dem Kreis
Nienburg nach Rhodos-Stadt. Wir parken am Hafen und sogleich fallen mir die
Wappentiere von Rhodos, der Hirsch und die Hirschkuh, an der Stelle auf, die
einst der Koloss von Rhodos, eines der sieben Weltwunder, geziert haben
soll.
Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite und es wird ein wirklich
schöner und erlebnisreicher Ausflug. So gehen wir durch die malerische
Altstadt, besichtigen den Großmeisterpalast, fotografieren die Stadtmauer,
die nur an bestimmten Tagen bestiegen werden kann, und genießen die
südländische und mediterrane Atmosphäre.
Der mit Zinnen versehene Großmeisterpalast entstand ursprünglich im 8.
Jahrhundert und wurde später im 14. Jahrhundert als Zitadelle ausgebaut.
Nach Erdbeben und Explosion zerstört, wurde dieser Palast der Ordensritter
immer wieder aufgestellt.
Wir bezahlen 6,- Euro Eintritt und bestaunen die interessanten
Ausstellungsstücke im Museum und ganz besonders die schönen Mosaik-Fußböden,
die überwiegend auf der Insel Kos entstanden sind.
Im Anschluss an diesen Besuch führt uns unser Weg nun durch die Ritterstraße
mit den vielen Herbergen der verschiedenen Ritter-Landsmannschaften, früher
auch als Pilger-Quartier genutzt, ins Türkische Viertel mit der
Ibrahim-Moschee, vorbei an lebhaften Plätzen, schattigen Tavernen und einer
Vielzahl von Souvenirläden. Den Uhrenturm sehen wir uns nur von außen an,
denn für eine Innenbesichtigung wird wieder Eintrittsgeld verlangt.
Unser Mittagessen nehmen wir draußen auf dem Hof unter Bäumen an einer
langen Tafel ein. Ich gönne mir Stifado, Kalbfleisch mit ganzen Zwiebeln. Es
schmeckt köstlich.
Danach ist Shopping angesagt.
Am späteren Nachmittag fahren wir mit unserem Mietauto ins antike Rhodos auf
den Monte Smith und bewundern hier den Apollon-Tempel auf den Resten der
Akropolis, das Odeion, ein wieder rekonstruiertes Freilufttheater, und das
Stadion. Von hier oben hat man eine herrliche Aussicht auf das Mittelmeer
mit den benachbarten Inseln und auf das türkische Festland.
Nachdem wir Conny in Archangelos abgesetzt haben, sind meine Begleiter noch
so freundlich, mich nach Lindos mitzunehmen und so habe ich Gelegenheit, die
Stadt mit der Akropolis und den weißen Häusern dieses Mal in der warmen
Abendsonne zu erleben.
Glücklich und zufrieden fahre ich dann mit dem Bus zurück.
Nun ist also der letzte Abend angesagt. Wieder fahren wir an den
Stegna-Beach und zusammen mit Charlotte, Conny und Simon genieße ich die
nächsten Stunden unter freiem Himmel, das Rauschen des Meeres im Ohr, in
einer einfachen und sehr preiswerten Taverne. Das Essen ist ausgezeichnet,
in der Küche durfte ich mir den Fisch auswählen. Nachdem wir bezahlt haben
schenkt uns die Wirtin noch zwei Granatäpfel.
Es war zwar nur ein kurzer Urlaub – aber er hat sich gelohnt. Adíossas!
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