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Seidenstraße
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StepMap Seidenstraße


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Zentralasien. Kunst - Reiseführer.

Gur Emir in Samarkand
Gur Emir in Samarkand

Registan mit den drei Medresen in Sarmakand
Registan mit den drei Medresen in Samarkand

Turm einer Medrese
Turm einer Medrese

Medrese Tellakari, die "Goldgeschmückte"
Medrese Tellakari, die "Goldgeschmückte"

Gur Emir bei Nacht
Gur Emir bei Nacht

Basar in Sarmakand
Basar in Samarkand

Theater in Taschkent
Theater in Taschkent

Ein kleines Stück entlang der Seidenstraße

 

Vor dem Flughafengebäude die gleiche Prozedur: diverse Menschen, die nur unser Bestes wollen.

Wir handeln einen Preis aus und fahren Richtung Autobusbahnhof. Zwischendurch wird uns angeboten, mit Taxi nach Samarkand weiterzufahren. Nach dem üblichen Feilschen erklären wir uns einverstanden und akzeptieren den Preis von insgesamt 30 US$, es sind immerhin über 300 km.

Am Stadtausgang steigen wir in einen weißen Daewoo und ab geht die Fahrt - pardon, natürlich kommt erst wieder die obligatorische Polizeikelle.

Wir fahren an großen weiten Baumwollfeldern vorbei. Es ist ein schönes Bild. Auf vielen Feldern sind Erntehelfer im Einsatz, Pflückmaschinen sieht man selten.

Nach gut der Hälfte, gerade hatte ich ein Schild "Samarkand 165 km" gesehen, streikt der Wagen. Die Motoraufhängung ist gebrochen. Es ist keine Abzockerfinte, Wilfried bestätigt den Schaden.

Unser Fahrer versucht, vorbeikommende Autos anzuhalten, leider vergeblich. Schließlich steigen wir in einen Bus und kommen gegen Abend wohlbehalten in Samarkand an.

Der Taxifahrer, der uns zum Hotel Zarafshan bringt, glaubt anscheinend, uns mit seiner rasanten Fahr- und noch offensiveren Bremskunst imponieren zu müssen.

Im Hotel halten wir uns nicht lange auf, sind wir doch nun am Höhepunkt der Reise angekommen, und wir sollten nicht enttäuscht werden. Ein kurzer Fußmarsch und schon sehen wir vor uns die Prachtgebäude Zentralasiens. Unzählige Male hatten wir diese Bilder bereits in Büchern oder auf dem Bildschirm gesehen, jetzt stehen wir davor.

Zunächst besuchen wir Gur Emir. Die deutsche Übersetzung lautet "Grab des Gebieters", es handelt sich um das Mausoleum des mächtigen, aber nicht weniger grausamen Timur.

Am eindrucksvollsten ist der Blick von der Grabstelle hoch unter die Kuppel. Auf dem weiteren Weg kommen wir noch an einem anderen Timuridenmausoleum vorbei, dem Oq Saray (Weißer Palast).

Und dann stehen wir vor dem Registan, einer wunderschönen harmonischen Anordnung von drei Medresen/Koranschulen. Den Anblick, noch dazu im warmen Abendlicht, werden wir nie vergessen.

Einfach grandios.

Wir bleiben eine ganze Weile sitzen und lassen die Stimmung auf uns einwirken. Erstaunlicherweise sind wir fast die einzigen Touristen. Eine Besucherempore und zwei seitliche Gerüste stören den Gesamteindruck etwas.

Der Platz, wo früher Erlasse kundgegeben wurden, Gericht gehalten wurde oder ein Markt stattfand, ist heute mit Brettern belegt. In den einzelnen Medresen bzw. in den hinteren Räumen sind kleine Geschäfte angesiedelt. Man kann Getränke, Karten, Souvenirs, Teppiche und dergleichen kaufen, sollte aber unbedingt handeln.

In den nächsten Tagen haben wir noch häufiger Gelegenheit, den Registan zu erleben.

Nach diesen wunderschönen Eindrücken erholen wir uns im Lokal Marco Polo bei einem Glas Bier. Es wurde gerade renoviert, die Arbeiten sind noch nicht ganz abgeschlossen. Überraschenderweise ist auf der neuen Toilette kein Sitz-WC, sondern eine Vorrichtung wie vor 100 Jahren installiert.

Sherzod, der 14-Jährige Junior, hat alle Hände voll zu tun, er spricht als einziger der Belegschaft gut Englisch.

Am letzten Tag gibt er uns seine Adresse mit der Bitte, ihm doch eine Uhr zu schicken.

Einmal fährt ein Bus vorbei mit der Aufschrift "Hutfilters Reisedienst Delmenhorst", allerdings mit usbekischem Kennzeichen.

In der Nationalbank tauschen wir 100 US$, ein Großteil des Geldes muss im Rucksack verstaut werden, jede Menge Papiernoten.

Wir schlendern durch die recht übersichtliche Stadt, gehen durch den Basar, der teils draußen unter freiem Himmel, teils drinnen stattfindet. Hier kann man alles kaufen: Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Bekleidung, es riecht herrlich nach Gewürzen. Ich erwerbe nach längerem Feilschen eine Moslemkappe.

Direkt am Basar kann man die Bibi Xanom-Moschee und das gleichnamige Mausoleum sehen, es wird momentan renoviert. Auch hier wieder prächtige Kuppeln und Türme.

Zu unserem Besichtigungsprogramm gehört auch die Nekropole Shohizinda, eine Gräberstadt mit Moscheen und Mausoleen.

In Usbekistan werden wir, so scheint es uns, mehr als in den vorherigen Ländern daran erinnert, in einem islamischen Land zu sein.

In Kasachstan und Kirgistan sahen wir mehr Leute mit mongolischen Gesichtszügen. In allen drei Ländern fiel uns auf, dass viele Erwachsene goldenen oder vergoldeten Zahnersatz tragen.

Das Essen bereitete keine Probleme, die Mahlzeiten haben geschmeckt. Meist gab es Reis mit Geflügel oder Lamm in verschiedenen Variationen. Das Bier, meistens mit weniger Alkoholgehalt, war in Ordnung, bis auf das in Usbekistan gebraute. Hier favorisierten wir Sorten aus Russland.

Gelegenheit zum Schwarztauschen gab es. Wir machten nur in Samarkand Gebrauch davon, der Kurs war allerdings nur geringfügig günstiger als der offizielle Wert in der Nationalbank. Entweder haben wir nicht richtig aufgepasst oder nicht genügend gehandelt, im Reiseführer stand, dass der Schwarzmarkt wesentlich mehr hergibt - vielleicht haben sich ja auch die Zeiten geändert.

Man sollte beim Einreisen, falls man noch kein Geld in der Landeswährung getauscht hat, für das schnelle Geschäft zwischendurch immer Kleingeld, Ein- oder Fünf-Dollar-Noten, zur Hand haben.

Im Autobusbahnhof, wir werden wieder von einer Miliz in Empfang genommen, lösen wir eine Fahrkarte nach Buchara. Das Ticket kostet etwa 1,5 US$. Für die knapp 300 km Fahrt benötigt unser Bus 5 ½ Stunden.

Die Zielangabe am Bus war in kyrillisch gehalten, auf dem Fahrplan stand der usbekische Name: Buxoro.

Zwischendurch steigen Bauern dazu, sie bringen 5 - 6 gefüllte Säcke mit, die anstandslos verfrachtet werden. Anderen Interessenten, die wesentlich mehr Ware zu transportieren haben, wird aber auch eine Absage erteilt. Wir überholen Eselskarren, gefüllt mit leuchtend roten Tomaten. Unterwegs sehen wir viele Fahrzeuge mit gepflückter Baumwolle. Die Fahrt an sich ist eher langweilig, nach einer Stunde ist man des Sehens müde.

Ein Taxi bringt uns zur Pension, wir fahren über baufällige Straßen mit dicken Schlaglöchern, vorbei an alten Hütten - das soll das bekannte Buchara sein? Der erste Stadtgang stimmt wieder zuversichtlicher: Die Innenstadt ist wunderschön, das Zentrum schmiegt sich um das Wasserbecken Labi Hauz, an beiden Enden eine Moschee und eine Medrese, an den Seiten Maulbeerbäume.

Auf den Sitzbänken mit Sonnenschutz sitzen die meist älteren Einheimischen, unterhalten sich, ruhen sich aus oder spielen Domino.

Auch hier gibt es einen Registan, einen Platz, der aber mit dem in Samarkand überhaupt nicht zu vergleichen ist, er fällt überhaupt nicht auf. Wir besichtigen weitere imposante Bauwerke, so auch die Moschee Kalon mit ihrem gewaltigen Minarett.

Man gut, dass der erste Eindruck nicht immer der richtige ist. Buchara und Samarkand wurden, im Gegensatz zu Taschkent, nicht so empfindlich durch Erdbeben zerstört.

An einem der Abende tafeln wir im alten Bad, das heute ein Museum mit Restaurant oder umgekehrt ist. Wir werden zu unserem Separee geleitet, hocken uns auf die Kissen, Stühle gibt es nicht, und genießen das Schaschlik. Zur Feier des Abends bestellen wir auch eine Flasche Wein.

Auf dem Nachhauseweg brauchen wir Wilfrieds Taschenlampe, denn in etlichen Häusern, auch in unserer Pension, herrscht Stromausfall. Der Wirt reicht uns eine Kerze.

Wie soll es nun weitergehen? Die Telefonate nach Hause heben unsere Stimmung nicht. Eigentlich wollten wir noch nach Chiwa und ins Ferghana-Tal. Nach Chiwa fährt nur ein Bus. Es gibt dort zwar einen Flughafen, aber wenn die politische Situation eskaliert, kann es sein, dass wir dort festsitzen. Die Busfahrt dauert um die 10 Stunden.

Gegen die Fahrt ins Ferghana-Tal sprechen dieselben Argumente, außerdem trennt uns nur ein kleines Stück Tadschikistan von Afghanistan.

Wir informieren uns in einem Reisebüro, in einem großen Hotel mit "Usbektourismus" und im Flughafen über Flüge nach Taschkent bzw. Almaty. Es ist sehr mühselig, an Informationen heranzukommen, und welche Möglichkeiten ab Taschkent bestehen, erfahren wir nur bedingt. Auf alle Fälle buchen wir einen Flug in die usbekische Hauptstadt, es soll täglich derer zwei geben. Wir zahlen bar, Kreditkarten werden nicht akzeptiert, auch nicht am Flugschalter.

Am letzten Abend in Buchara gönnen wir uns eine Nudelsuppe und einen Fleischspieß. Am Nebentisch feiert eine Herrenrunde ausgiebig mit Wodka, ein Paravent schützt sie vor neugierigen Blicken.

Wilfried plagt der Durchfall. Er hat somit das Vergnügen, viele Örtlichkeiten meist hockenderweise zu erleben. Toilettenpapier sollte man immer dabei haben. Es ist nachts recht kühl, wir haben zum Überdecken nur einen Bettbezug ohne Inhalt, richtig kuschelig ist es morgens nicht mehr.

Nach dem Frühstück - es gibt Brot, Käse, Honig, Weintrauben, Feigen und Tee, der draußen unter freiem Himmel auf dem Herd gekocht wird - verlassen wir Buchara. Auf dem Flughafen ist nichts los, wahrscheinlich wurde nur unser Flug abgefertigt. Eine Frau erhält Hilfe von einem Arzt. Der Flug dauert 45 Minuten.

Im Taschkenter Flughafen erfahren wir, dass British Airways nur ab Almaty fliegt, nähere Informationen gebe es im Hauptbüro neben dem Hotel Rossija, doch dort hören wir auch nicht mehr. Man sagt, das KLM-Büro wüsste Bescheid, wir finden es nur nicht.

Im Hotel Taschkent soll ein Infoschalter sein, alles Vergangenheit. Eine resolute, hilfsbereite Dame hilft uns aber insofern, als dass sie uns ein Empfehlungsschreiben für die kasachische Botschaft mitgibt - wir brauchen noch ein Visum für Wilfried. Dort, meint sie, erfahren wir auch die Telefonnummer der Fluggesellschaft.

Wilfried hat sein Visum dann auch erhalten, wenngleich es etwas Nerven gekostet hat. Auch eine Telefonnummer von British Airways haben wir. Im Telefon-Telefax-Office erfahren wir, dass es sich um eine Telefax-Nummer handelt. Was soll's.

Der heutige Flug nach Almaty ist weg, für morgen gibt es nur noch einen Platz in der 2. Klasse, übermorgen ist dicht, am darauf folgenden Tag auch nur noch Business-Class. Was bleibt uns übrig, als einen teueren und einen preiswerten Flug zu buchen.

Am Abend haben wir kleine Probleme, unsere Essbestellung aufzugeben, doch schließlich bekommen wir unser Fleisch-Reis-Gericht. In der Umgebung unseres Hotels finden wir, obwohl im Zentrum, kein Lokal und landen wohl oder übel in der Hotelbar. Hier unterhalten wir uns mit zwei Frauen, die nachts aktiv werden. Im Hotel gibt es zwei Frühstückssäle, jeweils einen in der 1. und 2. Klasse, wir wurden in letzteren Saal verwiesen.

Am nächsten Morgen trennen wir uns im Flughafen. Wilfried fliegt wie gewohnt, ich genieße den Service in der Business-Class.

Nach dem Einchecken beobachte ich einen Passkontrolleur, wie er sich am Computer mit einem elektronischen Kartenspiel vergnügt. In der Bar hängt ein Schild "Oktoberfest in Taschkent".

In Almaty nach 1¼-stündigem Flug angekommen nehmen wir den Bus und fahren wieder in das uns schon bekannte Hotel.

Unsere Bemühungen, Kontakt mit der Fluglinie aufzunehmen, sind erfolglos, schließlich ist es Samstag Nachmittag. Eine Flughafenangestellte meint jedoch, dass in der übernächsten Nacht ein Flug nach London startet.

Wir machen uns einen schönen Tag in der größten Stadt Kasachstans, genießen das angenehm warme Herbstwetter und begeben uns abends zum Flughafen.

Gegen einen Aufpreis können wir den Flug vorverlegen: einmal noch durch die Kontrollen, den gestrengen Augen der Uniformierten ausgesetzt, einmal noch die Reiseschecks vorzeigen.

Gut eine Stunde nach Mitternacht hebt die Boeing ab, nach kurzer Zeit sehen wir nur noch dunkle Nacht.

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