Serengeti, Ngorongoro und Träume im Indischen Ozean
Nun also auf zum letzten game drive dieses Urlaubs. Man kann darüber streiten, ob eine 4- oder 5-Tage-Safari sinnvoll
ist, Reiner und ich finden übereinstimmend, in den vier Tagen genug gesehen zu haben, letztendlich wiederholt sich doch
einiges, aber das muss jeder selbst für sich ausmachen.
Gleich nach dem Parkeintritt, das Tor wird von einem bewaffneten Mann bewacht,
stehen gewaltige Affenbrotbäume
oder, wie man hier sagt, baobabs, am Rande des Weges. Auch gibt es die imposanten Wurstbäume, aus den Früchten stellen die Massai ein Rauschgetränk her.
Dieser Park ist vegetationsreicher. Auch hier sehen wir die üblichen Tiere wie Zebras, Strauße, Antilopen, Giraffen und
Elefanten.
Auf einem Baum sitzen ein Dutzend Geier, wir kommen näher und sehen einen Büffelkadaver am Boden, über 10
Geier hocken darauf, es stinkt fürchterlich.
Auf einer Lichtung beobachten wir einen Löwen, wie er Zebras jagt. Er hat keinen Erfolg und legt sich gut getarnt im
Schatten eines Baumes auf die Lauer. Von der anderen Seite kommt eine andere Herde Zebras, Hashim meint, dass eines der Tiere
gleich Opfer des Löwen wird.
Sie schauen nach links und rechts, sondieren das Terrain und ziehen weiter, Zebras einer anderen Herde stoßen Warnlaute aus,
bald muss es losgehen. Doch es bleibt friedlich, erst kommen Giraffen, danach Elefanten und stellen sich zwischen Opfer und
Angreifer. Irgendwann ist die Gefahr vorbei, einmal noch davongekommen. Beim Anblick dieser Artenvielfalt hatte ich das
Gefühl, im Garten Eden zu sein.
Im Tarangire-Fluss baden ca. 25 Elefanten, es ist ein tolles Schauspiel. An einer anderen Stelle liegt ein Elefantenkadaver,
die Elefantenfamilie marschiert eine ganze Zeit um den leblosen Körper herum und mag sich nicht trennen. Eine Tierart
sehen wir in diesem Park zum ersten Mal, nämlich Dikdiks, eine kleine Antilopenart.
Tansania ist ein armes Land. Hashim erzählt während einer Pause, dass der Koch etwa 3 USD am Tag verdient,
elektrischen Strom kann sich kein Einheimischer, auch wenn er am Versorgungsnetz angeschlossen ist, leisten. Unser Fahrer
verbringt seine Abende zu Hause im Schein einer Karbidlampe, Strom ist zu teuer.
Der wachsende Tourismus beschert einige Arbeitsplätze, leider, so hören wir, gehören viele Unternehmen der
Tourismusbranche ausländischen Anlegern, somit bleibt der wirtschaftliche Erlös längst nicht vollständig
im Lande.
Auf dem Rückweg nach Arusha kehren wir noch einmal ein, unser Koch unterhält uns mit seinen Vorstellungen über
Frauen.
Am Ende der Fahrt geben Reiner und ich unserem Fahrer je 10 USD Tip, er schaut uns verständnislos und wehmütig an,
so dass wir noch jeweils 10 drauflegen, dem Koch geben wir 5 Dollar.
Nach einer Nacht im Mezza Luna geht es per Linienbus zurück nach Nairobi, an der Grenze gibt es keine Probleme, unser
Visum ist noch gültig. Wir waren zuerst nicht sicher, ob wir mit einem Visum öfter als einmal ins Land einreisen
dürfen.
Den Kilimandscharo haben wir mehr erahnt als gesehen, er war in Wolken verhüllt.
Wir steuern wieder das Grand Hotel Regency an und müssen zu unserem Bedauern feststellen, dass wir fast doppelt so viel
bezahlen müssen als uns die Hotelbuchung in Deutschland vorab gekostet hat. Es ist vor Ort keinesfalls immer billiger, es
sei denn, man kümmert sich um Low-Budget-Unterkünfte, die in keinem Prospekt stehen.
Mahé
Erwartungsvoll steigen wir in den Flieger, um nach gut dreistündigem Flug auf
Mahé, der Hauptinsel des
Seychellen-Archipels, zu landen.
Bei der Passkontrolle muss auch ein Weiterflugticket vorgelegt werden.
Im Flughafen buchen wir das Hotel für die nächsten Tage, wir entscheiden uns für die Auberge de Bougainville,
einer schön gelegenen aber auch relativ preiswerten Unterkunft an der Anse Royale, einem Traumstrand.
Tropisches heißes Klima empfängt uns, die hohe Luftfeuchtigkeit ist sofort zu spüren.
Wir genießen den Abend mit Fisch auf kreolische Art und einheimischem Bier, immer das Rauschen des Indischen Ozeans im Ohr.
Ab und zu fährt ein Auto vorbei. Im Hotel lernen wir ein Paar aus dem Raum Frankfurt kennen und in den nächsten
Tagen haben wir noch öfter Gelegenheit zu einem kleinen Plausch.
Die Türen und Fenster sind, so gut es geht, geöffnet, der Durchzug tut gut und macht uns die Hitze
erträglicher.
Das Meer spiegelt sich in den schönsten Farben, türkis in allen Nuancen, blau, dazu der fast weiße Strand, es ist
paradiesisch.
Wir liegen im Sand, baden dann und wann, bräunen uns in der Sonne, dösen im Schatten, ja, so stellt man sich einen
perfekten Urlaub vor. Wenn, ja wenn die Sonne man nicht eine solche Kraft hätte, gegen Abend klagt Reiner über einen
heftigen Sonnenbrand am Fußgelenk. Er hatte wohl übersehen, an dieser Stelle Sonnencreme aufzutragen.
An einem anderen Tag fahren wir mit dem Bus über die Insel zum ebenfalls wunderschönen Strand Beau Vallon. Der
Tourismus ist hier etwas stärker, es gibt einige Hotels nebeneinander, vielleicht wäre hier etwas mehr nightlife als
bei uns.
Auf dem Rückweg machen wir noch einen Halt in der Hauptstadt Victoria. Man hat gute Busverbindungen auf
Mahé, es ist
kein Problem an den jeweils gewünschten Ort der Insel zu gelangen.
Mauritius
Der Flug nach Mauritius dauert knapp 2,5 Stunden. Gegen Mitternacht kommen wir an, auch hier muss bei der Einreise ein
Anschlussflugticket vorgezeigt werden.
Im Flughafen erfahren wir, dass das von uns favorisierte Hotel belegt ist, also entscheiden wir uns für Villas La
Guerlande. Der Taxifahrer murrt etwas, als wir ihm unsere Preisvorstellung nennen, akzeptiert dann aber den Preis.
Wir erhalten einen Bungalow direkt am Meer, können über zwei Schlafzimmer und einen Aufenthaltsraum verfügen
und sind rundum glücklich.
Es ist sehr windig, häufig stellen sich dicke Wolken der Sonne in den Weg. Eigentlich hatten wir hier das gleiche Wetter
wie auf den Seychellen erwartet.
Der Hotelstrand ist sehr gepflegt, in der Ferne kann man ein Wrack, das schon 100 Jahre im Meer liegt, erkennen. Hohe Wellen
brechen sich am Riff.
Beim Baden im Meer bin ich leider unaufmerksam und trete in einen Seeigel, einige Stachel (es sind 10 Stück, so stelle
ich später zu Hause fest) bleiben im Fuß.
Wir machen einige Ausflüge mit dem Bus, fahren zum benachbarten
Mahebourg und in die Hauptstadt Port Louis. Wohin man
auch schaut, man sieht immer spitze Berge. Im Landesinneren wird überwiegend Zuckerrohr angebaut.
Auch hier an unserem letzten Urlaubsdomizil an der Blauen Lagune ist das Wasser glasklar und variiert in verschiedenen
Türkisfarben. Am letzten Tag unternehmen wir eine Fahrt mit einem Schnellboot, an einem Korallenriff setzen wir die Brille
auf und schnorcheln. Das Luftholen macht mir etwas zu schaffen, nach 10 Minuten klettere ich wieder ins Boot, Reiner bleibt
noch eine halbe Stunde weiter im Wasser und ist vollends begeistert.
Wir machen Spaziergänge am Strand, sammeln Muscheln und genießen die letzten Urlaubstage. Auch auf Mauritius
ernähren wir uns hauptsächlich von frischem Fisch, entweder in Curry oder auf kreolisch zubereitet.
Sprachprobleme gibt es nicht, alle Menschen, mit denen wir auf der Insel zu tun haben, sprechen außer kreolisch und
französisch auch englisch. Eine Frau aus Deutschland ist Inhaberin unseres Hotels, wahrscheinlich sind deshalb viele
Deutsche unter den Hotelgästen.
Viel zu schnell ist der letzte Tag angebrochen. Beim Start des Flugzeuges können wir noch einmal einen Blick auf die
traumhaften Strände und das glitzernde Wasser werfen.
Wir fliegen über die Nordspitze von Madagaskar, über die Komoren und erreichen das afrikanische Festland in der
Höhe von Mombasa. Nun, über den Wolken, haben wir freie Sicht auf den Kilimandscharo. Der Gipfelschnee leuchtet in
der Morgensonne. Kurz darauf sind wir über der Sahara. Unsere Augen verlieren sich in der unendlichen Wüste.
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