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Venedig und die Lagune. City Guide von Birgit Weichmann (Autor)

Marco Polo Reiseführer Venedig on Walter M. Weiss (Autor)

Marco Polo Reiseführer Venetien, Friaul, Verona, Padua, Triest von Bettina Dürr (Autor)
Campanile und Dogenpalast
Seufzerbrücke
Markusdom
Rush hour auf dem Kanal
Rialtobrücke
am Canal Grande
Uhrturm
Markusdom und Campanile
Dogenpalast
Granitsäulen
Blick auf Isola di San Giorgio Maggiore
musikalische Unterhaltung
auf dem Markusplatz
Blick vom Campanile
Amphitheater
S. Marino
S. Marino
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Sommer in Venetien
Text und Fotos: Horst Wehrse
Dem Angebot von Ryanair, hin und zurück für immerhin
weniger als 15,- Euro, konnte ich mich nicht entziehen und so buchte ich
vier Wochen vor dem Start einen so genannten Billigflug
Bremen-Venedig-Bremen. Insgesamt waren mit Gepäckkosten, Flughafengebühren
und Steuern gut 70,- Euro fällig, aber ich halte den Preis immer noch für
unschlagbar.
Etwas müde vom Wochenende begebe ich mich an einem Montag im Juli 2007 zum
Bremer Airport, checke ein und lande 75 Minuten später in Treviso. Der Flug
ist sehr angenehm, wir sehen München, den Starnberger See und die Alpen tief
unter uns.
Nach kurzer Wartepause kann ich dann auch schon in den Bus steigen. Er
braucht insgesamt eine Dreiviertelstunde und hält zunächst am Bahnhof in
Mestre und später am Piazzale Roma in Venedig. Hier erwerbe ich ein Ticket
und steige in das nächste Wasserboot zum Markusplatz. Nun noch ein kleiner
Fußmarsch und schon bin ich am Ziel und belege mein Zimmer im zentralen
Hotel "Torino".
Die Stadt ist ein Weltwunder, eine Weltsehenswürdigkeit. Das Miteinander der
vielen Kanäle und Brücken, die zahlreichen romantischen Plätze abseits der
touristischen Trampelpfade, der morbide Charme von Reichtum und Schönheit
und der Eindruck von Vergänglichkeit, die weltbekannten Sehenswürdigkeiten,
all das macht Venedig so einzigartig, so unverwechselbar und beeindruckend.
Schon die Fahrt vom Busbahnhof zum Zentrum gleicht einer Sightseeing-Tour,
immer die prächtige Skyline vor Augen mutiert das Vaporetto zum
Ausflugsdampfer und man erhascht einen ersten Eindruck oder zumindest eine
Ahnung vom Glanz Venedigs. Das vor Jahrhunderten errichtete Stadtbild
brauchte nicht umgebaut und dem modernen Verkehr angepasst werden, Autos und
andere Fahrzeuge sind tabu, hier findet der Verkehr auf dem Wasser statt,
das Auto muss am Piazzale Roma geparkt werden, denn weiter geht es nicht.
Etwa 500 n. Chr. wurde die Stadt gegründet, als die Menschen vom. Festland
in die Lagune flüchteten und sich in den Sümpfen ansiedelten, angeblich
wurden Millionen von Pfählen in den Schlammboden geschlagen. Man sagt, dass
Venedig jährlich einige Millimeter ins Meer versinkt und das immer häufiger
einsetzende Hochwasser, das "acqua alta", ist bereits ein geflügeltes Wort
und auch Titel eines Romans von Donna Leon.
Rund 3.000 Gassen schlängeln sich durch die Lagunenstadt, vorbei an den etwa
100 Plätzen, mehr als 400 Brücken überspannen die 150 Kanäle. Die über
300.000 Einwohner, darunter 75.000 im direkten Stadtgebiet, erleben jährlich
etwa 11 Mio. Besucher. Das Durchschnittsalter der Venezianer ist sehr hoch
und noch immer im Steigen begriffen, da es die Jugend aus verschiedenen
Gründen zunehmend auf das Festland zieht.
Ich hatte die "Serenissima", die Durchlauchte, wie Venedig auch genannt
wird, einige Male als Tagestourist besucht, den Markusdom besichtigt, die
Tauben auf dem Platz hoch gescheucht, vor der Seufzerbrücke sinniert oder
meiner Freundin mit einer Gondelfahrt versucht zu imponieren. Viel zu spät
merkte ich, dass der geforderte Lire-Betrag umgerechnet mehr als 100,- DM
entsprach. Total verärgert schwor ich mir, eine solche Tour auf den Kanälen
nicht zu wiederholen und bin auch bis heute nicht rückfällig geworden. Das
tat aber der Faszination, die die Stadt auf mich ausübt, keinen Abbruch.
Und nun bin ich hier, um auch einmal einen lauschigen Abend in Venedig zu
erleben oder den Charme der Nacht kennen zu lernen.
Doch noch ist früher Nachmittag, die Sonne brennt vom Himmel und ich stürze
mich in das Stadtgetümmel. Die Ferienzeit hat begonnen und viele Menschen
scheinen das gleiche Interesse wie ich zu haben. So viele Besucher hatte ich
in Venedig früher noch nicht gesehen, eine Menschenschlange, deren Länge ich
nicht abzuschätzen vermag, wartet geduldig vor dem Eingang des Markusdoms
und kollidiert fast mit den Interessenten, die in langen Reihen vor dem
Campanile ausharren und auf baldigen Einlass hoffen.
So verschiebe ich den Besuch auf die nächsten Tage und lasse mich einfach
durch die kleinen Gassen treiben. Aber auch hier kommen mir permanent wahre
Besucherströme aus aller Herren Länder entgegen. An einen schattigen Platz
schaue ich dem Treiben bei einem Espresso zu.
Noch ein paar Meter und dann bin ich wieder am Canal Grande und sehe die
wohl bekannteste Brücke Venedigs, die Rialtobrücke oder Ponte di Rialto, vor
mir. Sie ist 28 m lang und verbindet die Stadtteile S. Marco und S. Polo.
Viele Touristen sitzen auf den Stufen oder kaufen eine Kleinigkeit in den
hier angesiedelten Läden.
Gondeln wetteifern mit Lastbooten, hier fährt ein Postschiff, dort ein
Wassertaxi oder die Polizei. Mir scheint, die Gondolieri mit ihren blauen
und roten Streifenpullis und hellen Strohhüten haben Hochkonjunktur, immer
wieder kommen die mit Touristen beladenen Holzgefährte an mir vorbei,
manchmal ist noch zusätzlich ein Sänger oder Musiker an Bord.
Ich werde aus vorher näher genanntem Grund nicht wieder in ein solches
Fahrzeug steigen, freue mich aber dennoch, dieses malerische Treiben, das zu
Venedig gehört wie der Dogenpalast, beobachten zu können. Einmal lausche ich
bei einer Preisverhandlung und meine, dass eine Tour von rund 30 Minuten
75,- Euro kostet, mag mich aber auch verhört haben.
Auf der anderen Seite des Canal Grande reihen sich die Restaurants, Bars und
Cafés dicht an dicht. Ich überquere die Rialtobrücke und suche mir einen
schönen Platz am Wasser, bestelle eine Karaffe Weißwein, ziehe den neuesten
Commissario-Brunetti-Roman aus meinem Rucksack und beginne zu lesen. Ja, so
stelle ich mir Urlaub vor.
Später beim Weitergehen schaue ich auf einen schiefen Turm. In meinem
Reiseführer ist darüber nichts zu finden und auf meine Nachfrage hin meint
ein Einheimischer, er gehöre zur Kirche San Maurizio.
Der Markusdom ist mittlerweile geschlossen, dafür ist die Piazza S. Marco
noch voller und belebter geworden. An allen Ecken und Kanten stehen die
Touristen und locken mit Vogelfutter, das hier überall verkauft wird, die
Tauben an. Viele Besucher lassen sich mit den Tieren auf dem Arm, auf dem
Kopf oder auf der Schulter fotografieren. Wenn ich, meinen Rucksack hin und
her schwenkend, vorbeigehe, fliegen einige Vögel kurzzeitig weg und böse
Blicke werden hinter mir her geworfen.
In einer kleinen Pizzeria esse ich zu Abend und beobachte das Geschehen auf
dem Platz. Es schmeckt sehr gut, hat aber, obwohl es wirklich ein ganz
einfaches Lokal ist, auch seinen Preis. Ein Schild an der Wand weist darauf
hin, dass nur tischweise und nicht pro Person abgerechnet und kassiert wird.
Ob deutsche Gäste Auslöser für diese Ankündigung sind?
Den Rest des Abends schlendere ich am Canal Grande entlang, streife durch
den Stadtteil S. Marco und lege in verschiedenen Weinbars eine Pause ein.
Auf dem Markusplatz steige ich einmal über den eigenen Schatten, setze mich
vor einer der drei Unterhaltungskapellen hin und bestelle einen Espresso.
Die Atmosphäre gefällt mir so gut, der Blick auf den Markusdom im matten
Licht der Nacht, die ganze Stimmungslage lässt mich dann noch einen Campari
mit Soda bestellen. Andächtig lausche ich der Musik und erfreue mich an
Stücken von Johann Strauß und an "my way". Als der Kellner die Rechnung
präsentiert, traue ich meinen Augen nicht, über 22,- Euro hat der Spaß
gekostet, beim Trinkgeld halte ich mich verständlicherweise etwas zurück.
Am nächsten Morgen gegen 10.00 Uhr haben sich schon wieder riesige
Menschenschlangen vor dem Dom und dem Dogenpalast gebildet, allerdings
herrscht wenig Interesse am Campanile und so erwerbe ich ein Ticket, gebe
meinen Rucksack ab, fahre mit dem Aufzug hinauf und genieße von der
Glockenstube den atemberaubenden Ausblick über die Lagunenstadt.
Später halte ich mich einige Zeit in dieser Gegend auf und sehe mir die zwei
Granitsäulen auf dem Markusplatz an, zwischen ihnen befand sich früher ein
Hinrichtungsplatz. Der linke Monolith wird von einem geflügelten Löwen, dem
Markus-Symbol, gekrönt.
Ganz in der Nähe mache ich noch ein Bild von den Tetrarchen, einer
Männergruppe aus Stein, die der Legende nach den Schatz des heiligen Markus
rauben wollten. Und natürlich fotografiere ich auch zum wiederholten Male
den eindrucksvollen Uhrturm mit dem interessanten Ziffernblatt.
Der Auflauf am Dogenpalast hat sich noch nicht reduziert und ein Wärter
meint, nach dem Mittagessen hätte ich bessere Chancen. So mache ich einen
kleinen Spaziergang im Stadtviertel Dorsoduro, besuche den Wochenmarkt am
Rialto und steige dann in ein Wasserboot, das zum Lido fährt.
Hier zeigt sich die Stadt in einem ganz anderen Gesicht, auf den Straßen
verkehren wieder Autos und andere Landfahrzeuge, einige Fahrradverleiher
bieten ihre Geschäfte an. Ich gehe jedoch zu Fuß weiter und freue mich,
immer mal wieder einen kleinen Blick auf die Silhouette Venedigs zu
erhaschen. In einer kleinen Bar bestelle ich die für diese Gegend übliche "ombra",
einen einfachen Wein, und esse dazu den aromatischen prociutto crudo, rohen
Schinken. Herz, was willst du mehr!
Zurück in der Stadt gelingt mir endlich ein halbwegs zeitakzeptabler
Eintritt in den Dogenpalast, vorher muss ich noch eine Taschen- resp.
Rucksackkontrolle über mich ergehen lassen.
Der Andrang ist auch im Innenraum nicht besonders stark und so kann ich den
Palazzo Ducale mit Muße betrachten, die Arkadenhalle, die Gigantentreppe und
den Triumphbogen gegenüber. Auf der goldenen Treppe, der Scala d´Oro, steige
ich zu den Sälen der Dogen in den oberen Stockwerken und staune über die
Wand- und Deckengemälde, so über das "Paradies" von Tintoretto, das
angeblich größte Ölgemälde der Welt. Genau wie früher die Gefangenen gehe
ich über die Seufzerbrücke in das daneben befindliche Gefängnis hinein.
Und irgendwann ist auch die Menschenansammlung vor dem Markusdom kleiner
geworden und ich wage einen Besuch. Nach etwa 25 Minuten bin ich in der
Kirche, eine andächtige Besichtigung ist jedoch wegen der vielen Besucher
und der daraus resultierenden Unruhe nicht möglich. Aber da ich vor Jahren
schon einige Male unter anderen Umständen hier sein durfte, hält sich mein
Ärger in Grenzen. Die Schatzkammer kann nur nach Entrichtung eines
Eintrittsgeldes besichtigt werden, ebenso die wohl größte Kostbarkeit im
Dom, die Pala d´Oro, ein Altaraufsatz mit Hunderten von Perlen und Tausenden
von Edelsteinen über dem Sarkophag des hl. Markus. Das dreischiffige Innere
des Gotteshauses ist mit kostbaren Mosaiken ausgeschmückt.
Den Rest des Tages halte ich mich in der Rialto-Gegend auf und schaue dem
Treiben auf dem Kanal und in den Gassen bei einigen Gläsern Wein zu. Beim
Abendessen probiere ich pasta nera, Pasta mit schwarzer Soße aus der Tinte
des Tintenfisches, es schmeckt sehr lecker, ist aber, wie alle Speisen
überall in Venedig schlechthin, nicht billig. Der Rechnungsbetrag wird in
diesem Lokal außer in Euro noch zusätzlich in Lire angezeigt.
Am nächsten Morgen heißt es leider Abschied nehmen von der "Serenissima".
Mit dem Vaporetto fahre ich auf dem Canal Grande, unter der Rialtobrücke
hindurch, am Wochenmarkt vorbei, zum Bahnhof. Schwer beladene Boote mit
Gemüse und anderen Waren kommen uns entgegen.
Der Zug nach Verona braucht etwa 1 ½ Stunden. Ein Taxi bringt mich vom
Bahnhof zum bereits reservierten Hotel "Porta Leona". Es liegt sehr zentral
und man kommt bequem zu Fuß zu den interessantesten Plätzen der Stadt.
Der Wettergott meint es auch hier und heute gut mit mir und so mache ich
mich in der prallen Nachmittagssonne auf den Weg. Die Stadt zählt etwas über
250.000 Einwohner und liegt an der Etsch. Zunächst gehe ich zur Piazza dei
Signori in der Nähe des Hotels. Der Platz ist voll von Verkaufsständen, in
der Mitte erhebt sich das Dante-Denkmal. An den Seiten findet man den
Palazzo del Comune, den mit 84 m weithin sichtbaren Torre dei Lamberti und
daneben den Palazzo del Capitano.
Besuchermagnet ist aber das Casa di Giulietta, ein Haus aus dem 13.
Jahrhundert mit einem steinernen Balkon. Hier soll Julia immer auf Romeo
gewartet haben. Nur mit Mühe gelingt mir angesichts des überfüllten Hofes
ein Foto.
Dann gehe ich weiter in Richtung Arena und halte mich geraume Zeit an der
Piazza Bra auf, bevor es zum Castelveccio weitergeht. Die Festung mit ihren
trutzigen Ecktürmen liegt direkt an der Etsch. Eine zinnengekrönte
Skaligerbrücke aus dem 14. Jahrhundert überspannt hier malerisch den Fluss.
Eigentlicher Grund des Abstechers nach Verona ist aber der Besuch des
Anfiteatro Arena, des nach dem Kolosseum in Rom zweitgrößten Amphitheaters
von Italien.
In dieser Saison stehen Nabucco, Aida, La Bohème, Der Barbier von Sevilla
und La Traviata auf dem Programm. Man empfahl mir, unbedingt die Oper Aida
zu wählen, weil u. a. lebende Elefanten mit auftreten. Vor Wochen hatte ich
per Internet bei Vienna Ticket Office eine Eintrittskarte gekauft, auf den
Preis wurden noch Systemgebühr, was auch immer das sein mag, und
Versandspesen aufgeschlagen.
Das im 1. Jahrhundert errichtete Theater war früher Austragungsort von
Gladiatorenkämpfen und Tierhetzen. Erst 1913 wurde hier mit Aida die erste
Oper aufgeführt. Rund 25.000 Besucher finden Platz in der Arena.
Nachdem ich mich mit Pasta, Salat und crudo gestärkt habe, gehe ich
gemächlich zur Aufführung. Die Lokale an der Piazza Bra sind bis auf den
letzten Platz gefüllt, zwei Pantomimen buhlen um Aufmerksamkeit. Einige
Eingänge sind schon geöffnet, aber wir müssen bis gut 20.oo Uhr warten, bis
wir erwartungsvoll die kulturelle Stätte betreten dürfen. Für alle Fälle
stehen draußen Toilettencontainer, allerdings ohne Sitzmöglichkeit.
Ich hatte einen Theaterplatz der zweitpreiswertesten Kategorie erworben und
miete vorsorglich ein Sitzkissen. Wäre aber nicht nötig gewesen, weil die
Plätze in dieser Preisklasse noch bestuhlt sind. Beim nächsten Mal werde ich
wohl mit dem günstigsten Sitz vorlieb nehmen.
Viele Gäste warten schon gespannt auf den Beginn der Oper, sie haben sich
mit Getränken und Snacks versorgt und vertreiben sich die Zeit mit Essen und
Trinken. Permanent werden Wasser, Bier, Wein, Baguettes und Programmhefte
angeboten. Einige übermütige Gäste werfen Papierflieger in die Menge. Ich
bin begeistert von der Atmosphäre und freue mich riesig auf die nächsten
Stunden. Um 21.15, es ist bereits dunkel, wird die Vorstellung mit drei
Gongschlägen angekündigt. Die Gäste werden über Lautsprecher in mehreren
Sprachen aufgefordert, ihre Handys auszustellen und nicht zu fotografieren,
aber der letztgenannten Aufforderung hat wohl niemand Folge geleistet.
Besucher auf den oberen Rängen, so auch ich, erhielten beim Eingang eine
Kerze und man bittet uns nun, sie anzuzünden. Es ist ein phantastisches Bild
und beim Anblick dieser Kulisse im Lichterschein bekomme ich eine Gänsehaut.
Dann endlich geht es los. Ich hätte nicht gedacht, dass die Akustik so gut
ist. Gespannt und ergriffen lausche ich der Aufführung, über uns der Mond
und die ersten Sterne. Manchmal fliegen Fledermäuse durch das Bild, ein
Geiger verschafft sich Kühlung mit einem Fächer.
Nach einer guten Stunde wird eine Pause von einer Viertelstunde eingelegt
und wir haben Gelegenheit, das Theatergelände zu verlassen, um in den
angrenzenden Bars eine Erfrischung einzunehmen. Fünf Harfen gesellen sich
nun zum Orchester.
Später haben wir noch einmal 20 Minuten Zeit, um in den umliegenden
Gaststätten etwas zu trinken, eine halbe Stunde nach Mitternacht fällt
sprichwörtlich der Vorhang, es war ein wunderschönes Erlebnis, ein
Opernabend, den ich so noch nicht erlebt habe und nie vergessen werde, auch
wenn keine lebenden Elefanten die Vorstellung bereicherten. Rundum glücklich
und zufrieden mache ich mich auf den Heimweg. Glücklicherweise haben noch
einige Bars auf der Piazza dei Signori geöffnet und so kann ich den
herrlichen Abend adäquat beenden.
Nun, nach den "anstrengenden" Tagen in der Stadt, möchte ich noch etwas
Landschaft erleben und fahre mit dem Zug nach S. Marino in den Dolomiten,
nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Republik. Das Dorf liegt
idyllisch im Schutz der Berge und hat außer der herrlichen Natur wenig zu
bieten, aber deswegen bin ich ja auch hier, Sehenswürdigkeiten und Trubel
gab es auf dieser Reise schon zur Genüge. Ich mache einen längeren
Spaziergang, genieße die wunderbare Luft und warte dann in einer Trattoria
auf die Abfahrt des Zuges.
Bis Treviso ist eine gute Stunde zu fahren. Einmal hält der Zug in Bassano
del Grappa, dem Geburtsort des berühmten Tresters "Grappa".
An meinem Zielort entdecke ich in der Nähe des Bahnhofs das Hotel "Carlton"
und beschließe, in diesem Hause die letzte Nacht der Reise verbringen. Die
Stadt gefällt mir, auch hier gibt es wieder ein interessantes Zentrum mit
einem wuchtigen Dom, mit eindrucksvollen Palästen und schönen Plätzen.
Besonders beliebt ist die Piazza dei Signori, die fast vollständig von
Tischen und Stühlen der Pizzeria "da Pino" eingenommen wird. Ein Mitarbeiter
ist damit beschäftigt, den Kunden Wartemarken auszuhändigen und ihnen dann
später den gerade frei gewordenen Tisch zu zeigen.
Schade, dass es der letzte Abend ist, Treviso hätte es verdient, mit mehr
Aufmerksamkeit bedacht zu werden.
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