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Beim Mekong-Delta
Marktstand in Can Tho
Floating Market auf dem Mekong
Beim Mekong-Delta
Moderner Viehtransporter
Prenn-Wasserfall
Stausee bei Dalat
Po Klon Garai Towers
Nha Trang
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Vietnam und Kambodscha
nach Krieg und Terror im Aufbau begriffen
Später, bei einer Bierpause, beklagt sich ein Europäer am Nebentisch,
dass er für sein Getränk mehr zahlen muss als die Einheimischen.
Am nächsten Morgen unterhalte ich mich mit einem Deutschen und wir stellen
fest, dass wir gemeinsame Bekannte haben. Er ist in Bremen geboren, wohnt in
Minden, spielt in einer Band und ist mit Britta Seelmann, der Tochter eines
Gastwirts aus meinem Geburtsort Nendorf, befreundet. Genau wie ich hat er
auf dem Saal ihres Vaters schon einige Male einen Auftritt gehabt. Später,
als wir auf der Hochzeit von Britta Musik machen, treffen wir uns wieder und
können immer noch nicht richtig realisieren, wo und wie wir uns
kennengelernt haben.
Morgens herrscht an den Straßen schon reges Markttreiben. Was gibt es nicht
alles zu sehen, kleine Küken, Hähne und anderes Geflügel, lebende und tote
Schlangen in Käfigen und Glasgefäßen, Haushaltsartikel aller Art.
Auch an diesem Tag erleben wir tolle Aussichten bei verschiedenen Touren auf
dem Mekong. Besonders beeindruckt mich der "floating market" der Verkauf von
Obst, Gemüse und anderen Sachen von Bord aus. Die mit Waren vollgeladenen
kleinen Schiffe fahren zu den Häusern am Ufer und bieten ihre Produkte an,
manchmal wird auch von Boot zu Boot verkauft. Und auch hier wieder fröhlich
winkende Kinder. Auf einer Plantage schenkt man uns Apfelsinen in grüner
Schale. Immer wieder werden wir von den Vietnamesen, zumeist von den
Kindern, angefasst. Behaarte Arme und Beine sind ihnen fremd, einen Bart
sehen sie nicht alle Tage.
Die Rückfahrt mit dem Bus ist auch sehr interessant, zwei mal überqueren wir
den Mekong mit einer Fähre. Auf der letzten Fähre wird auch ein
Militärfahrzeug mit Sarg transportiert, einige Soldaten halten Totenwache.
In Saigon angekommen beschweren sich einige Mitreisende, weil angeblich
nicht alle Programmpunkte erfüllt wurden. Der Fahrer erklärt es mit
Zeitproblemen, meines Erachtens mangelt es noch an organisatorischer
Erfahrung. Mich hat es nicht gestört, im Gegenteil, die Fahrt zum
Mekong-Delta gehört zu meinen Reisehöhepunkten in Vietnam.
In einem Reisebüro erwerbe ich schon mal ein Flugticket nach Phnom Penh für
die nächste Woche, es kostet 50 Dollar. Beim dritten Anlauf gelingt es mir
auch, Travellerschecks in Dollarnoten umzutauschen.
Etwas umständlich ist das Versenden von Ansichtskarten, denn die Briefmarken
müssen erst mit Klebstoff bestrichen werden.
Die Vietnamesen haben ihren Sonntagsstaat angelegt und flanieren oder fahren
durch die Stadt, einige von ihnen schützen sich auf dem Moped mit einem
Schirm vor der Sonne.
Abends treffe ich mich mit den Stuttgartern im Sinh Cafe, hier kaufe ich
auch für sechs Dollar ein Busticket nach Dalat.
Um 7.3o Uhr verlassen wir Saigon. Leider haben wir bereits kurz darauf eine
Reifenpanne. In einer Werkstatt wird der defekte Reifen mit konventionellen
Mitteln nach alter Art geflickt und nicht etwa das Ersatzrad aufmontiert.
Neben der Werkstatt befindet sich ein Hochzeitsauto-Verleih. Unterwegs
kommen uns diverse Hochzeitswagen entgegen oder werden von uns überholt.
Viele Bars und Gaststätten sind geschmückt, leider kann mir niemand
erklären, warum an diesem Tag so viel geheiratet wird.
An einem Getränkestand wird Zuckerrohrsaft gepresst. Ein Moped mit einem
Eber auf dem Anhänger fährt an uns vorbei. Am Straßenrand liegt Tabak zum
Trocknen.
Einmal halten wir in einem Dorf an, in dem alle Hütten auf Pfählen im Wasser
stehen.
Nach etwa sechs Stunden Fahrzeit kommen wir in Dalat, der angeblich
schönsten Stadt Vietnams, an. Es ist milder, schließlich liegt der Ort 1475
m über dem Meeresspiegel. Etwa 125.000 Einwohner leben hier, die Stadt blieb
vom Krieg weitgehend verschont, weil Dienstgrade beider Fronten sich in
ihren hiesigen Villen erholten.
Im "Cam Do Hotel" belege ich ein Zimmer für 6 $. Die Toilette besteht
lediglich aus einem Loch in der Erde. Abends spaziere ich mit anderen
Deutschen durch die Stadt, es ist angenehm kühl. Die Einheimischen tragen
Fellmützen, jedoch keine Socken, es scheint ein anderer Menschenschlag zu
sein. Das Kino Rap 3 / 4 ist ein Blickfang im Zentrum. Am schönsten finde
ich die Gegend um den Xuan Huong See. Viele Brautpaare kommen hier her und
lassen sich fotografieren.
Wir besuchen einige Karaoke-Bars. Das Spazierengehen ist wegen der
schlechten Bürgersteige nicht besonders angenehm.
Für die Erkundung der Umgebung bietet sich eine Mopedfahrt an. Es ist ein
optischer Hochgenuss, die Informationen sind leider rar, da Happy, mein
Fahrer, nur wenig englisch spricht. Er verlangt sieben Dollar für die Tour.
Wir fahren durch kleine Ortschaften, auch hier wieder Häuser auf Pfählen.
Angeblich wohnen darin arme Menschen aus Kambodscha. Es wird Kaffee
angebaut. Eine Frucht, passiman, sieht aus wie eine Kreuzung zwischen
Tomaten und Orangen, die deutsche Übersetzung, so es denn eine gibt, ist mir
nicht bekannt geworden.
Anschließend fahren wir zu einigen der in dieser Gegend so oft
anzutreffenden Wasserfälle.
Zuerst besichtigen wir den Prenn-Wasserfall, er gehört zu den größten und
schönsten in der Umgebung, sein Wasser stürzt 15 m tief hinab.
Aber auch der Datanla-Wasserfall hat mir gefallen, das Moped muss ganz
schöne Steigungen absolvieren, einmal denke ich, wir müssen absteigen und zu
Fuß weitergehen. Es hat dann aber doch geklappt und nach aufregender Fahrt
stehen wir davor.
An beiden Wasserfällen muss Eintritt entrichtet werden, 7.000 d und 1.500 d.
Auch beim nächsten Halt, am Quang Trung Stausee, wird danach gefragt. Der
künstliche See soll touristisch erschlossen werden.
Von hier geht es weiter zum neu erbauten Truc Lam Buddha Tempel, einem
Meditationszentrum. Ein Mönch lädt mich zu einem Glas Tee ein und ich
revanchiere mich mit einer Ansichtskarte aus Bremen und einem Foto meines
Elternhauses. Er freut sich sehr und berichtet, dass 52 Mönche und 50 Nonnen
im Kloster leben, getrennt, wie er gleich mehrere Male betont.
Auf dem Weg zum Bao Dais Sommerpalast halten wir noch an einer Kaffeefabrik
an und ich habe Gelegenheit zur Besichtigung.
Der Sommerpalast des ehemaligen Kaisers wurde 1933 gebaut und liegt
malerisch in einem Pinienwald. Die Villa besteht aus 25 Zimmern und fungiert
nunmehr als Museum.
Jetzt aber nach Nha Trang am Südchinesischen Meer. Für die Fahrt im Minibus
werden acht Dollar verlangt, im Localbus wären lediglich 1,5 $ fällig
gewesen.
Die erste Hälfte der Fahrt ist herrlich und interessant, wir kommen durch
malerische Bergwelten und haben tolle Aussichten. An Gemüsefeldern geht es
vorbei, an Reis- und Tabakfeldern, manchmal liegt der geerntete Tabak zum
Trocknen an der Straße.
Beeindruckt bin ich von den Po Klon Garai Towers bei Phan Rang, einer
hinduistischen Tempelanlage aus dem 13. Jahrhundert.
Danach ist es langweiliger, manchmal setzen Ochsenkarren auf der Autobahn
ein optisches Glanzlicht. Nach gut sieben Stunden kommen wir an und zusammen
mit Karl aus Dresden checke ich für acht Dollar/Nacht im "Hotel Hung Dao"
mit Dusche und West-WC ein.
Wir gehen sofort zum Strand und sind überwältigt. Weißer Sand soweit das
Auge reicht, tolles glitzerndes Wasser und fast keine Menschenseele zu
sehen, einfach phantastisch.
Wir baden im lauwarmen Wasser und machen einen ausgedehnten Spaziergang. In
einem Strandcafe erfrischen wir uns mit Obstsalat und einigen Flaschen Bier.
Karl meint, dies könnte sein Stammlokal werden.
Zurück im Hotel, ich will mich gerade für den Abend fertig machen, wird mir
schlecht und ich muss mich übergeben. In der Nacht werde ich noch oft wach,
vorsichtshalber stelle ich einen Eimer ans Bett und warte unter dem Schutz
des Moskitonetzes auf den nächsten Morgen.
Tatsächlich geht es mir auch schon etwas besser und ich kann eine
Kleinigkeit zum Frühstück essen. Karl klagt auch, er hat Bänder- bzw.
Sehnenprobleme und kann kaum laufen.
Ich verbringe den ganzen Tag am Strand und gehe gegen Abend zum Bahnhof, um
meinen Zug zurück nach Saigon rechtzeitig zu erreichen.
Das Abteil hat sechs Liegen, wir belegen es mit acht Personen. Lunchpakete
mit Keks und Cola werden verteilt. Einige Mitreisende versuchen ein
Gespräch, aber leider stoßen wir doch an die Grenzen unserer
Sprachmöglichkeiten. Ein paar kleine Mädchen grüßen mich mit einem
schüchternen "hello", später, als sie meinen Namen wissen wollen, bitten sie
ihre Muttis um Beistand und Hilfe.
Die Eisenbahnfahrt kostet 23 $, nach gut 13 Stunden fährt der Zug am frühen
Morgen in den Saigoner Bahnhof ein.
Bis zum Abflug habe ich noch reichlich Zeit. Zum Flughafen fahre ich zuerst
mit einem Cyclo, später mit einem Moped. Ich glaube, dass Cyclos in der
Flughafengegend nicht erlaubt oder zumindest nicht gern gesehen sind.
Ein Flughafenmitarbeiter beobachtet mich eine ganze Zeit und erbarmt sich
dann meiner. Exklusiv für mich öffnet er einen Wartesaal und spendiert eine
Tasse Tee, wenn das kein Service ist!
Die Ausreise ist unproblematisch, obwohl auf dem Visum ein anderer
Ausreiseort steht. 8 $ sind bei der Abreise auf dem Flughafen zu entrichten.
Während des knapp 40 - minütigen Fluges nach Phnom Penh wird ein Getränk
gereicht.
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